Kissenhüllen

086629

Kissenhüllen von Exporsal

 Hersteller 

 

 Material 

  • Baumwolle

 

 Pflegehinweis 

  • Maschinenwäsche im Schonwaschgang bis 40°C
  • Nicht in den Trockner geben
By Janina Lange on 27. April 2020 |

Schals

aus Alpaka

Material

  • Alpaka sind domestizierte höckerlose Kamele, die aus den südamerikanischen Anden stammen
  • Alpaka-Wolle hat einen seidigen Schimmer,ist leichter und wärmer als Wolle

Hersteller

Herstellungsprozess

  1. Grobe Reinigung der Wolle vor dem Scheren (Ein Alpaka wird alle 2 Jahre geschoren, 1 Schur ergibt 2kg Vlies)
  2. Kardieren der Alpakawolle: Fasern werden in eine Richtung geordnet, Herausfallen der letzten kleinen Schmutzteilchen
  3. Nach Scheren Spinnen der Vlies zum Faden
  4. Wickeln der Wolle auf Strang
  5. Abbinden der Wolle, um Verfilzen zu vermeiden
  6. Strang wird gewaschen, eingeweicht und in lauwarmem Wasser geschwenkt und gedrückt
  7. Schleudern des Stranges und Trocknung (Aufhängen)
  8. Stricken der Mützen, Schals und Pulswärmer in Handarbeit

aus Bio-/Baumwolle

Material

  • Baumwolle ist eine Naturfaser, die aus Samenhaaren gewonnen wird
  • Gehört zu den Malvengewächsen

Hersteller

Herstellungsprozess

  1. Ernte beginnt wenn die Fruchtkapseln aufplatzen und ein weißer Bausch herausquillt
  2. Mit Pflückmaschinen werden riesige Mengen auf einmal geerntet, vorher wird ein Entlaubungsmittel gesprüht (Geringhalten der Blätter-Verunreinigung)
  3. Baumwolle wird mit Pressen zu großen Ballen gepresst
  4. Mit den Stahlkämmen der Entkörnungsmaschine wird die Baumwollfaser von Kapselresten getrennt
  5. Baumwolle wird wieder zu Ballen geformt
  6. Spinnerei: Ballen werden zerpflückt und gereinigt
  7. Kardierungsmaschine: einzelne Fasern werden geordnet und zu Kardierbändern zusammengefasst
  8. Garn wird gefärbt und auf dem Webstuhl zu Stoffen gewebt

Eigenschaften und Pflege

  • Alpakawolle wirkt schmutzabweisend, muss daher nur selten gewaschen werden, daher viel lüften und wenig bis gar nicht waschen
  • Als Pflegemittel wird Haarshampoo empfohlen
  • ACHTUNG: Motten lieben Alpaka, über die Sommerpause müssen die Textilien entsprechend geschützt gelagert werden

aus Seide

Material

  • Seide ist eine Eiweißverbindung (ähnlich menschlicher Haare)
  • Seide zeichnet sich durch ihren Glanz und ihre hohe Festigkeit aus und wirkt isolierend gegen Kälte und Wärme
  • Sie kann bis zu einem Drittel ihres Gewichtes an Wasser einlagern
  • Auf Seidenstoffen werden besonders brillante Farben erzielt

1) Tussah-Seide

  • Tasar- (oder Tussah-) Seide ist eine Wildseide
  • Gewonnen aus den Kokons von Schmetterlingen der Art Antheraea mylitta, die Raupen ernähren sich nur von frischen Blättern, Anzucht und Füttern mit geerntetem Blattgut sind bei diesen Tussahseidenspinnern nicht möglich (im Gegensatz zu Maulbeerspinnern)
  • Pflege und Vermehrung auf ihren Futterbäumen (Serikultur)
  • Erhalt der Nahrungspflanzen ist ein elementarer Teil der Waldwirtschaft in den Bundesstaaten Bihar und Jharkand (Indien)
  • Die bäuerlichen Gemeinschaften legen eigene Pflanzungen an oder pflegen den Bestand an wild wachsenden Bäumen

 

2) Eriseide

  • Dichte, kurzfaserige Seide, haltbar und elastisch zugleich
  • Eriseide ist dunkler und schwerer, als andere Seidenarten und fühlt sich flauschig an
  • Sie stammt vom Eri-Seidenspinner, Samia cynthia ricini, eine vollständig domestizierte Seidenraupe
  • Der Name Eri ist abgeleitet vom assamesischen Wort era, das für den Wunderbaum steht, der Nahrungspflanze der Seidenraupen
  • Großteil der Eriseide wird als AHIMSA-Seide (= gewaltfreie Seide) gewonnen:
    • Ahimsa ist Sanskrit und meint wörtlich das Nicht-Verletzen.
    • Bei dieser Form der Seidenraupenzucht wird der Seidenfaden erst vom Kokon gehaspelt, nachdem der Falter aus ihm geschlüpft ist
    • Die Kokons sind durch das Ausschlüpfen des Schmetterlings beschädigt und der abhaspelbare Seidenfaden ist sehr viel kürzer
    • Gewinnung und Verarbeitung des Seidenfadens ist somit aufwändiger und teurer

Hersteller

Herstellungsprozess

  1. Seidenfaden ist abhängig von der Lage im Kokon:
  2. Äußerer Faden: weniger stabil und gröber
    Mittlerer Faden: fein und regelmäßig
    Innerer Faden: mittelfein und fest
  3. Je nach Spezies des Seidenspinners gibt es gelbe und weiße Seide
  4. Alle verarbeiteten Materialien kommen aus Vietnam
  5. Auskochen der Kokons im Nachbardorf
    Beim maschinellem Spinnen zeigt der Faden eine regelmäßiges Webbild, beim Handspinnen findet man öfter dichtere und losere Stellen
  6. Nach Färben und Waschen wird Material weich und anschmiegsam

Eigenschaften und Pflege

  • Empfindlich ist Seide gegenüber hohen Temperaturen, Abrieb und Wasserflecken
  • Wir empfehlen Handwäsche in lauwarmem Wasser mit einem milden Waschmittel oder Shampoo
  • Seifenreste können durch Schwenken in klarem Wasser
  • Etwas Essig im Schwenkwasser lässt die Farben wieder strahlen
  • Vor dem Aufhängen den Schal in ein Handtuch rollen und ausdrücken
  • Nicht wringen, nicht in den Trockner geben, Nicht heiß bügeln

aus Viskose

Material

  • Auch als Rayon bekannt
  • Ist eine synthetische Kunstseide aus Zellulose
  • Der Holzzellstoff wird mit Hilfe von verschiedenen Chemikalien bearbeitet, bis eine zähe (viskose) Masse entsteht
  • Die Masse wird dann durch brausenartige Drüsen in ein Spinnbad gepumpt, wo sie gerinnt und sich verfestigt
  • Diese Filamente werden zu einer Faser gesponnen, die dann weiter verarbeitet werden kann

Quelle: Contrado

Hersteller

 

Herstellungsprozess

aus Wolle

Material

  • Als Wolle werden die weichen, spinnfähigen Haare des Fells (im Gegensatz zum Deckhaar) vor allem der Schafe bezeichnet

Hersteller

Atelier Lila (ehemals Lila Craft)

Herstellungsprozess

  • Zeitdauer: 35-45 Tage (einfach Modelle) / bis zu 60 Tage (bei Extraverzierung, Bestickungen)

Produktion:

  • Fadenbildung (aus Baumwollballen)
  • Färben der Fäden, Zeitdauer abhängig von der Farbe
  • Jacquard-Webstuhl: Entwicklung der Reihen (schwierigster Prozess), Einordnen der Fäden (Länge und Breite wird genau definiert)
  • Anbringen der Franzen (werden vom ganzen Stück abgeschnitten – passiert alles in Handarbeit)
    Abschließendes Kochen aller Schals (in Weberei)
  • Zeitdauer einzelner Schals ist abhängig vom ganzen Prozess, durch Wartezeiten verzögert sich die Produktion manchmal auf 90 Tage

 

Fotos

Werkstatt Atelier Lila (ehemals Lila Craft)

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Baumwolle

Baumwollprodukte

 

Hersteller

 

Material

Baumwollpflanze:

  • Baumwolle ist eine Naturfaser, die aus Samenhaaren gewonnen wird
  • Gehört zu den Malvengewächsen
  • Zur Textilherstellung sind 4 Arten geeignet: Gossypium barbadense, arboreum, hirsutum,  herbaceum
  • Braucht viel Wärme und Feuchtigkeit (500 mm Niederschlag pro Jahr)
  • Nach der Blütezeit platzt walnussgroße Frucht auf, Sie birgt ca. 30 Samen auf denen sich bis zu 7000 Samenhaare befinden
  • Für Qualitätsbeurteilung ist Faserlänge entscheidend

Herstellungsprozess

  1. Ernte beginnt wenn die Fruchtkapseln aufplatzen und ein weißer Bausch herausquillt (ca. 8-9 Monate nach Aussaat)
  2. Mit Pflückmaschinen werden riesige Mengen auf einmal geerntet, vorher wird ein Entlaubungsmittel gesprüht (Geringhalten der Blätter-Verunreinigung)
  3. Baumwolle wird mit Pressen zu großen Ballen gepresst
  4. Mit den Stahlkämmen der Entkörnungsmaschine wird die Baumwollfaser von Kapselresten getrennt
  5. Baumwolle wird wieder zu Ballen geformt
  6. Spinnerei: Ballen werden zerpflückt und gereinigt
  7. Kardierungsmaschine: einzelne Fasern werden geordnet und zu Baumwollbändern zusammengefasst
  8. Aus den Bändern produziert die Spinnmaschine einen Garn
  9. Garn wird gefärbt und auf dem Webstuhl zu Stoffen gewebt

Ökologoischer Anbau

  • Fast generell handwerkliche Ernte
  • Verzicht auf Pestizide, Insektizide und Entlaubungsmittel
  • In der Regel Anbau von Mischkulturen und Fruchtfolgen um Nährstoffe im Boden besser zu erhalten
  • Umstellung auf Biobaumwolle dauert ca. 5 Jahre
  • Fairer Handel eine wichtige Zusatzleistung, da Entlohnung meist nach der Ernte erfolgt, kaum Geld während der Pflanzzeit

 

 

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Partner Übersicht

 

 

Land Handelspartner Produkt Seit
Ägypten Almeerath Glas-, Gips- und Perlendekorationen 2007
Ägypten Glass Style Tischwaren und Haushaltsdekorationen aus Glas 2018
Äthiopien SCFCU Kaffee
Brasilien ACAFEG / APROCEM Kaffee
Brasilien Isaac Hängematten und -sitze 2002
Chile Calypso Glasschmuck 2004
Ecuador Fapecafes Kaffee
El Salvador Exporsal Hängematten und -sitze 1997
Ghana SPB UNI-Commerz Bolgakörbe 1998
Honduras RAOS Kaffee
Indonesien Arum Dalu Mekar Fächer aus Bambus 2010
Indien Artisan Well Taschen und Accessoires aus Rindsleder 2004
Indien Atelier Lila (ehemals Lila Craft) Schals aus SeideBaumwolle, Wolle 2004
Indien Creative Designs Vergoldeter Schmuck 2016
Indien Eco Tasar Schals und Tücher aus Seide 2016
Indien Feather Touch Taschen und Accessoires aus Rindsleder 2010
Indien Manjeen Schals, Dekorationen aus Metall 2019
Indien MESH Baumwolltaschen 2017
Indien Sadaan Windlichter aus Metall 2016
Indien Santir Silpa Taschen und Accessoires aus Ziegenleder 2002
Indien Seet Kamal Notizbücher mit Rindsleder Einbänden, Papiersortimente, Dekorationen aus MDF Holz 2006
Indien Toucan Krafte Schmuck aus Sari-Stoffen 2018
Indien Umed Singh Silberschmuck 2003
Indien Vinayak Schals aus Bio-Baumwolle 2016
Indien MASS Kaffee
Iran Papital Persischer Fliesenschmuck 2018
Kenia Afrikiko Specksteinprodukte 1996
Kenia Asango Holzwaren aus Olivenholz 2005
Kolumbien ASOPEP Kaffee
Kolumbien COMVAL (ehemals Exportexa) Hängematten und -sitze 2017
Kolumbien Dekomadera Heimdekorationen aus Holz 2011
Kolumbien Doña Rosa Taschen und Accessoires aus veganen Materialien (Kork und „Optimus“) 2012
Kolumbien Montezuma Panamahüte 2013
Kolumbien Sapia Naturschmuck aus Acaisamen, Chirilla-Samen, Tagua-Nuss 2002
Mexiko UCOAAC Kaffee
Nepal Dhakhwa Loktapapier 2005
Nepal Gautam Handicrafts Silberschmuck 2005
Nepal Shirbandi Filzprodukte 2005
Peru Allpa Silberschmuck, Alpakatextilien 1999
Peru Amazonas Kaffee
Philippinen Judith Lorna Produkte aus Acacia- und Gmelinaholz und Capiz-Muschel 2014
Philippinen K.I.L.U.S. Taschen aus Saftpack 2003
Philippinen Manila Welcome Dekorationen aus der Capiz-Muschel 2005
Philippinen Shine Accessorize Modeschmuck aus Capiz-Muschel und Palmnüssen 2017
Philippinen Victori Haushaltswaren aus Acaciaholz 2018
Senegal Végétaux D’Ailleurs Baobabsetzlinge 2005
Südafrika AllWomenRecycling Klikboxen aus recycelten Plastikflaschen 2010
Südafrika Kapula Kerzen, Keramik 2000
Südafrika Mambu Schmuck aus Straußenei -Schale 2006
Südafrika Wozamoyza Little Traveller – Mutmacher / Perlenpüppchen 2012
Tansania Chako Heimdekoration aus Altglas und Holz 2019
Thailand Dhanabadee Keramikvasen 2016
Thailand Nook Nook Heimtextilien aus Stoffen, Kinderspielsortimente: FUNimals, PettiePets 2011
Thailand Veva Silberschmuck, teilweise vergoldet 2012
Vietnam Craft Beauty Taschen und Accessoires aus Stoff und Leinen (HOBOBAG, Wendetaschen, Kollektion „Little Paradise“) 2010
Vietnam HaLinh Wäschekörbe 2017
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Lexikon

A

Acaciaholz

  • schnellwachsendes Nutzholz, oft in Alleen oder Anpflanzungen
  • Anbau in ländlichen Regionen der Philippinen
  • Färbungsmöglichkeit: von braun- bis hellbeige
  • elastisch, biegsam und sehr dauerhaft
  • gut drechsel- und polierbar
  • Farbunterschiede sind natürlich

Akkreditierung

  • Allgemeine Definition: Bestätigung durch dritte Stelle, die formal darlegt, dass eine Konformitätsbewertungsstelle die Kompetenz besitzt, bestimmte Konformitätsbewertungsaufgaben durchzuführen
  • In diesem Verfahren weist ein Unternehmen gegenüber unabhängiger Akkreditierungsstelle nach, dass es seine Tätigkeiten fachlich kompetent, unter Beachtung gesetzlicher sowie normativer Anforderungen und auf international vergleichbarem Niveau erbringt

Alpaka

  • Domestizierte höckerlose Kamele, die aus den südamerikanischen Anden stammen
  • Domestizierung bereits vor über 3.000 Jahren, Alpakas wurden als Lasttiere und wegen der Wolle gehalten und gezüchtet
  • Schur: einmal jährlich, Weiterverarbeitung der Rohwolle zu hochwertigem Alpakagarn
  • Faserertrag beim Scheren eines Tieres liegt bei 3 bis 6 Kilogramm pro Tier und pro Jahr (davon sind jedoch nur etwa 1 bis 3 Kilogramm nutzbar)
  • Alpaka-Faser ist eine weiche, seidig-glänzende Naturfaser (im Vergleich zur Schafswolle ist sie wärmer)

Amethyst (Edelstein)

  • Farbe: violett
  • Geschichte: Name aus dem griechischen amethein= dem Rausch widerstrebend. Soll vor Trunkenheit bewahren (auch Bacchusstein genannt). Talisman der Versöhnung, der Partnerschaft und glücklichen Ehe
  • Mineralogie: Quarz, Härte 7
  • Eigenschaften: Farbveränderung bei Erwärmung möglich
  • Reinigung: unter fließend Wasser, nicht in die Sonne legen

Anilinfärbung

  • steht für eine Färbemethode, die die Lederoberfläche nicht abdeckt
  • vorkommend bei offenporigen DDDM Rindsleder von CONTIGO
  • Begriff steht nicht für die verwendeten Färbemittel

Anilin-Leder

  • Anilinleder ist der umgangssprachliche Begriff für ein mit rein löslichen Farbstoffen hergestelltes Leder, das keine Abdeckung durch Deck- oder Pigmentfarbe aufweist
  • Die transparente Färbung erhält die natürliche Oberfläche mit dem sogenannten „Narbenbild“, d.h. die Sichtbarkeit der Haarlöcher und der gesamten Lederstruktur
  • Die Bezeichnung „naturbelassenes Leder“ hat sich nicht durchgesetzt, obwohl „Anilinleder“ nicht mit dem giftigen „Anilin“ gefärbt wird
  • Historisch entstand der Name ausgehend von den ersten synthetischen Farben, die auf der Basis von Anilin hergestellt wurden (Teerfarben bzw. Anilinfarben) und so ihre Verbreitung in der Lederherstellung gefunden hatten
  • Im weiteren Sinne werden mit Anilinfarben alle künstlich hergestellten organischen Farbstoffe bezeichnet

ARGE Weltläden

  • ARGE steht für: Arbeitsgemeinschaft der Weltläden in Österreich
  • Dachorganisation von 90 Weltläden und zwei Weltcafés in Österreich und deren Trägern/ Vereinen (Stand 2016)
  • Gründung: 1982, Sitz: Innsbruck (Österreich)

Aufgaben:

  • Verbesserung der Zusammenarbeit der Weltläden untereinander
  • Interessenvertretung der Weltläden gegenüber den Lieferanten/Importeuren des Fairen Handels
  • Öffentlichkeitsarbeit, Werbung für den Fairen Handel

Audit

  • lateinisch audire = hören; audit, er/sie/es hört; auch als Anhörung übersetzt
  • Bezeichnung für allgemeine Untersuchungsverfahren, die dazu dienen, Prozesse hinsichtlich der Erfüllung von Anforderungen und Richtlinien zu bewerten
  • Verwendung im Rahmen eines Qualitätsmanagements, Audits werden von einem speziell hierfür geschulten Auditor durchgeführt

AZO-Farbstoffe

  • Bilden zahlenmäßig die größte Gruppe der Farbstoffe
  • Synthetische Herstellung der AZO-Pigmente erzeugt kraftvolle Farben
  • AZO-Farbstoffe selber sind nicht gesundheitsgefährdend
  • Einige können unter bestimmten Bedingungen aromatische Amine freisetzen, die als krebserregend einzustufen sind
  • Diese aromatischen Amine können durch Speichel oder Schweiß gelöst werden und in den Körper gelangen
  • Auslösen pseudoallergischer Reaktionen sind möglich

  Verwendung

  • Färben von Wolle, Baumwolle, Zellwolle, Seide, Kunstseide, Hanf, Jute, Leinen, Ölen, Fetten, Wachsen, Stroh, Holz, Papier
  • Einzelne AZO-Farbstoffe sind als Lebensmittelfarben zugelassen
  • Rückgang der Verwendung der AZO-Farbstoffe
  • Verbot von denjenigen AZO-Farbstoffen, die erwiesenermaßen krebserzeugende Amine freisetzen können

 

B

Baobab = Affenbrotbaum

Batik

  • ursprünglich aus Indonesien stammendes Textilfärbeverfahren
  • Auftragen von Mustern und Verzierungen in Handarbeit mit flüssigem Wachs mit einem als Tjanting bezeichneten Werkzeug auf das jeweilige Gewebe (Baumwolle, Leinen, Seide, etc.)

BCS = BIO Kontrollstelle, Sitz: Nürnberg

Bisk = Rohkeramik

Black Star (Edelstein)

BMZ = Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

 

C

Canvas

  • aus starkem Garn, dicht und fest gewebter Stoff, sehr strapazierfähig
  • Bezeichnung aus dem Englischen, bezieht sich auf historisches Segeltuch (ursprünglich waren Stoffe für Segeltuche meist aus reinem Hanf und Leinen, daher Ableitung des Wortes Canvas aus dem Lateinischen Cannapaceus = Cannabis, Tuch aus Hanf)
  • wird aus Naturfasern wie Baumwolle, Hanf, Leinen aber auch gemischt mit verschiedenen Chemiefasern wie Polyester hergestellt
  • wegen robuster Eigenschaften begehrt in der Textilindustrie, als Sonnensegel, Segeltuch, Bootssegel und in der Malerei als Leinwand

Capiz

  • zweischalige Perlenmuschel, die für Handwerk/Schmuck mit Kunstharz überzogen wird
  • gedeiht in großen Mengen um die rund 7.000 philippinischen Inseln herum (Name der Muschel leitet sich von der Provinz Capiz auf der Insel Panay ab)
  • wächst natürlich und wird nicht kultiviert
  • enthält nur wenig Muschelfleisch, das essbar ist, jedoch keine große Bedeutung auf dem Speiseplan der Bevölkerung hat
  • Wirtschaftliche Bedeutung: früher wurden Capiz-Muscheln zur Herstellung von Fensterscheiben genutzt (Schalen sind mehr oder weniger durchscheinend und stumpf weiß), heute hauptsächlich im Kunsthandwerk-Bereich

Carneol (Edelstein)

  • Farbe: orange, rotbraun
  • Geschichte: Im Altertum war der Carneol der wertvollste Schmuckstein, die rotbraune Art nannte man Sarder. Sie galt sowohl als blutstillend als auch als durchblutungsfördernd
  • Mineralogie: Härte 7, Variante des Chalcedon
  • Reinigung: unter fließend Wasser, kann in die Sonne gelegt werden.

CE-Zertifizierung

  • Name CE kommt ursprünglich von den Initialen der Europäischen Gemeinschaft (“Communauté Européenne“,  “Comunidad Europea“); seit 1994 ist CE „nur noch“ ein grafisches Symbol
  • Kennzeichnung besteht aus CE-Zeichen und 4-stelliger Nummer der beteiligten Prüfstelle
  • Gehört zu den sogenannten „EG-Zeichen“ (Europäische Gemeinschaft), Kennzeichnung nach EU-Recht für bestimmte im Europäischen Wirtschaftsraum frei verkehrsfähige Industrieerzeugnisse
  • Mit CE-Kennzeichnung bestätigt Hersteller, dass das Produkt den produktspezifisch geltenden europäischen Richtlinien entspricht
  • Hersteller eines technischen Produktes prüfen in eigener Verantwortung, welche EU-Richtlinien sie bei der Produktion anwenden und beachten müssen
  • Neben der CE-Kennzeichnung sind keine anderen Zeichen oder Gütesiegel zulässig, die die Aussage des „CE“ in Frage stellen können

Beispiel: Spielzeug 

  • Mit der CE-Kennzeichnung versichert der Hersteller, dass das Spielzeug den europäischen grundlegenden Sicherheitsanforderungen entspricht
  • Garantie, dass das Spielzeug keine Gefahren für Verletzungen und Unfälle (Erstickung,Verschlucken) darstellt
  • Verletzungsgefahr durch bewegliche Teile ist so gering wie möglich
  • Stoffe und Materialien beinhalten keine Stoffe, die schädlich für die Gesundheit sein können
  • Spielzeug ist nicht leicht entflammbar

Chrysokoll

  • Farbe: blaugrün mit Emailleschimmer
  • Geschichte: Name kommt aus dem Griechischen chrysós (Gold) und kólla (Klebstoff) in Anspielung auf eine ähnliche Substanz, die früher zum Löten von Gold verwendet wurde.
  • Mineralogie: Erz ( Kupfersilikat), Härte 2-4
  • Eigenschaften: wie Türkis, sehr empfindlich
  • Reinigung: s. Türkis

Citrin (Edelstein)

  • Farbe: Begehrteste Steine des Citrins besitzen klares, leuchtendes Gelb
  • Geschichte: Name abgeleitet vom Gelb der Zitrone, gehört zur Familie der Quarze
  • Minerologie: Härte 7 in der Mohs’schen Zehnerreihe und ist damit gegen Kratzer weitgehend unempfindlich

Coaster = Untersetzer

CONTIGO 

  • spanisch =mit Dir“
  • Führendes Fairtrade Konzept in Europa mit ausschließlich hauptamtlichen Mitarbeitern

Cotton = Englische Bezeichnung für „Baumwolle“

 

D

DDDM = Bezeichnung für Leder: Drum Dyed Dry Milled

  • Nur Häute der besten Qualitätsstufen werden zu DDDM verarbeitet
  • Mineralische Gerbung (Chrom III)
  • Oberfläche ist offenporig und zeigt alle „Lebenszeichen“ des Rindes
  • Der unterschiedliche Fettgehalt der Haut führt zu einer unregelmäßigen Aufnahme der Farben
  • Gefärbt wird in einer Trommel, so dass die ganze Haut mit dem Färbemittel in Kontakt kommt und die Farbe tief in die Poren dringen kann
  • Beim Milling werden die Häute mit Kautschukbällen in der Trommel weich geschlagen
  • Diese Leder sind besonders weich und geschmeidig
  • Keine besondere Pflege erforderlich

DEAB Dachverband Entwicklungspolitik Baden-Württemberg e.V.

  • Verband von Weltläden, Eine-Welt-Initiativen, entwicklungspolitischen Organisationen und Netzwerken in Baden-Württemberg
  • Gründung: 1975, Sitz: Stuttgart
  • Aufgaben:  Förderung der Mitglieder durch Information, Vernetzung, Fortbildung und politische Vertretung
  • Herausgeber der Zeitung „Südzeit- Eine Welt Journal“ (vierteljährlich)

Denim = Jeansstoff

Dicroglas (Dichroic-Glas)

  • Entwicklung der Raumfahrt-Industrie
  • Dichroic bedeutet, dass ein Gegenstand mehrere Farben hat, besonders wenn man ihn aus unterschiedlichen Betrachtungswinkeln ansieht
  • Ein und derselbe Gegenstand wird absorbiert und reflektiert auftreffendes Licht unterschiedlich

 

E

EFTA = European Fair Trade Association

  • Gründung: 1990, Sitz: Valkenburg aan de Geul (Niederlande)
  • Nichtregierungsorganisation, bestehend aus 10 Fairtrade Importeuren aus neun europäischen Ländern
  • Aufgabe: Unterstützung der Mitglieder und Förderung des Informationsaustauschs

Eine Welt Netzwerk Bayern e.V.

  • Bayerischer Dachverband entwicklungspolitischer Gruppen / Einrichtungen, Weltläden und lokaler Eine Welt-Netzwerke
  • Gründung: 1999, Mitglieder: 158
  • Angebot von und Teilnahme an: Informations- und Bildungsveranstaltungen, Aktionen, Kampagnen und Lobby-Arbeit

Eine Welt Netz NRW e.V. 

  • Dachverband entwicklungspolitischer Organisationen Nordrhein-Westfalens
  • Gründung: 1991
  • Einsatz für gerechten Interessenausgleich zwischen Nord und Süd, globalen Umweltschutz, fairen Handel, Demokratisierung, kulturelle Vielfalt, Einhaltung der Menschenrechte, zivile Konfliktlösung und Frieden

Entgraten

  • hierbei werden Grate entfernt
  • Grate sind scharfe, bei einem Bearbeitungs- oder Herstellungsvorgang entstandene Kanten, Auffaserungen oder Splitter eines meist metallischen Werkstückes

Erfurter Docht

  • Hohe Materialreinheit
  • Straffe Verzwirnung
  • Sehr gute Beurteilung weltweit

 

F

Faire Woche

  • vom Forum Fairer Handel organisierte Aktionswoche zur Förderung des fairen Handels in Deutschland
  • Seit 2001, wird jedes Jahr in der zweiten Septemberhälfte durchgeführt

FAIR Friends

  • Fairtrade Messe in Dortmund

FairHandeln

  • Fairtrade Messe in Stuttgart, seit 2008
  • Initiator: SEZ – Stiftung Entwicklungszusammenarbeit Baden-Württemberg

Fair Trade Federation

  • Gründung: 1994, Sitz: Wilmington (Delaware, USA)
  • Zweck: Unterstützung von Organisationen im Fairen Handel, um die Marktchancen für Produkte kleiner Handwerker und Landwirte die vergrößern

Fairtrade Fragebogen

  • Alle Handelspartner bei CONTIGO müssen zu Beginn der Handelsbeziehung einen Fragebogen zu ihrem Unternehmen, ihrer Philosophie und Arbeitsweisen ausfüllen
  • Fragebogen wird vom CONTIGO Fairtrade Management ausgewertet und beurteilt, ob dieser Handelspartner gelistet wird
  • Fragebogen wird alle 2-3 Jahre aktualisiert
  • International auch SAR genannt (Self Assessment Report)

Fairtrade-Town 

  • Zertifikat, das von einer anerkannten Fair-Trade-Zertifizierungsstelle (in Deutschland von „TransFair – Verein zur Förderung des Fairen Handels mit der „Dritten Welt“ e.V.“, Köln) vergeben wird
  • Ziel: Förderung des Fairen Handels auf kommunaler Ebene
  • Erste Fairtrade-Town in Großbritannien: Garstang, Lancashire (2001)
  • für den Titel Fairtrade-Town muss eine Kommune nachweislich fünf Kriterien erfüllen, die das Engagement für den Fairen Handel in allen Ebenen einer Kommune widerspiegeln

FLO = Fairtrade Labelling Organizations International

  • Dachorganisation für das Fairtrade Labels
  • Gründung: 1997, Sitz: Bonn (Deutschland)
  • FLO entwickelt eigene Standards für den Fairen Handel und vergibt über ihre nationalen Siegelorganisationen das Fairtrade-Siegel für Produkte, die gemäß diesen FLO-Standards zertifiziert werden

Forum Fairer Handel

  • Gründung: 2002, Sitz der Geschäftsstelle: Berlin
  • Ziele: Ausweitung des Fairen Handels, Koordinierung der Aktivitäten der Mitgliedsorganisationen, effektivere Durchsetzung der Forderungen gegenüber Politik und Handel
  • Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit organisiert das Forum Fairer Handel jedes Jahr im September die „Faire Woche

Frosted Candle

  • Handgegossene Kerze
  • Hochwertiges Paraffin (hoher Schmelzpunkt: kein Rußen, kein Tropfen)
  • Hochwertiger Docht
  • Gefrostete Optik wird durch das Eintauchen in Wachs mit niedriger Gußtemperatur erzielt
  • Brennzeit ca. 10 Stunden

FSC (=Forest Stewardship Council)

  • Forstbetriebe werden gemäß den Richtlinien des FSC zertifiziert
  • Rainforest Alliance war maßgeblich an Entwicklung dieses Standards beteiligt
  • Durch die Zertifizierung soll gewährleistet werden, dass auch die forstwirtschaftliche Nutzung nachhaltig ausgerichtet ist und somit zum Erhalt der Artenvielfalt beiträgt und natürliche Ressourcen bestmöglich schützt sowie den örtlichen Gemeinden ein Auskommen sichert

FTP – Fairtrade in Progress (Fairtrade Klassifizierungen)

  • Interesse an den „10 Principles“
  • Bereitschaft zur eigenen Weiterentwicklung
  • Potential für Entwicklung
  • Potential zur Marktfähigkeit
  • Keine Kinderarbeit, keine Schuldarbeitsverhältnisse nach ILO Konvention
  • Keine Diskriminierung nach ILO Konvention
  • Saubere und menschenwürdige Arbeitsbedingungen im Ansatz
  • Erste Bemusterung und Probebestellungen erfolgreich

 

FTA – Fairtrade Approved (Fairtrade Klassifizierungen)

Zusätzlich zu FTP Kriterien:

  • Abgeschlossene Bearbeitung des Eingangsaudits (Fairtrade Fragebogen= SAR)
  • Differenzierte und belastbare Kenntnisse des Produktionsumfelds
  • Erfüllung aller Anforderungen des Fairtrade Grundsatzvertrags (Basic Agreement)
  • Transparenz
  • Komplette, belastbare und überprüfbare Dokumentation
  • Gute und erprobte Handelsbeziehung
  • Langfristige Perspektive
  • Bei Bedarf: Unterstützung bei Design- und Produktentwicklung
  • Persönliches Kennen der Schlüsselpersonen

FTA PLUS – Fairtrade Approved PLUS (Fairtrade Klassifizierungen)

Zusätzlich zu FTA Kriterien:

  • Langes und sehr gründliches Kennen der Organisation
  • Lange, freundschaftliche Beziehungen zu den handelnden Personen
  • Lange und erfolgreiche wirtschaftliche und soziale Entwicklung
  • Hervorgehobene Bedeutung für CONTIGO und die Weltläden in mehrfacher Hinsicht
  • Hervorgehobene Bedeutung von CONTIGO für die Partnern in mehrfacher Hinsicht
  • Die FTA PLUS-Partner kennen sich i.d.R. untereinander und sind für gemeinsame Vorhaben offen (Präsentationen, Road Shows, gemeinsame Strategietreffen)

 

G

GfRS = Gesellschaft für Ressourcenschutz, Kontrollstelle für Bio Produkte

GIZ = Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GmbH

  • Gründung: 2011 (durch Verschmelzung der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ), der Internationalen Weiterbildung und Entwicklung gGmbH (InWEnt) und dem Deutschen Entwicklungsdienst (DED)), Sitz: Bonn und Eschborn (Deutschland)
  • Aufgaben: Angebot von Dienstleistungen in den Bereichen Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung, Energie- und Umweltthemen, Förderung von Frieden und Sicherheit

Granat (Edelstein)

  • Farbe: tiefrot, aber auch gelb, orange, braun (über 10 verschiedene Farbnuancen möglich)
  • Geschichte: Name bedeutet der “Körnige”, lateinisch: granum (Ähnlichkeit mit Körnern des Granatapfels). Im Mittelalter als Karfunkelstein benannt, wurde als Talisman und Schutzstein getragen
  • Mineralogie: Härte 7-7,5
  • Eigenschaften: unempfindlich, leicht zu verarbeiten, hohe Lichtbrechung, verträgt keine harten Stöße oder unsachgemäßes Erhitzen
  • Reinigung: unter fließend Wasser, kann in die Sonne gelegt werden.

Grundsatzvertrag (Basic Agreement)

Zu Beginn einer jeden Handelsbeziehung schließt CONTIGO mit allen Produzenten einen Handelsvertrag ab, der die Rechte und Pflichten beider Seiten regelt.

Hier verpflichtet sich CONTIGO zu einer fairen und angemessenen Preiszahlung an die Erzeuger, zur Vorfinanzierung (50% Anzahlung bei Bestellung), zu langfristigen Handelskontrakten, zu kostenlosen Beratungsleistungen für Kleinproduzenten, zur Transparenz der Handelswege und der Preisbildung.

Unsere Handelspartner in Übersee verpflichten sich zur Ächtung von Kinderarbeit und Zwangsarbeit, zur Ablehnung von Diskriminierung, zu angemessenen Lohnzahlungen an alle Mitglieder oder Mitarbeiter, zu menschenwürdigen und gesunden Arbeitsbedingungen, zur Transparenz und Bereitschaft zur Überprüfung.

 

H

I

ILO (Internationale Arbeitsorganisation, englisch: International Labour Organization, ILO; französisch: Organisation internationale du travail, OIT)

  • Sonderorganisation der Vereinten Nationen mit dem Ziel der Förderung sozialer Gerechtigkeit sowie der Menschen- und Arbeitsrechte
  • Beginn der Tätigkeit am 11. April 1919 auf der Friedenskonferenz in Versailles
  • Ursprünglich entstanden als ständige Einrichtung des Völkerbundes mit dem Ziel der Sicherung des Weltfriedens auf der Grundlage sozialer Gerechtigkeit
  • Seit dem 14. Dezember 1946 Sitz in Genf
  • 185 Mitgliedstaaten
  • Aufgaben:
    • Weiterentwicklung internationaler Arbeitsstandards
    • Ausarbeitung rechtsverbindlicher Übereinkommen (Konventionen) sowie Empfehlungen an die Mitgliedstaaten
    • Themenschwerpunkte des Arbeitsrechtes sind Standards für Mutterschutz, Schutz von temporären Angestellten, Altersgrenzen für bestimmte Arbeiten
    • Insgesamt existieren bis heute 188 Übereinkommen und 198 Empfehlungen.
  • Mitglieder müssen regelmäßig Bericht erstatten
  • Link zu ILO Kernarbeitsnormen 

 

 

J

Jaspis (Edelstein)

  • Farbe: braunorange
  • Minerologie: Härte 7, Siliciumdioxid

K

Kaffee

  • SHG: Strictly High Grown (Pflanzung über 1300m Höhenmetern)
  • SHB: Strictly Hard Bean“, wie SHG, langsames Wachsen der Bohnen wegen der niedrigen Temperaturen, besserer Ausbau der Inhaltsstoffe
  • EP: European Preparation (weniger als 12 Defekte pro 100g, Defekte sind Steinchen, unreife Früchte), höchste Qualitätsstufe
  • AP: American preparation (weniger als 16 Defekte pro 100g)
  • NY2 (New York): 8 Defekte pro 300g zugelassen

Kanzashi

  • traditioneller Haarschmuck der japanischen Geisha
  • bestehend aus vielfältigen Blütenornamenten, die in einer speziellen Falttechnik aus Seidenquadraten hergestellt werden

Kette (Weben)

  • Beim Webprozess werden mindestens zwei Fadensysteme, die Kette (Kettfaden) und der Schuss (Schussfaden), rechtwinklig verkreuzt

Kisii-Speckstein

  • Speckstein aus der Region Kisii, im Südwesten Kenias
  • Eigenschaften: besondere Farbgebung und geringere Härte (im Vergleich zu Specksteinen aus Indien und dem Niger)
  • Material: Steatit

L

Lapislazuli (Edelstein)

  • Farbe: tiefblau mit hellen Quarzadern oder goldenen Pyriteinschlüssen
  • Geschichte: lateinisch: lapis=Stein, und arabisch azula=blau. Bis ins 19. Jhd wurde die Farbe Ultramarin aus zermahlenem Lapislazuli gewonnen.
  • Mineralogie: Härte 5,5-6, Gestein aus Diopsid und Lasurit (Schwefelgehalt bewirkt die blaue Farbe)
  • Eigenschaften: wegen geringer Härte säure- und sonnenlichtempfindlich.
  • Reinigung: in Meersalz, nicht in die Sonne legen.

Loktapflanze = Seidelbast

  • Pflanzen wachsen auf einer Höhe von 2.500 bis 3.500 Metern und werden bis zu 2 Meter hoch
  • Seit über 800 Jahren wird die innere Rinde (auch Bast genannt) der Pflanzen zur traditionellen Papierherstellung benutzt
  • Pflanzen regenerieren sich vollständig alle 6-8 Jahre
  • Ernste: zweimal jährlich (Januar bis Mai und September bis Oktober)

 

M

Mahagonigewächse

  • sind eine Pflanzenfamilie in der Ordnung der Seifenbaumartigen
  • vorwiegend Bäume und Sträucher, manche auch krautige Pflanzen
  • bei CONTIGO nur aus kontrollierter Plantagenwirtschaft
  • beliebtes Nutzholz, da sehr dauerhaft, wenig schwindend, extrem witterungsbeständig

MDF-Platte (Mitteldichte Faserplatte)

  • stabiles Material
  • Herstellung aus Hölzern wie Kiefer, Fichte, Eukalyptus, Pappel, Akazie

Mimosaextrakte (Mimose)

  • Ursprung: Australien, Brasilien und Süd- und Ostafrika
  • Die Mimose ist ein  krautiger, bodennaher Halbstrauch, der verzweigte Stamm ist nackt bis borstig mit vereinzelten Stacheln Die lang gestielten Laubblätter sind doppelt gefiedert
  • Verwendung bei der pflanzlichen Gerbung

Mikron = Maßeinheit für Garn (Bestimmung der Stärke von Wollfasern, siehe Filz)

Mondstein (Adular) (Edelstein)

  • Farbe: milchig trüb mit bläulichem Schimmer
  • Geschichte: die Römer glaubten, er sei durch Mondschein entstanden. In der Antike Stein der Frauen, der Fruchtbarkeit und des Liebeszaubers
  • Mineralogie: Feldspatgruppe, Kali-Tonerde-Silikat, Härte 6
  • Eigenschaften: geringe Härte, kratzempfindlich
  • Reinigung: unter fließend Wasser, kann in die Sonne gelegt

Monitoring

  • Unmittelbare systematische Erfassung (Protokollierung)
  • Überwachung eines Vorgangs mittels technischer Hilfsmittel oder anderer Beobachtungssysteme
  • Zentrales Element: regelmäßige Durchführung der jeweiligen Untersuchungsprogramme, um anhand von Ergebnisvergleichen Schlussfolgerungen ziehen zu können

Mould = (übersetzt aus engl.) Gussform

 

N

Nappa-Leder

  • Grundlage sind Häute mittlerer Qualität mit weniger Volumen
  • sehr weich und anschmiegsam
  • Mineralische Gerbung wie DDDM
  • Färbung durch Aufsprühen der Färbemittel
  • Keine besondere Pflege erforderlich

Naturland– Verband für ökologischen Landbau e.V.

  • einer der größten ökologischen Anbauverbände mit über 53.000 Bauern weltweit
  • fördert den Ökologischen Landbau weltweit
  • versteht sich als zukunftsorientierter Verband: für Naturland gehören Öko-Kompetenz und soziale Verantwortung zusammen

NGO = Nichtregierungsorganisation / Non Governmental Organisation, zivilgesellschaftlich zustande gekommener Interessenverband

Nipponwachs

  • Wachs mit sehr hohem Schmelzpunkt (65°C)
  • tropft und rußt daher nicht

 

O

Obsidian

  • Farbe: schwarz, grau, braun, durchscheinend bis undurchsichtig
  • Geschichte: Bei den Griechen „Stein der Realität“, bei den Indianern „Schutz- und Fruchtbarkeitsstein“; war in Steinzeit als Schneidwerkzeug in Gebrauch, rituelle Opfermesser der Inka waren aus Obsidian. Name kommt von Obsius: Name des Finders in der Römerzeit.
  • Mineralogie: siliziumreiches Ergussgestein, vulkanisch, Härte 5-6
  • Eigenschaften: scharfkantig brechend

Opalmuschel (Perlmutt)

  • Farbe: schöne Transparenz und der Perlmuttglanz erinnern an einen Opal.
  • Geschichte: Übersetzung des mittellateinischen „mater perlarum“ – Mutter der Perlen
  • Mineralogie: Aragonitblättchen aus der Schaleninnenseite von Mollusken (Muscheln, Schnecken). In Peru: Seeperlmuschel, Härtegrad 3,5-4. Gleiche chemische Formel wie Perlen, aber höherer Wassergehalt, höhere Transparenz
  • Eigenschaften: säure- und schlagempfindlich

Onyx (Quarzgruppe)

  • Farbe: schwarz, weiß (oft gefärbt)
  • Geschichte: wichtigster Schmuck und Heilstein der Antike. Bei den Indios Schutzstein gegen Magie und Pest, bei den Griechen Liebesstifter
  • Manipulationen und Immitationen durch Achat im Umlauf
  • Mineralogie: Calcedon, Silikatgestein , Härte 6,5-7
  • Reinigung: unter fließend Wasser

Origami

  • japanisch von oru = falten und kami = Papier, die Kunst des Papierfaltens (traditionell aus einem quadratischen Stück Papier ohne Schneiden oder Kleben)
  • bereits seit dem 14. Jahrhundert in Japan beliebt, vorerst nur zeremonielle Faltungen/Figuren
  • Entwicklung auch in Europa, über Ägypten und Mesopotamien Verbreitung nach Spanien (16. Jahrhundert)
  • bekannteste Faltung: der Kranich

P

Pappmaché (auch Pulpe oder Papiermaché genannt, aus dem Italienischen auch Cartapesta)

  • Gemisch aus Papier und einem Bindemittel, meist Kleister, aus dem sich leichte, stabile, auch relativ große Plastiken, Skulpturen oder Masken gestalten lassen
  • Für die Herstellung werden in Stücke gerissenes Papier und Kleister zu einem zähen Brei vermischt
  • Nach Trocknung erhält dieser Brei eine gewisse Festigkeit
  • Pappmaché eignet sich daher gut zum Modellieren, braucht aber lange zum Trocknen und schrumpft stark

Pashmina

  • Bezeichnung für ein aus Kaschmir oder aus Kaschmir (70%) und Seide (30%) gefertigtes Tuch
  • Wort „Pashmina“ stammt ursprünglich aus einem persischen Dialekt und bedeutet „Wolle“ oder „aus Wolle gefertigt“ (persisch pashm = Wolle)
  • Es hat sich zunächst im nepalesischen und nordindischen Sprachgebrauch, später auch international als Bezeichnung für breit gefertigte Tücher durchgesetzt

Paisleymuster (in USA unter Namen Persian Pickles bekannt)

  • Bezeichnung für ein abstraktes, dekoratives Stoffmuster, das in seiner Grundform ein Blatt mit einem spitz zulaufenden, gebogenen Ende, in der Art eines großen Komma darstellt
  • Name geht auf schottische Stadt Paisley in der Region Strathclyde in der Nähe von Glasgow zurück
  • Paisley war im 19. Jahrhundert ein bedeutendes Textilverarbeitungszentrum
  • Der Ursprung des Musters ist auf ein florales Motiv aus dem persischen Sassanidenreich zurückzuführen, das über die Mogule nach Indien gelangte
  • Soldaten brachten bei der Rückkehr aus der Kolonie Indien Cashmere-Schals mit Paisleymotiv nach Großbritannien.

PET-Flasche (Polyethylenterephthalat)

  • Kunststoff-Flasche, die für verschiedene Softgetränke genutzt wird

Peridot (Olivin) (Edelstein)

  • Farbe: lindgrün bis olivgrün, durchscheinend
  • Geschichte: Name aus dem griechischen: peridona = in Fülle geben
  • Mineralogie: Magnesium-Eisen Silikat, Eisenanteil bestimmt Intensität der Farbe, Härte 6,5-7
  • Eigenschaften: kratzempfindlich, säureempfindlich. Bei langanhaltender Sonnenbestrahlung kann er ausbleichen. Kein Stein für Fingerringe, da Kanten im Laufe der Zeit ausplatzen können.

Ponchito = Bio & Faire Überraschungseier

 

Q

Quebrachoextrakte

  • Ursprung: Entnahme aus Bäumen aus Lateinamerika
  • Verwendung bei der Pflanzengerbung

 

R

Reiseblog

  • CONTIGOs Reiseberichte und Fotos werden während der Produzentenbesuche auf Facebook gestellt
  • Leser können auf diese Weise die Reise live miterleben

Resin

  • Resin ist ein aus zwei Komponenten bestehendes Gießharz
  • Werden beide Komponenten in einer Form zusammengegossen, härten sie nach wenigen Minuten aus

Rohseide

  • leicht wattiger, unregelmäßiger, noppiger Seidenfaden
  • Entsteht aus Außenschichten, den Haltefäden des Kokons

Rosenquarz (Edelstein)

  • Farbe: rosafarbe bis hellviolett
  • Geschichte: Name seit dem 18.Jdh. bekannt, mystischer Stein, häufig für Rosenkränze und Gebetsketten verwendet
  • Mineralogie: Härte 7, Bestandteil von Pegmatiten

 

S

Sago = aus dem Mark besonders der Sagopalme gewonnenes feinkörniges Stärkemehl

Saftpack-Tasche = Einkaufstasche aus recycelten Getränketüten, aus den Philippinen

Schuss (Weben)

  • Beim Webprozess werden mindestens zwei Fadensysteme, die Kette (Kettfaden) und der Schuss (Schussfaden), rechtwinklig verkreuzt

Serpentin (Edelstein)

  • Farbe: oliv, gelbgrün bis moosgrün, oft geschlängelte Zeichnung, von der sich der Name herleitet „Schlangenstein“ (lat.Serpens – Schlange)
  • Mineralogie: basisches Magnesium-Silicat, Härte 2-5,5
  • Eigenschaften: säureempfindlich, weich, gut schnitzbar, Farbe und Zeichnung des Steins zeigt sich erst nach der Politur

SEZ Stiftung Entwicklungszusammenarbeit Baden-Württemberg

  • Seit 1991, Sitz: Stuttgart
  • Ziele: Armutsbekämpfung, Schaffung von Zukunftsperspektiven in den Ländern des Südens
  • Aufgaben: Bildungseinrichtung und Servicestelle, Angebot von Dienstleistungen zur Stärkung und Förderung des entwicklungspolitischen Engagements, Schaffung und Ausbau von verschiedenen Netzwerken
  • Die größte von der SEZ initiierte Plattform ist die FAIR HANDELN – Internationale Messe für Fair Trade und global verantwortungsvolles Handeln

 

Shantiniketani-Technik

  • Diese Prägetechnik ist eine traditionelle Kunsthandwerksrichtung
  • Prägen des geglätteten, feuchten Leders in Handpresse mit handgefertigten Zinkgussformen
  • Aufhängen des Leders zur Trocknung
  • Auftragen der Grundfarbe mit Sprühpistole
  • Frauen bemalen eingeprägte Muster
  • Erneutes Polieren oder Rollen des Leders ermöglicht glatte, unempfindliche Oberfläche

Silberlegierungen

In Schmuck- und Geräteherstellung existieren vier Legierungen aus Silber und Kupfer.
Die Bezeichnung bezieht sich auf den Silberanteil auf 1000 Anteile Metall.

970er Silber: geringer Kupferanteil (30 Teilchen), leicht biegbar. Geeignet für Kaltverformungsarbeiten wie Treiben und Ziselieren. Farbe wie Feinsilber.

925er Silber: international als STERLINGSILBER bezeichnet, nach der altenglischen Währung. Farbe weicht geringfügig von Feinsilber ab. Hauptlegierung für die Schmuckverarbeitung, Münzen und Besteck. CONTIGO verwendet ausschließlich Sterlingsilber

835er Silber: relativ hoher Kupferanteil (165 Teilchen), gelblicher Farbton. Findet Verwendung in der Schmuckproduktion und in der Tafelsilberherstellung.

800er Silber: besteht zu 80 % aus Feinsilber und zu 20 % aus anderen unedlen Metallen (z.B. Kupfer), hoher Härtegrad, hohe Zugfestigkeit, günstigster Preis. Legierung findet verwendung bei Gußarbeiten, auch bei der Herstellung von Silberbesteck.

Speckstein

  • natürlich vorkommendes Gestein (bedeutende Vorkommen: Ägypten, Region um den Viktoriasee z.B. im Distrikt Kisii, Südafrika, Brasilien, China, Frankreich, Finnland, Indien, Italien, Kanada, Norwegen, Österreich, Russland, in der Schweiz und der Ukraine.
  • Hauptbestandteil: Talk (Steatit, Magnesiumsilikathydrat), nicht zu verwechseln mit Talg
  • geringe Härte (Mohshärte = 1) führt zu leichter Bearbeitbarkeit, gute Polierbarkeit
  • im Alten Orient, Ägypten, China und Skandinavien ein beliebter Natur- und Werkstein, der überwiegend zu Siegeln, Skulpturen und verschiedenen Haushaltsgegenständen wie Behältern und Kochgeschirr verarbeitet wurde
  • häufigsten Farben sind weiß, violett, rosa, grün, grau, schwarz, braun und blau, viele Farbabstufungen, mehrfarbig marmorierte Sorten möglich

Spondillus (Edelstein)

  • Farbe: orange bis violett, weiße Kalkstreifen
  • Geschichte: Bei den Inkas kostbares Material zur Verwendung bei religiösen Ritualen und Kultgegenständen, wertvoller als Gold
  • Material: Muschelkalk, ähnlich Perlmutt

 

T

Tagua

  • Samen der ca. 7 Meter hohen Palme Philetelas Microcarpas
  • Beheimatet in warmen Feuchtgebieten Ecuadors und Kolumbiens
  • Verwendung für Naturschmuck
  • früheres Material für Knopfherstellung

TransFair

  • Offizieller Vereinsname: Verein zur Förderung des Fairen Handels mit der „Dritten Welt“ e. V. (gemeinnützig)
  • Gründung: 1992, Sitz: Köln
  • Ziel: Förderung der Entwicklungshilfe und Entwicklungszusammenarbeit, Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen von benachteiligten Produzentengruppen
  • Vergabe des Fair-Trade-Siegels an Importeure und Verabreitungsbetriebe, die die Fair Trade Standards einhalten
  • Weitere Aufgaben: Marketing und Öffentlichkeitsarbeit, Mitentwicklung und Vergabe des Goodweave-Siegels für Teppiche, Mitarbeit bei FLO (um bestehende Fairtrade-Standards zu verbessern)

Trommelrösten

  • Trditionelle handwerkliche Methode des Kaffeeröstens
  • Langsamer Temperaturanstieg auf 200°C innerhalb von 15-20min
  • Kontinuierliche Prüfung des Röstbildes
  • Senkung der Feuchtigkeit und der Reizstoffe durch schonende Erhitzung
  • Gewichtsverlust von 17 bis 20%, daher hochpreisig
  • Abkühlung der Bohnen durch Luftzufuhr

Tube = Innenschläuche von Pkw und Fahrradreifen

Türkis (Edelstein)

  • Farbe: himmelblau bis graugrün (blau entsteht durch Kupfer, grün durch Eisen)
  • Geschichte: heiliger Stein in vielen Kulturen, Glücksbringer und Talisman. Name aus der Zeit der Kreuzzüge, Türkis = Türkenstein. Die Indianer Nordamerikas sehen in ihm die Verbindung von Himmel und Erde
  • Mineralogie: Kupfer-Aluminium-Phosphat, Härte 5,5 – 6
  • Eigenschaften: Sehr empfindlich. Farbveränderung durch Licht, Kosmetika, Staub, Säuregehalt der Haut. Häufig werden Türkise im Handel mit Wachs behandelt oder mit Kunstharz versiegelt, um sie widerstandsfähiger zu machen.
  • Reinigung: in Meersalz reinigen, nicht in die Sonne legen

Tunnelbrennofen (siehe Kapula)

  • Brennofen mit Trolleyböden
  • Besonderheit: Einsätze kann man flexibel heraus- und hineinschieben (vorn hinein und hinten heraus)

Turmalin (Edelstein)

  • Farbe: sehr variabel, kann entlang der Längsachse eines einzelnen Kristalls variieren.
    Häufig kommen blaue, grüne, rote, rosafarbene, braune oder schwarze Varianten vor
  • Mineralogie: Härte von 7 bis 7,5

 

U

Ursprungsinfo = Hintergrundgeschichte über CONTIGOs Handelspartner werden auf kleinen Blättchen zum jeweils gekauften Produkt dazu gereicht

 

==V==

 

W

Walken

  • Ist die Verformung von Werkstoffen durch mechanisches Bearbeiten wie Kneten, Drücken oder Ziehen
  • Das Wort selbst stammt etymologisch von althochdeutsch walchan ,kneten‘,

 

Weltladen Dachverband: Interessenvertretung von Weltläden und Aktionsgruppen, eingetragener Verein, in dem sich Weltläden selbst organisieren

Aufgaben:

  • Die Idee des Fairen Handels, die Weltläden und ihre Arbeit in der Öffentlichkeit bekannter und attraktiver machen
  • Ein klares und schlüssiges Bild von Weltläden und ihren Kriterien in der Öffentlichkeit schaffen
  • Weltläden als ”Fachgeschäfte des Fairen Handels” qualifizieren sowie ihre Arbeit systematisch verbessern und stärken
  • Die Weltladenarbeit unter sich verändernden entwicklungspolitischen Bedingungen weiterentwickeln

Weltläden in Hessen e.V. 

  • Seit 2008, Mitglieder: 44 Weltläden (Stand: Mai 2016)
  • Aufgaben: Angebote der Fair-Handels-Beratung, Fortbildungen, regionale Vernetzung, Öffentlichkeitsarbeit für die hessischen Weltläden und deren Beratung

Weltladentag

WFTO = World Fair Trade Organization (Dachorganisation des Fairen Handels)

  • Gründung: 1989, Sitz: Culemburg (Niederlande)
  • globales Netzwerk von verschiedenen Organisationen des Fairen Handel (Produzentengruppen, -kooperativen, Importeure, Fair Trade Netzwerke, Institutionen)
  • Ziel: Verbesserung der sozialen Situation von benachteiligten Produzenten, Förderung der Zusammenarbeit der verschiedenen Organisationen des Fairen Handels

World Fair Trade Day 

  • politischer Aktionstag von Weltläden und anderen Fairhandels-Akteuren
  • findet am zweiten Samstag im Mai statt

WLP = Weltladenprogramm (Software, Kassenprogramm)

 

X

 

Y

 

Z

Zertifizierung (von lat. „certe“ = bestimmt, gewiss, sicher und „facere“ =machen, schaffen, verfertigen)

  • Verfahren, mit dessen Hilfe die Einhaltung bestimmter Anforderungen nachgewiesen wird
  • Vergabe: meist zeitlich befristet von unabhängigen Zertifizierungsstellen
  • Kontrolle hinsichtlich bestimmter Standards
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CONTIGO Daten & Fakten

Das CONTIGO-Team

 

Die CONTIGO Gruppe ist eine der führenden Organisationen des Fairen Handels in Deutschland.

 

Gesellschafter und Geschäftsführer

Gesellschafter: CONTIGO Beteiligungs GmbH (100%)

Geschäftsführer: Ingo Herbst und Ralph Wüstefeld

 

Produkte

  • Nonfood: 70%
  • Food: 20%
  • Sonstiges: 10% (z.B. Zubehör, Karten, Kalender)

 

Standort

Göttingen, Niedersachsen, Deutschland

 

Gründung 01. Juli 1994

 

Geschichte

  • Bis 1993: Ingo Herbst ist Geschäftsführer der GEPA
  • 1. Juli 1994: Gründung des ersten CONTIGO Fairtrade Shops in Göttingen/Niedersachsen durch Monika und Ingo Herbst
  • 1996: Beginn der eigenen Import- und Großhandelsaktivitäten
  • 1999: Ausweitung des Vertriebs an deutsche Weltläden, Einsatz des Internets als Bestell- und Informationsmedium, Registrierung durch „ATO-TÜV“ des Weltladen-Dachverbands
  • 2003: Umzug der Zentrale in neues modernes Gebäude im Göttinger Gewerbegebiet
  • 2004: Ausweitung des Vertriebs auf europäische Weltläden wie Österreich, Luxemburg, Zertifizierung durch die „ARGE“, Dachverband der österreichischen Weltläden
  • 2008: Erweiterung der Geschäftsführung: Ralph Wüstefeld wird neben Ingo Herbst als weiterer Geschäftsführer berufen
  • 2009: Beginn der planmäßigen Expansion
  • 2010: Aufstockung des CONTIGO Teams
  • 2011/2012: Veröffentlichung der CONTIGO Fair Trade Datenbank
  • 2012: Verabschiedung des CONTIGO Leitbildes
  • 2014: 20-jähriges Jubiläum
  • 2017: Modernisierung des Onlineshops
  • 2019: 25-jähriges Jubiläum

Mitarbeiter der Zentrale

34 Mitarbeiter/innen – Stand 2019

Die CONTIGO Gruppe

  1. CONTIGO Beteiligungs GmbH (Finanzierung, Anlegerbetreuung, Holding)
  2. CONTIGO Fairtrade GmbH (Ausbau und Pflege der Beziehungen zu Produzentzen, Import, Logistik, Distribution, Ausbildung, Fortbildung)
  3. CONTIGO Fairtrade Support GmbH (Finanzierung und Unterstützung des Wiederaufbaus des Produzenten Kapula Candles in Südafrika)
  4. CONTIGO e. V. (gemeinnützig): Verein zur Unterstützung von in Not geratenen Produzenten, außerhalb der Handelstätigkeit
  5. CONTIGO Fairtrade Shops:
  • Aachen
  • Bad Homburg
  • Bonn
  • Braunschweig
  • Bremen
  • Dresden
  • Erfurt
  • Erlangen
  • Flensburg
  • Göttingen
  • Hannover
  • Jena
  • Koblenz
  • Konstanz
  • Leipzig
  • Lüneburg
  • Mainz
  • Marburg
  • Oldenburg
  • Osnabrück
  • Paderborn
  • Saarbrücken
  • Tübingen
  • Wiesbaden

 

Kunden und Vertriebswege

  • CONTIGO Fairtrade Shops (über gemeinsames Warenwirtschaftssystem im Intranet)
  • Weltläden in Europa (über Internet/Webshop)
  • Fachgeschäfte (über Internet/Webshop)
  • Schlüsselkunden (über Direktkontakt)
  • Private Kunden (über Internet/Webshop)
  • Befreundete europäische Importorganisationen

 

Umsatz und Stammkapital

  • Stammkapital : € 140.000
  • Umsatz 2005 : € 2,1 Mio.
  • Umsatz 2006 : € 2,5 Mio.
  • Umsatz 2007 : € 2,8 Mio.
  • Umsatz 2008 : € 3,1 Mio.
  • Umsatz 2009 : € 3,7 Mio.
  • Umsatz 2010 : € 3,6 Mio.
  • Umsatz 2011 : € 4,3 Mio.
  • Umsatz 2012 : € 4,6 Mio.
  • Umsatz 2013 : € 6,7 Mio. (nach Konsolidierung)
  • Umsatz 2014 : € 7,4 Mio.
  • Umsatz 2015 : € 8,0 Mio.
  • Umsatz 2016: € 8,7 Mio.
  • Umsatz 2017: € 9,1 Mio.
  • Umsatz 2018: € 10,036 Mio.

 

Mitgliedschaft und Akkreditierungen

  • Anerkannter Lieferant der deutschen Weltläden durch den Weltladen Dachverband
  • Registrierter Lieferant bei der ARGE Österreich (Arbeitsgemeinschaft der österreichischen Weltläden)
  • Zertifiziert von Öko-Kontrollstelle „Gesellschaft für Ressourcenschutz“ (GfRS)

 

 

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COMVAL (ehemals Exportexa)

Exportexa Team

Kurzporträt von CONTIGOs Partner COMVAL (ehemals Exportexa)

Produkte

Hängematten und -sitze sowie Kissenhüllen aus Baumwolle und Polyester

Standort

Kolumbien nach Europa (Quelle: Google Earth)

Barranquilla, Kolumbien (ca. 1.000 km nördlich von Bogotá, direkt am Karibischen Meer) – Entfernung von Europa: 8.500km

Gründungsjahr 2004

Geschichte

  • 2004: Gründung von Exportexa (später COMVAL) mit drei Angestellten, Handelsunternehmen für Garne auf dem einheimischen Markt und den karibischen Inseln; damalige Kunden sind ortsansässige Handwerker, die Tischwaren und Hängematten in Handarbeit herstellen
  • 2006: Übernahme des Vertriebs und Export dieser Textilwaren, Ausweitung des Sortiments um weitere Heimtextilien
  • 2008: Anschaffung eigener Maschinenwebstühle und Aufbau der Produktion von Hängemöbeln, Mitarbeiterzahl steigt um 10 Personen
  • Bis 2018: Anpassung und Vergrößerung des Produktionsbetriebs
  • 2018: Zusammenlegung der beiden Produktionshallen, Kauf neuer Webstühle, Überholung der alten Fertigungsanlagen im Betrieb
  • 2019: Ausweiten des Heimtextilsortiments für Hotels, Gastronomie. In Folge: Umstrukturierung des Unternehmens
  • Ende 2019: Ausgliederung der Hängemattensparte an das Tochterunternehmen COMVAL, Heimtextilsortimente weiterhin bei Exportexa

Zusammenarbeit mit CONTIGO seit 2017

Unternehmensstruktur

Anzahl der Mitarbeiter:

  • Geschäftsführerin: Zaide Salebe, ebenfalls zuständig für: Akquise neuer und Betreuung bestehender Kunden, Koordination zwischen Bestellungseingang und Produktion, Export fertiger Aufträge
  • 38 Mitarbeiter (17 Frauen, 21 Männer)
    • 32 Mitarbeiter/innen in der Produktion beschäftigt
  • Bei Groß- und Sonderaufträgen werden zusätzliche Arbeiter/innen beschäftigt

Arbeitsorganisation:  

  • Produktion der Hängematten, Hängesitze und anderen (Heim-) Textilien:
    • 1. Produktionsschritt: Weben der Stoffe:
      • An Spinnmaschinen wird das Garn zur gewünschten Stärke verzwirbelt
      • Die Kette wird nach definiertem Design von Hand aufgefädelt (durch spezielle Lochführung, Dauer: ca 4-6 Stunden)
      • Maschineller Webprozess zu festen Stoffbahnen, die anschließend zu Ballen gewickelt, zur zweiten Fertigungshalle transportiert werden
    • 2. Produktionsschritt: Fertigstellung der Hängemöbel in Handarbeit
      • Qualitätskontrolle und Zuschnitt der angelieferten Stoffballen zu Hängematten,  Hängesitzen usw.
      • Je nach Bestellung: Verzwirbeln der losen Kettenfäden zu „cadejos“ (gedrehte Zöpfe als Verbindung zwischen Hängemattenstoff und Aufhängeschnüren)
      • Knüpfen und Anbringung der Aufhängung durch männliche Mitarbeiter an Gestellen
      • Erneute Qualitätskontrolle und Verpackung
  • Verwendete Materialien
    • Polycotton: Gemisch aus recycelten Baumwollfasern (75%) und Polyester (25%). Die Baumwollfasern stammen aus Reststoffen der Bekleidungsindustrie
    • Das Holz der Stäbe stammt von regionalen Plantagen und wird unter Konzession der Regierung geschlagen. Die Plantagen werden nach strengen Kriterien mit einem Wiederaufforstungszertifikat ausgezeichnet

Vertrieb

  • 55% Export (Frankreich, Spanien, Deutschland, Großbritannien, Japan, Martinique, Kanada)
  • 45% Inland, überwiegend an Touristen

Ziele

  • Suche nach einem Kooperationsunternehmen in Übersee zur Stärkung der Exportsortimente. Ziel: Anschaffung leistungsfähiger Webstühle für neue Webmaße und Stoffdesigns in Jaquardtechnik
  • Wo es möglich ist: Umstellung auf umweltschonende Materialien

Besonderheiten

Darum arbeitet CONTIGO mit COMVAL: Ein engagiert geführtes Familienunternehmen mit viel Herz für seine Mitarbeiter und für traditionelle Handwerkskunst. Die Produkte des Pioniers für Hängemöbel aus recycelter Baumwolle bestechen durch einmalige Designs und Qualität.

 

Einstufung des Fairtrade Handelspartners

FTA = Fairtrade Approved (Anerkannter Fairtrade Handelspartner)

 

Fairtrade Aspekte

COMVAL verpflichtet sich, folgende Fairtrade Richtlinien einzuhalten:

Ausschluss von Kinderarbeit

Ausschluss von Diskriminierung

Keine Diskriminierung gegenüber Frauen, Menschen mit Behinderungen, Religionszugehörigkeiten, ethnischen Minderheiten, bestimmten sexuellen Orientierungen, politischen Zugehörigkeiten, HIV-Erkrankten

Angemessene Bezahlung

  • Gesetzlicher Mindestlohn: COP 980.657 / Monat (COP= Kolumbianischer Peso), inkl. Transportpauschale, entspricht ca. US$ 240 (Wechselkurs, Stand April 2020)
  • Durchschnittlicher Lohn bei COMVAL: überdurchschnittlich
    • Ungelernte Arbeiter: US$ 270-300/Monat
    • Angelernte Arbeiter: US$ 350 – 1.000/Monat, abhängig von der Tätigkeit
    • Jährliche Anhebung aller Löhne um die prozentuale Steigerung des gesetzlichen Mindestlohns (2019: 4% / 2020: 6%)
  • Alle Mitarbeiter erhalten ein Festgehalt
  • Auszahlung des Gehalts 14-tägig in bar oder per Banküberweisung
  • COMVAL leistet für seine festangestellten Mitarbeiter/innen die gesetzlich vorgeschriebenen Vergütungen:
    • Zahlung des 13. Monatsgehalts  („cesantía“): dieser wird Anfang des Jahres direkt in einen staatlichen Pensionsfond eingezahlt, der/die Mitarbeiter/in erhält die Zinsen (12%) ausgezahlt
    • Zahlung des 14. Gehalts / Urlaubsbonus („prima de servicios“)
    • Anfahrt zur Arbeitsstätte wird bezahlt
    • Überstunden werden nach gesetzlichen Vorschriften vergütet, sowie wird ein kostenfreies Essen gestellt

Menschenwürdige Arbeitsbedingungen

Arbeitszeit:

  • 8 Stunden/Tag (bei Großaufträgen auch 10 Stunden)
  • 3 Pausen für Frühstück, Mittagessen und Nachmittagssnack
  • 5 Tage/Woche (bei Großaufträgen auch 6 Tage)

Soziale Leistungen: 

Für alle festangestellten Mitarbeiter/innen zahlt COMVAL in folgende gesetzliche Versicherungen ein:

  • Krankenversicherung: Arbeitgeber zahlt 8,5% , Arbeitnehmer zahlt 4% vom monatlichen Bruttolohn ein
  • Rentenversicherung: Arbeitgeber zahlt 12% , Arbeitnehmer zahlt 4% vom monatlichen Bruttolohn ein
  • Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, bei Unfällen und während des Mutterschutzes entsprechend der gesetzlichen Regelungen
  • Bezahlter Urlaub (20 gesetzliche und religiöse Feiertage, plus 15 Tage Erholungsurlaub)
  • Für alle Mitarbeiter/innen zahlt COMVAL in die Unfallversicherung ein
  • COMVAL zahlt auf den Gesamtbetrag seiner Gehaltskosten die verpflichtenden Sozialabgaben an diverse Familienerholungswerke (Cajas de Compensación Familiar)

Arbeitssicherheit:

  • Alle Sicherheitsstandards werden erfüllt
  • Arbeits- und Sicherheitskleidung wird gestellt

Transparenz

  • Arbeitsverträge sind vorhanden
  • Ordnungsgemäße Lohnbuchhaltung ist vorhanden
  • SAR liegt vor

 

Monitoring

  • Persönliche Besuche in Barranquilla (2017)

 

Länderinformation

Informationen über Kolumbien

 

Fotos

Besuch bei Exportexa (später COMVAL) 2017

   

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Partner Non-Food

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Afrika – Europa

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Südamerika – Europa

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Asien – Europa

AFRIKA AMERIKA ASIEN
Afrikiko / Kenia Allpa / Peru Artisan Well / Indien
All Women Recycling / Südafrika Calypso / Chile Arum Dalu Mekar / Indonesien
Almeerath / Ägypten COMVAL (ehemals Exportexa) / Kolumbien Atelier Lila (ehemals Lila Craft) / Indien
Asango / Kenia Dekomadera / Kolumbien Craft Beauty / Vietnam
Chako / Insel Sansibar, Tansania Doña Rosa / Kolumbien Creative Designs / Indien
Glass Style / Ägypten Exporsal / El Salvador Dhakhwa / Nepal
Kapula / Südafrika Isaac / Brasilien Dhanabadee / Thailand
Mambu / Südafrika Montezuma / Kolumbien Eco Tasar / Indien
SPB UNI Commerz Ltd. / Ghana Sapia Fair Trading Partner / Kolumbien Feather Touch / Indien
Végétaux d’Ailleurs / Senegal Gautam Handicrafts / Nepal
Woza Moya / Südafrika HaLinh / Vietnam
Judith Lorna / Philippinen
KILUS / Philippinen
Manila Welcome / Philippinen
Manjeen / Indien
MESH / Indien
Nook Nook / Thailand
Papital / Iran
Sadaan / Indien
Santir Silpa / Indien
Seet Kamal / Indien
Shine Accessorize / Philippinen
Shirbandi / Nepal
Toucan Krafte / Indien
Umed Singh / Indien
Veva / Thailand
Victori / Philippinen
Vinayak / Indien

 

 

 

By Janina Lange on |

Afrikiko

Besuch bei Afrikiko 2008

Kurzporträt von CONTIGOs Partner Afrikiko

Produkte

Aus Speckstein

Standort

Tabaka (ca. 30 km südwestlich von Kisii-Stadt, im gleichnamigen County), Kenia – Entfernung von Europa: 6.000km

Tabaka nach Göttingen (Quelle: Google Earth)

Tabaka nach Göttingen (Quelle: Google Earth)

Gründungsjahr 1996

Geschichte

  • 1994/1995: GTZ–Mitarbeiter (heute GIZ) entdeckt das künstlerische Potential des kenianischen Specksteinhandwerks. Er bittet Muriuki Njeru (Informatiker) um seine Unterstützung bei der Einführung dieser Produkte auf dem deutschen Markt
  • 1995: Gründung von Afrikiko durch Muriuki Njeru mit Firmensitz in Berlin, erste Messeauftritte
  • 1995: CONTIGO lernt Afrikiko kennen und ist damit der erste Kunde des neu gegründeten Unternehmens
  • 1996: Afrikiko beginnt seine Arbeit in Tabaka, Kisiiregion, mit sechs Familien in der Specksteinproduktion (22 Personen sind eingebunden)
  • 1996-1997: Strukturaufbau durch Muriuki vor Ort, Einstellung eines Managers, Einstellung von drei Mustermachern (Daniel, Shem, Moses)
  • 1995-2003: Schleppende wirtschaftliche Entwicklung
  • 2002: Muriukis Frau Dagmar beendet ihre Tätigkeit als Sozialpädagogin und übernimmt die Verkaufsleitung bei Afrikiko
  • Ab 2003: Schwerpunktsetzung auf innovative Designs, verbesserte Produktqualität, neue Farben und Formen. Das von Dagmar Schwarz entwickelte Specksteinherz wird ein internationaler Erfolg
  • Ab 2004: Gewinnung neuer Kunden, Eintreffen großer Bestellungen
  • 2005/2006: Das Specksteinhandwerk in Tabaka boomt durch die große internationale Nachfrage. Wachsende Konkurrenz, erfolgreiche Produkte von Afrikiko werden von anderen Unternehmen in Tabaka kopiert
  • 2006/2007: Muriuki verlagert Lebensmittelpunkt nach Kenia, weitere Umstrukturierung des Unternehmens, Einstellung einer eigenen Designerin
  • 2. Hälfte 2007: Dramatische politische Unruhen in Kenia, vor allem in der Region Kisii. Ausfälle in der Produktion, wirtschaftlicher Einbruch
  • Ab Mitte 2008: Stabilisierung der politischen Lage.  Greta Herbst (CONTIGO, Designerin) besucht Afrikiko in Kenia, einen Monat Workshop mit den Designern vor Ort zur Entwicklung neuer Produktlinien
  • 2009: Aufschwung bei Afrikiko, große internationale Aufträge. Afrikiko firmiert den für die Produktion zuständigen Betriebsteil in Kenia um in Tarazo
  • 2009 Tarazo wird Mitglied bei KEFAT (= Kenyan Federation for Alternative Trade)
  • 2010: Auflösen der Zweigstelle in Nairobi. Alle Abläufe (Administration, Produktion und Versand) werden in Tabaka zusammengeführt
  • Ab 2010: Verstärktes Einarbeiten von Frauen in traditionellen Männertätigkeiten (Färben, Gravieren, Meißeln)
  • 2014: Verlegen der Steinmetzarbeiten direkt zu den unterschiedlichen Steinvorkommen. Errichten von zentralen Unterständen für die folgenden Produktionsschritte. Bessere Kontrolle aller Schritte
  • 2017: Das feste Team in Tabaka und Nairobi wächst auf 26 Personen an
  • 2020: 35 Festangestellte und ganzjährige Arbeit für 500 Handwerker/innen

Zusammenarbeit mit CONTIGO seit 1996

Unternehmensstruktur

Anzahl der Mitarbeiter/innen:

  • 35 Festangestellte in Tabaka und 1 Festangestellte in Nairobi
    • Betriebsleitung: Geschäftsführung Muriuki Njeru, Produktionsleiter Khaemba Evans, Buchhaltung Elijah Kanyuki, Managerin und Qualitätskontrolle Alice Wangui Gichuki
    • Zentrale Arbeitsbereiche: Verwaltung, Qualitätskontrolle, Produktionsmanagement, Produktentwicklung, Lagerung, Versand, Export, Supervision
    • Einstellungsvoraussetzung: höherer Schulabschluss oder Bachelor
    • Festgehälter
  • Ganzjährige Zusammenarbeit mit bis zu 500 Handwerker/innen in Tabaka, aufgeteilt in:
    • 120-150 Schnitzer (darunter eine Frau)
    • 140 Handwerker in den Bereichen Waschen und Schmirgeln (3 Männer, 137 Frauen)
    • 80 Färber (32 Männer, 48 Frauen)
    • 60 Graveure (56 Männer, 4 Frauen)
    • Stücklohnabrechnung
  • Zusammenarbeit mit 8 externen, selbstständigen Werkstätten
    • Für Specksteinprodukte (4)
    • Für Holzprodukte (4)
    • Ausgewählte Produkte, Qualitätskontrolle bei Afrikiko in Tabaka
    • Stücklohnabrechnung

Arbeitsorganisation:

  • Gründliche Ausbildung der Handwerkerteams vor Zuteilung eines Auftrags
  • Afrikiko stellt Rohmaterialien, Werkzeug und Zubehör
  • Täglicher Kontakt der Supervisoren zu den Handwerksgruppen
  • Anlieferung der fertigen Schnitzarbeiten durch die Sprecher der Handwerkergruppen (8 Gruppen) zur Qualitätskontrolle. Abnahme oder Nacharbeit, wenn erforderlich
  • Regelmäßige Absprachen der verschiedenen Supervisoren zu den Fortschritten laufender Aufträge

Arbeitsstätten:Afrikiko_Waschen

  • Hauptgebäude mit Büros für Verwaltung, Ausbildung neuer Handwerker/innen, Produktentwicklung, Lager, verpacken
  • Offene Werkstätten (Unterstände) in der Nähe des Hauptgebäudes für alle Arbeitsschritte nach Herausarbeiten der Rohformen: feine Schnitzarbeiten, Waschen, Schmirgeln, Färben, Gravieren
    • Überwiegend Gruppenarbeiten, Spezialisierung auf einen Arbeitsschritt. Teams finden sich eigenständig zusammen, bestimmen eine/n Gruppensprecher/in
    • Jede Station hat eine Aufsichtsperson (Kontrollperson), die jedes einzelne Produkt prüft, bevor es zur nächsten Station geht
    • Verdienst in den Gruppen: Stücklohn (siehe unten „Faire Bezahlung“)

Produktionsablauf:

  1. Schnitzen der Grobformen in der Nähe der Steinvorkommen im Umland von Tabaka: überwiegend Männer (und eine Frau), höhere Bezahlung, da körperlich sehr anstrengend
  2. Kontrolle und Transport zu Afrikiko
  3. Nacharbeiten der Grobformen, feine Schnitzarbeiten
  4. Waschen und Schmirgeln (mit Schleifpapieren) in mehreren Durchgängen. Sehr sorgfältige Ausführung für den späteren Farbeauftrag nötig
  5. Sonnentrocknung
  6. Farbauftrag (Textilfarben)
  7. Designen der Endprodukte: Gravieren von Mustern, Wörtern, Motiven
  8. Polieren der Oberflächen mit Wachs

Die Handwerker suchen sich aus, ob sie in den zentralen Teams oder von zu Hause aus arbeiten. Mütter mit kleinen Kindern bevorzugen die Arbeit von zu Hause aus.

Vertrieb

  • 100% Export (Deutschland, USA, Italien, Großbritannien, Griechenland, Kolumbien, Finnland, Norwegen, Australien, Schweiz, Neuseeland)

Ziele

  • Eröffnung eines Sozialzentrums mit folgenden Aktivitäten:
    • Kinderbetreuung an den Nachmittagen
    • Hausaufgabenraum
    • Computerunterstütztes Lernen
    • Kinderbücherei
  • Entstehung weiterer Unterstände, um Mitarbeiter/innen vor Sonne und Regen zu schützen

Besonderheiten

  • Afrikiko legt großen Wert auf die private Fürsorge in den Familien, Übernahme der kompletten Krankenversicherungskosten für Angestellte; kostenlose Basisversorgung im örtlichen Krankenhaus für Handwerker: Afrikiko ermutigt alle, diese Möglichkeit auch zu nutzen
  • Afrikiko kann allen Handwerker/innen eine ganzjährige Beschäftigung bieten
  • Überdurchschnittlich hohe Stücklöhne im Specksteinhandwerk
  • Stärkung der Frauen bei Afrikiko durch Arbeit in besonderen Verantwortungsbereichen (Qualitätskontrolle), Vergabe von Führungspositionen, Ausbildung in bislang männerdominierten Arbeitsbereichen (Gravieren)

Darum arbeitet CONTIGO mit Afrikiko: Bei Afrikiko ist ein großer Zusammenhalt und viel Stolz auf das Unternehmen spürbar. Management und Mitarbeiter/innen arbeiten sehr kollegial zusammen. Das Team hat einen hohen Grad an Selbstorganisation, dennoch gibt es eine klare Führung. Die Mitarbeiter/innen betonen immer wieder, wie glücklich sie sich schätzen, in diesem Unternehmen arbeiten zu können.

 

Einstufung des Fairtrade Handelspartners

FTA PLUS = Fairtrade Approved PLUS (Anerkannter Fairtrade Handelspartner)

 

Fairtrade Aspekte

Monika Herbst (CONTIGO) zu Besuch bei Afrikiko 2008

Afrikiko verpflichtet sich, folgende Fairtrade Richtlinien einzuhalten:

Ausschluss von Kinderarbeit

Ausschluss von Diskriminierung

Keine Diskriminierung gegenüber Frauen, Menschen mit Behinderungen, Religionszugehörigkeiten, ethnischen Minderheiten, bestimmten sexuellen Orientierungen, politischen Zugehörigkeiten, HIV-Erkrankten

Bei Afrikiko arbeiten die unterschiedlichen Volksgruppen Kenias zusammen: Luo, Kisii, Kikuju

Angemessene Bezahlung

  • Durchschnittslohn für Branche/Region: keine Information für 2017/2018 verfügbar
  • Entlohnungssystem bei Afrikiko:
    • Festangestellte Mitarbeiter/innen erhalten monatliches Festgehalt
      • Verpackungsgehilfen, Reinigungspersonal: KSH 7.900/Monat
      • Größter Teil der Angestellten erhält im Schnitt KSH 18.000/Monat
      • Führungskräfte: KSH 25.000 – KSH 49.000/Monat, je nach Verantwortungsgebiet
    • Handwerker/innen werden pro Stück bezahlt
      • Dieser Stücklohn ist abhängig vom Zeitaufwand und Schwierigkeitsgrad und wird vorher gemeinsam ausgehandelt und vereinbart
      • Bonuszahlung am Ende des Monats bei guter Arbeit: 9% des Auftragswertes wird als Bonus an das Team ausgezahlt
  • Monatliche Lohnzahlung per Überweisung, alle Angestellten und Handwerker/innen haben ein eigenes Konto
  • Alle Beschäftigten (Angestellte, Handwerker, Zulieferer) erhalten am Jahresende eine Gewinnbeteiligung (wird umsatzabhängig ermittelt)
  • Festangestellte Mitarbeiter/innen erhalten zudem:
    • Bei Überstunden: Erhöhung des Gehaltes um 30%
    • Urlaubsgeld (1 Monatsgehalt)

Menschenwürdige Arbeitsbedingungen

Arbeitszeit:

  • 8 Stunden/Tag
  • 2 Pausen (Frühstück, Mittag)
  • 6 Tage/Woche

Soziale Leistungen:

Afrikiko_Polieren

Für die festangestellten Mitarbeiter/innen gilt:

  • Abschluss einer Krankenversicherung (Afrikiko übernimmt beide Anteile für Arbeitgeber und Arbeitnehmer)
  • Lohnfortzahlung im Krankheitsfall
  • Bezahlter Urlaub (26 Tage)
  • Zieht ein/e Mitarbeiter/in nach Tabaka, zahlt Afrikiko den Umzug
  • Wohn- und Schlafmöglichkeiten werden zur Verfügung gestellt (aktuell für 5 Mitarbeiterinnen, die von außerhalb Tabakas kommen)

Für Festangestellte, sowie für Handwerker/innen auf Stücklohnbasis gilt:

  • Finanzielle Unterstützung (in Form von zinslosen Darlehen)
    • Bei der Schulbildung für die Mitarbeiterkinder
    • Bei besonderen Familienereignissen (Beerdigung, längere Krankheitsphasen, Operationen)
    • Besondere Notfälle – nicht rückzahlbare finanzielle Unterstützung
  • Teambuilding Maßnahmen: 1x jährlich findet eine große Feier für alle Mitarbeiter/innen bei Afrikiko statt. Afrikiko hat außerdem eine eigene Fußballmannschaft

Bildungsangebote:

  • Erste Hife Kurse
  • Kontinuierliche Schulung in allen Arbeitsbereichen des Handwerks
  • Alle neuen Mitarbeiter/innen erhalten ein intensives Einarbeitungstraining

Arbeitssicherheit:

  • Arbeitskleidung und Schutzausrüstung (z.B. Schutzhandschuhe, Mundschutz) wird von Afrikiko gestellt

Transparenz

  • Arbeitsverträge sind vorhanden
  • Ordnungsgemäße Lohnbuchhaltung ist vorhanden
  • SAR liegt vor

 

Monitoring

  • Durch persönliche Besuche in Tabaka (2008, 2017)
  • Überprüfungsgespräche während mehrerer Besuche in Deutschland
  • Mitglied bei:
    • Kenyan Federation for Alternative Trade (KEFAT)

 

Reiseberichte

Besuch 2008

Persönlicher Eindruck:

Ein Highlight unseres Aufenthalts in Kenia ist der Besuch in Tabaka. Sofort ist sichtbar, dass der Ort vom Speckstein lebt. In offenen Unterständen, vor und hinter den Häusern wird geschnitzt, geschmirgelt und gemalt. Wir werden im Office von Jonathan, dem Manager, empfangen. Es besteht ein großes Interesse an unserer Arbeit in Deutschland und der Idee des Fairen Handels. Unser Besuch gilt dann vor allem den einzelnen Werkstätten. Wir treffen auf ausgesprochen selbstbewusste Frauen und Männer. Alle Arbeitsschritte werden uns genau erklärt und vorgeführt. Wir sind beeindruckt von den Techniken, der Kunstfertigkeit und der Herzlichkeit der Menschen. Unaufgefordert wird immer wieder die Zusammenarbeit mit AFRIKIKO gelobt, die Zuverlässigkeit, die Kontinuität der Aufträge, die gesicherte Lebensgrundlage.

Wir erleben die Organisationsstruktur in Tabaka als ein vorbildliches System, Unternehmertum, Qualitätsmanagement und soziale Verantwortung miteinander zu verbinden. Ein Ansatz für Entwicklung, bei dem der eigenverantwortliche Mensch im Mittelpunkt steht.

 

Informationen/Texte

Ursprungswissen Afrikiko (Stand 02/2018)

 

Länderinformation

Informationen über Kenia

 

Fotos

Besuch bei Afrikiko 2017

Afrikiko_Waschen_2 Afrikiko_Steinabbau Afrikiko_Schnitzer Afrikiko_Grobschnitz Afrikiko_Gravur Afrikiko_Feinschnitzen         

Bilder aus 2008

By Janina Lange on 21. April 2020 |

All Women Recycling

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All Women Recycling – Team

 

Kurzporträt von CONTIGOs Partner All Women Recycling

Kapstadt nach Göttingen (Quelle: Google Earth)

Produkte

KLIKETYKLIKBOX  (genannt: Klikboxen), Geschenkboxen aus recycelten Plastikflaschen

Standort

Kapstadt, Hauptstadt der Provinz West Kap, Südafrika – Entfernung von Europa: 9.500km

Gründungsjahr 2009

Geschichte

  • Lynn Worsley wird 1953 geboren und wächst zunächst in England auf, bis sie mit ihren Eltern nach Südafrika auswandert. Dort beginnt sie eine Karriere im Theater, Fernsehen und im Radio. Nach ihrer Heirat 1977 zieht sie wieder nach England
  • 1984: Erneuter Umzug nach Südafrika. Nach ihrer Scheidung eröffnet sie ein Geschäft für Baby-Hygieneprodukte. Danach wird sie als Betriebsleiterin in einer Modefirma tätig
  • 2008: Ihr großes Interesse an Upcycling und nachhaltigen Produkten führte zu der Idee, sich in diesem Bereich selbständig zu machen und arbeitslose Frauen aus den Townships zu beschäftigen. Die Idee der KLIKETYKLIKBOX   (seit 2012 registrierter Markenname) wird geboren: Pet-Flaschen werden von Mülldeponien und kommunalen Müllsammlern aufgekauft und in trendige, umweltfreundliche Geschenkboxen verwandelt
  • 2009: Gründung von All Women Recycling mit 8 Frauen (viele alleinerziehende Mütter) aus den Townships Langa, Gugulethu, Khayelitsha, and Philippi
  • 2011: Verstärkte Netzwerk-Aktivitäten in Südafrika. All Women Recycling ist Teil eines Förderprogramms, das von FETOLA für ein finnisches „aid for trade“ Programm entwickelt wurde, auch auf dem heimischen Markt werden die Geschenkboxen beliebt
  • 2014: Gewinner des SEED Awards (internationale Auszeichnung für Betriebe und Initiativen mit nachhaltigen Unternehmenskonzepten), internationale Unterstützung aus Flandern (Belgien)
  • 2014: Umzug der Werkstatt an den heutigen Standort, bis dahin war die Werkstatt im Wohnhaus von Lynn untergebracht
  • 2016: Auszeichnung auf der Designmesse „Decorex Cape Town“, bester Stand mit nachhaltigen Produkten
  • 2016: All Women Recycling erhält weitere Auszeichnungen, unter anderem von einem Nachhaltigkeitsprogramm aus Australien
  • 2016 und 2017: All Women Recycling wird von der Handelskammer der Cape Chamber als bester Exporteur des Jahres nominiert
  • 2016: 500.000 Flaschen werden in diesem Jahr verarbeitet: damit konnten ca. 117.000 kg CO2 bei der Verbrennung auf Mülldeponien vermieden werden
  • 2017: Der belgische Ministerpräsident Geerts Bougeois besucht die Werkstatt von All Women Recycling
  • 2017: Weitere Kooperationen mit Geschäftsmodellen, die von Frauen initiiert wurden, Vielzahl von Netzwerkaktivitäten (z.B. das „Naked Baby Project“ – USA, GOGO Project – Südafrika)
  • 2019: Preisträger des Global Business Insight Award, Südafrika (Most innovative gift box manufacturer)
  • 2020: Modernisierung des Internetauftritts, Planungen zur Umstrukturierung des Unternehmens nach den neuen Richtlinien des BEE (= Black Economic Empowerment) Programms
    Besuch 2017

    Ingo und Monika Herbst zu Besuch (Dez. 2017)

Zusammenarbeit mit CONTIGO seit 2010

Unternehmensstruktur

Anzahl der Mitarbeiter:

  • 13 Mitarbeiterinnen, alle Vollzeit tätig (35-Stunden-Woche)
    • Eine Mitarbeiterin ist schon seit 10 Jahren bei All Women Recycling
    • Schwarze Immigrantinnen aus Eastern Cape/ Südafrika, aus dem Kongo, Tanzania und Malawi
  • Management
    • Lynn Worsley (Geschäftsführerin, Verkauf, Ausbildung, Produktentwicklung, Marketing, Trainings: Ernährung und Fitness)
    • Francine Wayi Wayi (Abteilungsleiterin: Supervision der Produktion)
    • Ilhaam (Produktionsleiterin und Stellvertreterin von Lynn, zuständig für Telefondienst und Computerarbeiten, Arbeitsorganisation, Materialbeschaffung, Personalwesen)
    • Cindy Magsun: Schneiderin

Arbeitsstätten:

  • Die zwei Werkstätten befinden sich in einem Gewerbekomplex im Industrial Village Retreat Kapstadt, in Nachbarschaft zu anderen Kleinstgewerbetreibenden, aufgeteilt in
    • Werkstatt 1: Büro, Produktion und Verpackung
    • Werkstatt 2: Schneiderei, Zuschnitt der Rohmaterialien
  • Jetziger Standort ist für Mitarbeiterinnen gut zu erreichen, da an öffentlichen Nahverkehr angebunden, Anreise aus den Townships mit Bahn und Sammeltaxis, lange Wege bis zu 2 Stunden

Ausstattung:

  • Werkstatt 1: Flachbau mit Büroraum, Produktions-, Pack- und Lagerraum, geräumige Werkstatt mit Teeküche, WC, alles Durchgangsräume
  • Werkstatt 2: Schneiderei, Lagerraum für Pet-Flaschen und Trockenraum für fertig beklebte Geschenkboxen, Arbeitsplatz von Asanti (Waschen, grober Zuschnitt der Flaschen, siehe unten „Arbeitsschritte“)
  • Verwendete Materialien:
    • Pet-Flaschen stammen von Müllsammlern, sowie als Spende von Unternehmen (im Rahmen ihres „social enterprise development program“), lokalen Schulen und Sozialbetrieben
    • Papierservietten

Arbeitsorganisation:

  • Tägliche Koordinierung der Aufgaben mit Management und Teamleiterinnen, einmal wöchentlich Versammlung mit allen Mitarbeiterinnen
  • Es gibt 4 Teams mit je 2 Mitarbeiterinnen, Arbeit in Tischgruppen, wechselnde Zusammensetzung, je nach Arbeitsbedarf
  • Jedes 2er Team kann ca. 30 Klikboxen pro Tag herstellen
  • Arbeitsschritte für Klikboxen:
    • Waschen und grobes Zuschneiden der Pet-Flaschen: Limoflaschen, Wasser- und Softtrinkflaschen
    • Bekleben der Grundform mit Papierservietten
    • Anbringung weiterer dekorativer Elemente
    • Lackieren und Trocknen
    • Zuschneiden der Endform
    • Endbearbeitung, Qualitätskontrolle und Verpacken

Vertrieb

  • 95% Export (Deutschland, Großbritannien, USA, Irland, Norwegen, Australien, Schweiz, Schweden, Niederlande, Canada, Neuseeland, Belgien, Österreich)
  • 5% Inland
    • Eigenes Ladengeschäft in Woodstock, Kapstadt
    • Lieferung an weitere Geschenkboutiquen, an Touristikunternehmen
    •  (fair gehandelte) Werbegeschenke an Firmen

Ziele

  • Entwicklung umweltschonender Produkte
  • Reduzieren von Plastikmüll
  • Unterstützung und Ausbildung für junge Frauen aus den Townships (viele von ihnen alleinstehende Mütter)
  • Schaffen von sicheren EinkommenAll Women Recycling_Werkstatt
  • Ausbilden von Umweltbewusstsein in den Familien
  • Schaffung von Arbeitsplätzen für Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen, z.B. Taubstummen, dazu Registrierung bei und Beratung mit der Südafrikanischen Behinderten Assoziation
  • Stärken der Persönlichkeitsentwicklung der Mitarbeiterinnen durch monatliche Treffen mit Frauen aus besonderen, wegweisenden Projekten
  • Entwicklung neuer Fertigkeiten (z.B. Nähen, Schmuckherstellung in Zusammenarbeit mit einer anderen südafrikanischen Werkstatt), neue Sortimente
  • Reorganisation der Betriebsstruktur, Frauen sollen Anteilseignerinnen und am Betriebsergebnis beteiligt werden, Ziel: Sparguthaben aufbauen, eigenen Hauskauf ermöglichen

Besonderheiten

  • Upcycling: vollständige Nutzung von alten Pet-Flaschen
    • Flaschenböden werden zu Upcyclingprodukten verarbeitet
    • Flaschenmittelteile werden zu Grußkarten und Sichthüllen (Namensschilder) für Messen und andere Veranstaltungen verarbeitet
    • Deckel werden geschreddert: Einkünfte hieraus werden zur Anschaffung von Rollstühlen für Behinderte verwendet oder an bedürftige Kinder weitergegeben
  • Förderung der Mitarbeiterinnen
    • Persönlichkeitsentwicklung, Selbstvertrauen stärken, selbstbewusstes Auftreten, Ausdrucksfähigkeit trainieren
    • Finanzielle Eigenständigkeit (eigenes Bankkonto)
    • Sparen, um Eigentum erwerben zu können
    • Angebote an Mitarbeiterinnen (siehe unten „Bildungsangebote“)

Darum arbeitet CONTIGO mit All Women Recycling: Geniale Idee, geniales Produkt, harmonische, saubere und entspannte Arbeitsbedingungen. Gelungene Verbindung von Armutsbekämpfung, Frauenförderung und Upcycling zum Schutz der Umwelt.

 

Einstufung des Fairtrade Handelspartners

FTA PLUS = Fairtrade Approved PLUS (Anerkannter Fairtrade Handelspartner)

 

Fairtrade Aspekte

All Women Recycling verpflichtet sich, folgende Fairtrade Richtlinien einzuhalten:

Ausschluss von Kinderarbeit

Ausschluss von Diskriminierung

Keine Diskriminierung gegenüber Frauen, Menschen mit Behinderungen, Religionszugehörigkeiten, ethnischen Minderheiten, bestimmten sexuellen Orientierungen, politisTeamfoto3chen Zugehörigkeiten, HIV-Erkrankten

Angemessene Bezahlung

  • Gesetzlicher südafrikanischer Mindestlohn (seit Januar 2019): ZAR 3.500/Monat, bei einer Vollzeit-Tätigkeit mit 40-Stunden-Woche (ZAR = Südafrikanischer Rand)
  • Bei All Women Recycling:
    • Frauen arbeiten wegen der langen Anfahrt zur Arbeit nur 7 Stunden/Tag und 35 Stunden/Woche
    • Anfängerinnen / Beschäftigte in der Anlernphase erhalten ZAR 140/Tag
    • Geübte Handwerkerinnen erhalten bis zu ZAR 200/Tag
  • Alle Frauen erhalten feste Gehälter (auf Tageslohn-Basis, keine Stücklöhne)
  • Lohnzahlung wird wöchentlich auf eigene Konten der Mitarbeiterinnen überwiesen (zwei Mitarbeiterinnen können keine Bankkonten eröffnen und bekommen ihr Gehalt in bar ausgezahlt)
  • Jährliche Gehaltsanpassung um ca. 10%, oder bei Übernahme größerer Verantwortung

Menschenwürdige Arbeitsbedingungen

Arbeitszeit:

  • 7 Stunden/Tag (9:00 – 16:00 Uhr, lange Anreisezeiten zu den Townships der Mitarbeiterinnen, daher früher Arbeitsschluss)
  • Reguläre Pausen mit kostenlosen Getränken (Tee und Kaffee), Mittagessen bringt jede Mitarbeiterin selber mit. Für den Fall, dass Mittagessen vergessen wird, stehen kostenlos Brot und Aufschnitt zur Verfügung
  • 5 Tage/Woche

Soziale Leistungen:

Zuschnitt_Trocknen

  • Bezahlter Urlaub (3 Wochen Sommerferien, vom 22.12. bis Mitte Januar)
  • Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, bei Unfällen und während des Mutterschutzes entsprechend der gesetzlichen Regelungen
  • Beiträge zur gesetzlichen Arbeitslosenversicherung UIF (= Unemployment Insurance Fund): Arbeitgeber und Arbeitnehmer zahlen jeweils 1% vom Bruttomonatslohn ein
  • Vergabe von Darlehen, z.B. bei familiären Notfällen (Darlehen wird später mit Gehalt verrechnet und zurückgezahlt)

Bildungsangebote:

  • Schulung der verschiedenen Arbeitsschritte, vielseitig einsetzbar
  • Angebot verschiedener Kurse durch Externe:
    • HIV-Aufklärungs-Kurse
    • Kurse in Gesundheit, Ernährung, Hygiene und Wohlbefinden
    • Selbstverteidigung
  • Einführen von Wohlfühltagen mit Massage oder anderen Verwöhnaktionen
  • All Women Recycling ermutigt die Frauen, sich selbstständig zu machen:
    Cindy beim Nähen

    Cindy beim Nähen

    • Lynn unterstützt sie dabei in betriebswirtschaftlichen und organisatorischen Dingen (z.B. Businessplan erstellen, Preiskalkulation)
    • aktuell sind 3 Mitarbeiterinnen nebenbei damit beschäftigt, ein Geschäft zu eröffnen
    • bislang konnten sich 27 ehemalige Mitarbeiterinnen mit Start-up-Unternehmen selbstständig machen

Arbeitssicherheit:

  • Arbeitskleidung wird von Cindy (Schneiderin, seit 2016 dabei) selber genäht
  • Sicherheitskleidung (z.B. Handschuhe) wird gestellt
  • Schulung einer Mitarbeiterin zur Erste Hilfe Beauftragten
  • Alle Sicherheitsstandards werden erfüllt

Transparenz

  • Arbeitsverträge sind vorhanden
  • Ordnungsgemäße Lohnbuchhaltung ist vorhanden
  • Veröffentlichung der Jahresberichte
  • SAR liegt vor

Monitoring

  • Durch persönliche Besuche in Kapstadt (2010, 2011, 2012, 2017)

Informationen/Texte

Ursprungswissen (Stand 04/2020)

Lynn Worsley: Empowering, Upcycling and Creating (Juni 2016)

SEED Case Study: All Women Recycling – Empowering women in South Africa through plastic recycling (2014)

GREENHEROES (November 2011)

 

Länderinformation

Informationen über Südafrika

 

Fotos

Besuch von Lynn Worsley bei CONTIGO in Göttingen – August 2018

 

Bilder aus der alten Werkstatt:

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Video

By Janina Lange on |