Afrikiko

Besuch bei Afrikiko 2008

Kurzporträt von CONTIGOs Partner Afrikiko

Lieferkette

  • Handelspartner: Afrikiko, Kleinbetrieb, Privatunternehmen
  • Funktion: Produzent
  • Struktur: eigene Produktionsstätte, verbundene Produktionsgruppen
  • Handelsweg: Direktimport CONTIGO

Produkte

Aus Speckstein

Standort

Tabaka (ca. 30 km südwestlich von Kisii-Stadt, im gleichnamigen County), Kenia – Entfernung von Europa: 6.000km

Tabaka nach Göttingen (Quelle: Google Earth)

Tabaka nach Göttingen (Quelle: Google Earth)

Gründungsjahr 1996

Geschichte

  • 1994/1995: GTZ–Mitarbeiter (heute GIZ) entdeckt das künstlerische Potential des kenianischen Specksteinhandwerks. Er bittet Muriuki Njeru (Informatiker) um seine Unterstützung bei der Einführung dieser Produkte auf dem deutschen Markt
  • 1995: Gründung von Afrikiko durch Muriuki Njeru mit Firmensitz in Berlin, erste Messeauftritte
  • 1995: CONTIGO lernt Afrikiko kennen und ist damit der erste Kunde des neu gegründeten Unternehmens
  • 1996: Afrikiko beginnt seine Arbeit in Tabaka, Kisiiregion, mit sechs Familien in der Specksteinproduktion (22 Personen sind eingebunden)
  • 1996-1997: Strukturaufbau durch Muriuki vor Ort, Einstellung eines Managers, Einstellung von drei Mustermachern (Daniel, Shem, Moses)
  • 1995-2003: Schleppende wirtschaftliche Entwicklung
  • 2002: Muriukis Frau Dagmar beendet ihre Tätigkeit als Sozialpädagogin und übernimmt die Verkaufsleitung bei Afrikiko
  • Ab 2003: Schwerpunktsetzung auf innovative Designs, verbesserte Produktqualität, neue Farben und Formen. Das von Dagmar Schwarz entwickelte Specksteinherz wird ein internationaler Erfolg
  • Ab 2004: Gewinnung neuer Kunden, Eintreffen großer Bestellungen
  • 2005/2006: Das Specksteinhandwerk in Tabaka boomt durch die große internationale Nachfrage. Wachsende Konkurrenz, erfolgreiche Produkte von Afrikiko werden von anderen Unternehmen in Tabaka kopiert
  • 2006/2007: Muriuki verlagert Lebensmittelpunkt nach Kenia, weitere Umstrukturierung des Unternehmens, Einstellung einer eigenen Designerin
  • 2. Hälfte 2007: Dramatische politische Unruhen in Kenia, vor allem in der Region Kisii. Ausfälle in der Produktion, wirtschaftlicher Einbruch
  • Ab Mitte 2008: Stabilisierung der politischen Lage.  Greta Herbst (CONTIGO, Designerin) besucht Afrikiko in Kenia, einen Monat Workshop mit den Designern vor Ort zur Entwicklung neuer Produktlinien
  • 2009: Aufschwung bei Afrikiko, große internationale Aufträge. Afrikiko firmiert den für die Produktion zuständigen Betriebsteil in Kenia um in Tarazo
  • 2009 Tarazo wird Mitglied bei KEFAT (= Kenyan Federation for Alternative Trade)
  • 2010: Auflösen der Zweigstelle in Nairobi. Alle Abläufe (Administration, Produktion und Versand) werden in Tabaka zusammengeführt
  • Ab 2010: Verstärktes Einarbeiten von Frauen in traditionellen Männertätigkeiten (Färben, Gravieren, Meißeln)
  • 2014: Verlegen der Steinmetzarbeiten direkt zu den unterschiedlichen Steinvorkommen. Errichten von zentralen Unterständen für die folgenden Produktionsschritte. Bessere Kontrolle aller Schritte
  • 2017: Das feste Team in Tabaka und Nairobi wächst auf 26 Personen an
  • 2020:
    • März: schwierige Auftragslage, große Exportaufträge werden storniert oder zurückgehalten, ausstehende Zahlungen nicht geleistet. Alle 46 Angestellte werden dennoch ohne Gehaltseinbußen weiterbeschäftigt.
    • Mai bis Juli: Afrikiko ist der einzige Betrieb in Tabaka, der noch Beschäftigung bietet, Arbeit unter strengen Sicherheitsvorkehrungen. Die hohen Außenstände müssen mit privaten Rücklagen finanziert werden. Einführen der 5 Tage- statt 6 Tagewoche wegen der reduzierten Auftragslage.
    • Oktober: langsame Rückkehr der Exportkunden, dennoch insgesamt ein hoher Umsatzeinbruch im Vergleich zum Vorjahr.

Zusammenarbeit mit CONTIGO seit 1996

Darum arbeitet CONTIGO mit Afrikiko
Mit Afrikiko verbindet uns die längste Handelspartnerschaft unserer Firmengeschichte. Für beide Seiten war sie die allererste Erfahrung mit einer Containerbestellung. Heute ist Afrikiko wichtigster Arbeitgeber für die Specksteinhandwerker in Tabaka. Über die Jahre hat sich neben der geschäftlichen, eine freundschaftliche Beziehung gebildet. CONTIGO konnte in gegenseitigem Austausch zur Produktentwicklung beitragen und seit Beginn jährlich mindestens eine Großbestellung aufgeben. An Afrikiko schätzen wir die sozial-verantwortliche Arbeitsweise in Tabaka, die ständige Bereitschaft zur Optimierung der Arbeitsprozesse, die Ausrichtung auf Qualität und Innovation. Die Bereitschaft zu hoher Transparenz in allen Unternehmensbereichen.
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Unternehmensstruktur

Anzahl der Mitarbeiter/innen:

  • 46 Festangestellte in Tabaka und 1 Festangestellte in Nairobi
    • Betriebsleitung: Geschäftsführung Muriuki Njeru, Produktionsleiter Khaemba Evans, Buchhaltung Elijah Kanyuki, Managerin und Qualitätskontrolle Alice Wangui Gichuki
    • Zentrale Arbeitsbereiche: Verwaltung, Qualitätskontrolle, Produktionsmanagement, Produktentwicklung, Lagerung, Versand, Export, Supervision
    • Einstellungsvoraussetzung: höherer Schulabschluss oder Bachelor
    • Festgehälter
  • Ganzjährige Zusammenarbeit mit bis zu 500 Handwerker/innen in Tabaka, aufgeteilt in:
    • 120-150 Schnitzer (darunter eine Frau)
    • 140 Handwerker in den Bereichen Waschen und Schmirgeln (3 Männer, 137 Frauen)
    • 80 Färber (32 Männer, 48 Frauen)
    • 60 Graveure (56 Männer, 4 Frauen)
    • Stücklohnabrechnung
  • Zusammenarbeit mit 8 externen, selbstständigen Werkstätten
    • Für Specksteinprodukte (4)
    • Für Holzprodukte (4)
    • Ausgewählte Produkte, Qualitätskontrolle bei Afrikiko in Tabaka
    • Stücklohnabrechnung

Arbeitsorganisation:

  • Gründliche Ausbildung der Handwerkerteams vor Zuteilung eines Auftrags
  • Afrikiko stellt Rohmaterialien, Werkzeug und Zubehör
  • Täglicher Kontakt der Supervisoren zu den Handwerksgruppen
  • Anlieferung der fertigen Schnitzarbeiten durch die Sprecher der Handwerkergruppen (8 Gruppen) zur Qualitätskontrolle. Abnahme oder Nacharbeit, wenn erforderlich
  • Regelmäßige Absprachen der verschiedenen Supervisoren zu den Fortschritten laufender Aufträge

Arbeitsstätten:Afrikiko_Waschen

  • Hauptgebäude mit Büros für Verwaltung, Ausbildung neuer Handwerker/innen, Produktentwicklung, Lager, verpacken
  • Offene Werkstätten (Unterstände) in der Nähe des Hauptgebäudes für alle Arbeitsschritte nach Herausarbeiten der Rohformen: feine Schnitzarbeiten, Waschen, Schmirgeln, Färben, Gravieren
    • Überwiegend Gruppenarbeiten, Spezialisierung auf einen Arbeitsschritt. Teams finden sich eigenständig zusammen, bestimmen eine/n Gruppensprecher/in
    • Jede Station hat eine Aufsichtsperson (Kontrollperson), die jedes einzelne Produkt prüft, bevor es zur nächsten Station geht
    • Verdienst in den Gruppen: Stücklohn (siehe unten „Faire Bezahlung“)

Produktionsablauf:

  1. Schnitzen der Grobformen in der Nähe der Steinvorkommen im Umland von Tabaka: überwiegend Männer (und eine Frau), höhere Bezahlung, da körperlich sehr anstrengend
  2. Kontrolle und Transport zu Afrikiko
  3. Nacharbeiten der Grobformen, feine Schnitzarbeiten
  4. Waschen und Schmirgeln (mit Schleifpapieren) in mehreren Durchgängen. Sehr sorgfältige Ausführung für den späteren Farbeauftrag nötig
  5. Sonnentrocknung
  6. Farbauftrag (Textilfarben)
  7. Designen der Endprodukte: Gravieren von Mustern, Wörtern, Motiven
  8. Polieren der Oberflächen mit Wachs

Die Handwerker suchen sich aus, ob sie in den zentralen Teams oder von zu Hause aus arbeiten. Mütter mit kleinen Kindern bevorzugen die Arbeit von zu Hause aus.

Vertrieb

  • 100% Export (Deutschland, USA, Italien, Großbritannien, Griechenland, Kolumbien, Finnland, Norwegen, Australien, Schweiz, Neuseeland)

Ziele

  • Eröffnung eines Sozialzentrums mit folgenden Aktivitäten:
    • Kinderbetreuung an den Nachmittagen
    • Hausaufgabenraum
    • Computerunterstütztes Lernen
    • Kinderbücherei
  • Entstehung weiterer Unterstände, um Mitarbeiter/innen vor Sonne und Regen zu schützen

Besonderheiten

  • Afrikiko legt großen Wert auf die private Fürsorge in den Familien, Übernahme der kompletten Krankenversicherungskosten für Angestellte; kostenlose Basisversorgung im örtlichen Krankenhaus für Handwerker: Afrikiko ermutigt alle, diese Möglichkeit auch zu nutzen
  • Afrikiko kann allen Handwerker/innen eine ganzjährige Beschäftigung bieten
  • Überdurchschnittlich hohe Stücklöhne im Specksteinhandwerk
  • Stärkung der Frauen bei Afrikiko durch Arbeit in besonderen Verantwortungsbereichen (Qualitätskontrolle), Vergabe von Führungspositionen, Ausbildung in bislang männerdominierten Arbeitsbereichen (Gravieren)

Einstufung des Fairtrade Handelspartners

FTA PLUS = Fairtrade Approved PLUS (Anerkannter Fairtrade Handelspartner)

 

Fairtrade Aspekte

Monika Herbst (CONTIGO) zu Besuch bei Afrikiko 2008

Afrikiko verpflichtet sich, folgende Fairtrade Richtlinien einzuhalten:

Ausschluss von Kinderarbeit

Ausschluss von Diskriminierung

Keine Diskriminierung gegenüber Frauen, Menschen mit Behinderungen, Religionszugehörigkeiten, ethnischen Minderheiten, bestimmten sexuellen Orientierungen, politischen Zugehörigkeiten, HIV-Erkrankten

Bei Afrikiko arbeiten die unterschiedlichen Volksgruppen Kenias zusammen: Luo, Kisii, Kikuju

Angemessene Bezahlung

  • Durchschnittslohn für Branche/Region: keine Information für 2017/2018 verfügbar
  • Entlohnungssystem bei Afrikiko:
    • Festangestellte Mitarbeiter/innen erhalten monatliches Festgehalt
      • Verpackungsgehilfen, Reinigungspersonal: KSH 7.900/Monat
      • Größter Teil der Angestellten erhält im Schnitt KSH 18.000/Monat
      • Führungskräfte: KSH 25.000 – KSH 49.000/Monat, je nach Verantwortungsgebiet
    • Handwerker/innen werden pro Stück bezahlt
      • Dieser Stücklohn ist abhängig vom Zeitaufwand und Schwierigkeitsgrad und wird vorher gemeinsam ausgehandelt und vereinbart
      • Bonuszahlung am Ende des Monats bei guter Arbeit: 9% des Auftragswertes wird als Bonus an das Team ausgezahlt
  • Monatliche Lohnzahlung per Überweisung, alle Angestellten und Handwerker/innen haben ein eigenes Konto
  • Alle Beschäftigten (Angestellte, Handwerker, Zulieferer) erhalten am Jahresende eine Gewinnbeteiligung (wird umsatzabhängig ermittelt)
  • Festangestellte Mitarbeiter/innen erhalten zudem:
    • Bei Überstunden: Erhöhung des Gehaltes um 30%
    • Urlaubsgeld (1 Monatsgehalt)

Menschenwürdige Arbeitsbedingungen

Arbeitszeit:

  • 8 Stunden/Tag
  • 2 Pausen (Frühstück, Mittag)
  • 6 Tage/Woche

Soziale Leistungen:

Afrikiko_Polieren

Für die festangestellten Mitarbeiter/innen gilt:

  • Abschluss einer Krankenversicherung (Afrikiko übernimmt beide Anteile für Arbeitgeber und Arbeitnehmer)
  • Lohnfortzahlung im Krankheitsfall
  • Bezahlter Urlaub (26 Tage)
  • Zieht ein/e Mitarbeiter/in nach Tabaka, zahlt Afrikiko den Umzug
  • Wohn- und Schlafmöglichkeiten werden zur Verfügung gestellt (aktuell für 5 Mitarbeiterinnen, die von außerhalb Tabakas kommen)

Für Festangestellte, sowie für Handwerker/innen auf Stücklohnbasis gilt:

  • Finanzielle Unterstützung (in Form von zinslosen Darlehen)
    • Bei der Schulbildung für die Mitarbeiterkinder
    • Bei besonderen Familienereignissen (Beerdigung, längere Krankheitsphasen, Operationen)
    • Besondere Notfälle – nicht rückzahlbare finanzielle Unterstützung
  • Teambuilding Maßnahmen: 1x jährlich findet eine große Feier für alle Mitarbeiter/innen bei Afrikiko statt. Afrikiko hat außerdem eine eigene Fußballmannschaft

Bildungsangebote:

  • Erste Hife Kurse
  • Kontinuierliche Schulung in allen Arbeitsbereichen des Handwerks
  • Alle neuen Mitarbeiter/innen erhalten ein intensives Einarbeitungstraining

Arbeitssicherheit:

  • Arbeitskleidung und Schutzausrüstung (z.B. Schutzhandschuhe, Mundschutz) wird von Afrikiko gestellt

Transparenz

  • Arbeitsverträge sind vorhanden
  • Ordnungsgemäße Lohnbuchhaltung ist vorhanden
  • SAR liegt vor

 

Monitoring

  • Durch persönliche Besuche in Tabaka (2008, 2017)
  • Überprüfungsgespräche während mehrerer Besuche in Deutschland
  • Mitglied bei:
    • Kenyan Federation for Alternative Trade (KEFAT)

 

Reiseberichte

Besuch 2008

Persönlicher Eindruck:

Ein Highlight unseres Aufenthalts in Kenia ist der Besuch in Tabaka. Sofort ist sichtbar, dass der Ort vom Speckstein lebt. In offenen Unterständen, vor und hinter den Häusern wird geschnitzt, geschmirgelt und gemalt. Wir werden im Office von Jonathan, dem Manager, empfangen. Es besteht ein großes Interesse an unserer Arbeit in Deutschland und der Idee des Fairen Handels. Unser Besuch gilt dann vor allem den einzelnen Werkstätten. Wir treffen auf ausgesprochen selbstbewusste Frauen und Männer. Alle Arbeitsschritte werden uns genau erklärt und vorgeführt. Wir sind beeindruckt von den Techniken, der Kunstfertigkeit und der Herzlichkeit der Menschen. Unaufgefordert wird immer wieder die Zusammenarbeit mit AFRIKIKO gelobt, die Zuverlässigkeit, die Kontinuität der Aufträge, die gesicherte Lebensgrundlage.

Wir erleben die Organisationsstruktur in Tabaka als ein vorbildliches System, Unternehmertum, Qualitätsmanagement und soziale Verantwortung miteinander zu verbinden. Ein Ansatz für Entwicklung, bei dem der eigenverantwortliche Mensch im Mittelpunkt steht.

 

Informationen/Texte

Ursprungswissen Afrikiko (Stand 02/2018)

 

Länderinformation

Informationen über Kenia

 

Fotos

Besuch bei Afrikiko 2017

Afrikiko_Waschen_2 Afrikiko_Steinabbau Afrikiko_Schnitzer Afrikiko_Grobschnitz Afrikiko_Gravur Afrikiko_Feinschnitzen         

Bilder aus 2008

By Janina Lange on 4. Januar 2021 |

All Women Recycling

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All Women Recycling – Team

 

Kurzporträt von CONTIGOs Partner All Women Recycling

Kapstadt nach Göttingen (Quelle: Google Earth)

Lieferkette

  • Handelspartner: Allwomenrecycling, Kleinbetrieb, Privatunternehmen
  • Funktion: Produzent
  • Struktur: verbundene Produktionsgruppen, z.Zt. keine eigene Betriebsstätte
  • Handelsweg: Direktimport CONTIGO

Produkte

KLIKETYKLIKBOX  (genannt: Klikboxen), Geschenkboxen aus recycelten Plastikflaschen

Standort

Kapstadt, Hauptstadt der Provinz West Kap, Südafrika – Entfernung von Europa: 9.500km

Gründungsjahr 2009

Geschichte

  • Lynn Worsley wird 1953 geboren und wächst zunächst in England auf, bis sie mit ihren Eltern nach Südafrika auswandert. Dort beginnt sie eine Karriere im Theater, Fernsehen und im Radio. Nach ihrer Heirat 1977 zieht sie wieder nach England
  • 1984: Erneuter Umzug nach Südafrika. Nach ihrer Scheidung eröffnet sie ein Geschäft für Baby-Hygieneprodukte. Danach wird sie als Betriebsleiterin in einer Modefirma tätig
  • 2008: Ihr großes Interesse an Upcycling und nachhaltigen Produkten führte zu der Idee, sich in diesem Bereich selbständig zu machen und arbeitslose Frauen aus den Townships zu beschäftigen. Die Idee der KLIKETYKLIKBOX   (seit 2012 registrierter Markenname) wird geboren: Pet-Flaschen werden von Mülldeponien und kommunalen Müllsammlern aufgekauft und in trendige, umweltfreundliche Geschenkboxen verwandelt
  • 2009: Gründung von All Women Recycling mit 8 Frauen (viele alleinerziehende Mütter) aus den Townships Langa, Gugulethu, Khayelitsha, and Philippi
  • 2011: Verstärkte Netzwerk-Aktivitäten in Südafrika. All Women Recycling ist Teil eines Förderprogramms, das von FETOLA für ein finnisches „aid for trade“ Programm entwickelt wurde, auch auf dem heimischen Markt werden die Geschenkboxen beliebt
  • 2014: Gewinner des SEED Awards (internationale Auszeichnung für Betriebe und Initiativen mit nachhaltigen Unternehmenskonzepten), internationale Unterstützung aus Flandern (Belgien)
  • 2014: Umzug der Werkstatt an den heutigen Standort, bis dahin war die Werkstatt im Wohnhaus von Lynn untergebracht
  • 2016: Auszeichnung auf der Designmesse „Decorex Cape Town“, bester Stand mit nachhaltigen Produkten
  • 2016: All Women Recycling erhält weitere Auszeichnungen, unter anderem von einem Nachhaltigkeitsprogramm aus Australien
  • 2016 und 2017: All Women Recycling wird von der Handelskammer der Cape Chamber als bester Exporteur des Jahres nominiert
  • 2016: 500.000 Flaschen werden in diesem Jahr verarbeitet: damit konnten ca. 117.000 kg CO2 bei der Verbrennung auf Mülldeponien vermieden werden
  • 2017: Der belgische Ministerpräsident Geerts Bougeois besucht die Werkstatt von All Women Recycling
  • 2017: Weitere Kooperationen mit Geschäftsmodellen, die von Frauen initiiert wurden, Vielzahl von Netzwerkaktivitäten (z.B. das „Naked Baby Project“ – USA, GOGO Project – Südafrika)
  • 2019: Preisträger des Global Business Insight Award, Südafrika (Most innovative gift box manufacturer)
  • 2019: zum Jahresende Umstrukturieren des Betriebs, Produktion wird in Heimarbeit an Frauen in den Townships vergeben
  • 2020: Modernisierung des Internetauftritts
  • 2020: Situation während der Covid Pandemie
    • März: totaler Lockdown in Südafrika ab 17.3. Der Betrieb wird komplett eingestellt. Wo möglich Auslagern einiger Arbeiten in Heimarbeit. Fertige Bestellungen können nicht ausgeliefert werden. Zunehmende Kriminalität in den Townships, aus denen die Mitarbeiterinnen kommen.
    • Mai: begrenzte Wiederaufnahme der Arbeit, vorwiegend Heimarbeit. Schwierigkeiten bei der Materialbeschaffung, Schulen und Recyclinghöfe geschlossen, kein Rohmaterial in Form von PET Flaschen verfügbar. Nähen von Gesichtsmasken als alternative Einkommensquelle
    • Oktober: Export stagniert, Inlandsmarkt durch fehlenden Tourismus zusammengebrochen, finanzielle Ressourcen aufgebraucht. Betriebsstätte wird komplett geschlossen
    • Mögliche Wiederaufnahme des Betriebs an einem neuem, auf Zeit angemietetem Standort im Frühjahr 2021

 

Zusammenarbeit mit CONTIGO seit 2010

Darum arbeitet CONTIGO mit All Women Recycling: Durch Contigo kamen die Klikboxen erstmals auf den Markt in Übersee. So wurde die Basis gelegt für eine langjährige Erfolgsgeschichte der kleinen Upcycling-Werkstatt. Wir durften die Entwicklung von Allwomenrecycling eng begleiten, Erfolge, Neuausrichtungen, öffentliche Aufmerksamkeit über Südafrika hinaus bis hin zur vorübergehenden Schließung in Folge der Corona Pandemie. CONTIGO war für Allwomenrecycling immer ein tragender, stabiler Handelspartner, lange Zeit der wichtigste. Wir schätzen den unbeirrten Einsatz von Lynn Worsley für die Stärkung der Frauen aus den Townships durch Ausbildung, Persönlichkeitsentwicklung, Befähigung zur beruflichen Selbständigkeit. Die Idee der Klikboxen ist ungebrochen genial und einzigartig und zeugt von der kreativen Kraft ihrer Erfinderin.

Unternehmensstruktur

Anzahl der Mitarbeiter:

  • bis Ende 2020 waren noch 4 Mitarbeiterinnen Vollzeit tätig (35-Stunden-Woche)
    • Aufgaben: Materialvorbereitung, -verteilung ( Ashanti, Nono), Näharbeiten (Cindy)
  • Management
    • Lynn Worsley (Geschäftsführerin, Verkauf, Ausbildung, Produktentwicklung, Marketing)
    • Ilhaam (Produktionsleiterin und Stellvertreterin von Lynn, zuständig für Telefondienst und Computerarbeiten, Arbeitsorganisation, Materialbeschaffung, Person
      Besuch 2017

      Ingo und Monika Herbst zu Besuch (Dez. 2017)

      alwesen)

  • Produktion in Heimarbeit in den Townships von Capetown
    • 2 langjährige Mitarbeiterinnen, Aksa, Francine, die auch neue Frauen schulen
    • 5 neu angelernte, schwarze Immigrantinnen aus Eastern Cape/ Südafrika, aus dem Kongo und Tanzania

 

Arbeitsstätten:

  • Die bisherigen Werkstätten in einem Gewerbekomplex im Industrial Village Retreat Kapstadt wurden aufgegeben und geräumt
  • Alle Arbeitsschritte erfolgen in Heimarbeit
  • Verwendete Materialien:
    • Pet-Flaschen stammen von Müllsammlern, sowie als Spende von Unternehmen (im Rahmen ihres „social enterprise development program“), lokalen Schulen und Sozialbetrieben
    • Papierservietten

Arbeitsorganisation bis Ende 2020:

  • Frauen in der Fertigung arbeiten als selbstverantwortliche Unternehmerinnen in Heimarbeit. Sie erhalten vorbereitete Arbeitsmaterialien und einen festen Wochenlohn für die vereinbarte Menge an fertigen Boxen
  • Die Frauen sind auf einzelne Arbeitsschritte spezialisiert
    • Waschen und grobes Zuschneiden der Pet-Flaschen: Limoflaschen, Wasser- und Softtrinkflaschen
    • Bekleben der Grundform mit Papierservietten
    • Anbringung weiterer dekorativer Elemente
    • Lackieren und Trocknen
    • Zuschneiden der Endform
    • Endbearbeitung, Qualitätskontrolle und Verpacken

Vertrieb

  • Export bis Ende 2019 (95%) nach Europa, U.S.A, Australien
  • Inland bis Ende 2019 (5%) (z.B eigenes Ladengeschäft in Woodstock, Kapstadt, Geschenkboutiquen, Touristikunternehmen,  (fair gehandelte) Werbegeschenke an Firmen)
  • 2020 gingen beide Vertriebswege drastisch zurück. Export hauptsächlich nach Deutschland (Contigo) und U.S.A

Ziele

  • Entwicklung umweltschonender Produkte, Reduzieren von Plastikmüll
  • Unterstützung und Ausbildung für junge Frauen aus den Townships (viele von ihnen alleinstehende Mütter)
  • Schaffen von sicheren EinkommenAll Women Recycling_Werkstatt
  • Ausbilden von Umweltbewusstsein in den Familien
  • Stärken der Persönlichkeitsentwicklung der Mitarbeiterinnen durch monatliche Treffen mit Frauen aus besonderen, wegweisenden Projekten
  • Entwicklung neuer Fertigkeiten (z.B. Nähen, Schmuckherstellung in Zusammenarbeit mit einer anderen südafrikanischen Werkstatt), neue Sortimente

Besonderheiten

  • Upcycling: vollständige Nutzung von alten Pet-Flaschen
    • Flaschenböden werden zu Upcyclingprodukten verarbeitet
    • Flaschenmittelteile werden zu Grußkarten und Sichthüllen (Namensschilder) für Messen und andere Veranstaltungen verarbeitet
    • Deckel werden geschreddert und zu Garn verarbeitet: Einkünfte hieraus werden zur Anschaffung von Rollstühlen für Behinderte verwendet oder an bedürftige Kinder weitergegeben
  • Förderung der Mitarbeiterinnen
    • Persönlichkeitsentwicklung, Selbstvertrauen stärken, selbstbewusstes Auftreten, Ausdrucksfähigkeit trainieren
    • Finanzielle Eigenständigkeit (eigenes Bankkonto)
    • Sparen, um Eigentum erwerben zu können

 

Einstufung des Fairtrade Handelspartners

FTA PLUS = Fairtrade Approved PLUS (Anerkannter Fairtrade Handelspartner)

 

Fairtrade Aspekte

All Women Recycling verpflichtet sich, folgende Fairtrade Richtlinien einzuhalten:

Ausschluss von Kinderarbeit

Ausschluss von Diskriminierung

Keine Diskriminierung gegenüber Frauen, Menschen mit Behinderungen, Religionszugehörigkeiten, ethnischen Minderheiten, bestimmten sexuellen Orientierungen, politisTeamfoto3chen Zugehörigkeiten, HIV-Erkrankten

Angemessene Bezahlung

  • Bezahlung der Heimarbeit im Rahmen der bisherigen Lohnstruktur
  • Geübte Handwerkerinnen erhalten bis zu ZAR 200/Tag
  • Lohnzahlung wird auf eigene Konten der Mitarbeiterinnen überwiesen

Menschenwürdige Arbeitsbedingungen

Durch die wirtschaftlichen Folgen der Coronapandemie musste der zentrale Betrieb geschlossen werden, somit entfallen die bisherigen sozialen Leistungen

Soziale Leistungen bis 2020 für feste Mitarbeiterinnen

  • Bezahlter Urlaub (drei Wochen Sommerferien 22.12.- Mitte Januar)
  • Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Mutterschutz im Rahmen der gesetzlichen Regelungen
  • Einzahlung in die gesetzliche Arbeitslosenversicherung UIF, Beiträge Arbeitgeber und Arbeitnehmer je 1% des Bruttolohns
  • Darlehen in familiären Notlagen, Rückzahlung gegen künftige Lohnzahlungen

Bildungsangebote

  • Schulung der verschiedenen Arbeitsschritte finden jetzt extern statt
  • All Women Recycling ermutigt die Frauen, sich selbstständig zu machen:
    Cindy beim Nähen

    Cindy beim Nähen

    • Lynn unterstützt sie dabei in betriebswirtschaftlichen und organisatorischen Dingen (z.B. Businessplan erstellen, Preiskalkulation)
    • bislang konnten sich 27 ehemalige Mitarbeiterinnen mit Start-up-Unternehmen selbstständig machen

Transparenz

  • SAR liegt vor

Monitoring

  • Durch persönliche Besuche in Kapstadt (2010, 2011, 2012, 2017)

Informationen/Texte

Ursprungswissen (Stand 04/2020)

Lynn Worsley: Empowering, Upcycling and Creating (Juni 2016)

SEED Case Study: All Women Recycling – Empowering women in South Africa through plastic recycling (2014)

GREENHEROES (November 2011)

 

Länderinformation

Informationen über Südafrika

 

Fotos

Besuch von Lynn Worsley bei CONTIGO in Göttingen – August 2018

 

Bilder aus der alten Werkstatt:

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Video

By Janina Lange on |

Almeerath

Almeerath

 

Kurzporträt von CONTIGOs Partner Almeerath

Lieferkette

  • Handelspartner: Almeerath, Kleinbetrieb, Privatunternehmen
  • Funktion: Produzent
  • Struktur: eigene Produktionsstätte, verbundene Werkstätten
  • Handelsweg: Direktimport durch CONTIGO

Produkte

Alexandria nach Göttingen (Quelle: Google Earth)

Dekorationen aus mundgeblasenem Glas, Gips, Draht und Perlen

Standort

Alexandria, Stadtteil Roushdy, Ägypten – Entfernung von Europa: 2.800km

Gründungsjahr 1996

Geschichte

  • 1996: Gründung Almeerath unter der Leitung von Frau Nevine Sobhi
  • 1998: Erste Exporterfahrungen (Export von Weihnachtskugeln an einen deutschen Kunden)
  • 2007: CONTIGO lernt Almeerath kennen
  • 2020:
    • März: Regierung verhängt Ausnahmezustand mit Restriktionen für das öffentliche Leben. 60% der Produktion bei Almeerath erfolgt in Heimarbeit, daher kann dort weitergearbeitet werden. Zweimal wöchentlich Anlieferung der Ware und Ausgabe neuer Arbeitsaufträge. Problem ist der Auftragsrückgang, prekäre Einkommenssituation der in Heimarbeit Beschäftigten.
    • April: zunehmende Arbeitslosigkeit als Folge der Corona Pandemie( Tourismus, Gastronomie, Dienstleistung). Ehemänner der Heimarbeiterinnen betroffen. Aus dem CONTIGO Coronafonds erhalten 7 Familien einen Zuschuss zum Lebensunterhalt.
    • Juli: die zentrale Betriebsstätte arbeitet wieder vollzählig unter den erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen.

Zusammenarbeit mit CONTIGO seit 2007

Darum arbeitet CONTIGO mit Almeerath
Von Anfang an imponierte uns die Unternehmerpersönlichkeit von Nevine Sobhi. Statt einer sicheren Karriere als Bankerin, wählte sie den Weg in die kreative Selbständigkeit mit allen Hindernissen beim Aufbau eines eigenen Handwerkbetriebs. Durch sie haben vor allem Frauen einen Zugang zu einem eigenen Einkommen, das schätzen wir an Almeerath, neben der ungebrochenen Kreativität, die in den immer neuen Glas- und Perlendekorationen Ausdruck findet.

Unternehmensstruktur

Anzahl der Mitarbeiter:

  • Geschäftsführerin: Nevine Sohbi
  • 36 Vollzeitmitarbeiter (33 Frauen und 3 Männer)
  • 75 Teilzeitmitarbeiterinnen, die überwiegend in Heimarbeit tätig sind
  • Seit dem Gründungsjahr 1996 hat Almeerath beständige Kooperationen mit drei selbstständigen Werkstätten:
    • Glaswerkstatt in Alexandria (1 Mitarbeiter)
    • Glaswerkstatt in Qalyub, Stadtteil Meet-Nama (10 Mitarbeiter)
    • Werkstatt für Drahtprodukte in Alexandria (5 Mitarbeiter): hier werden die Rohlinge (z.B. Herzen, Sterne) aus dickem Draht gefertigtAlmeerath4
    • Alle drei Werkstätten arbeiten ausschließlich für Almeerath, Auftragslage ist ausreichend, um ganzjährig Arbeitsplätze und Einkommen zu bieten
    • Almeerath zahlt bei Bestellungen mindestens 30% Vorkasse (für Materialeinkauf, Löhne, usw.)

Arbeitsstätten:

  • Zweistöckiges Hauptgebäude (denkmalgeschützt, umzäunt und bewacht), mit folgenden Abteilungen:
    • Büro der Geschäftsführung / Produktentwicklung
    • Buchhaltung
    • Produktion der Gipsartikel
    • Lagerräume
    • Qualitätskontrolle
    • Versand und Export
    • Sozial- und Seminarräume (Fortbildung für Frauen in bestimmte Arbeitstechniken)

Arbeitsorganisation:

  • In der Hauptwerkstatt:
    • Zusammenstellen der Materialpakete für die Heimarbeiterinnen
    • Fertigstellung der Glas- und Draht-Dekorationen
      • Perlen werden um die Drahtformen gefädelt
      • Perlen und andere Dekorationen, sowie die Aufhängungen werden an die Glaskugeln angebracht
    • Herstellung des kompletten Gipssortiments
      • Figuren gießen und zuschneiden nach Vorlagen
      • Trocknen
      • Zusammenfügen / Verkleben der Einzelteile
      • Dekorieren, bemalen, mit Glitzer bestäuben
    • Arbeitsteilige Produktion, je nach Aufgabe
      • in Tischgruppen (Zusammensetzen der einzelnen Gipselemente)
      • an Einzeltischen (Qualitätskontrolle, Verpackung)
      • Rohlinge aus Draht bekommen Rostschutzanstrich
  • Produktion in Heimarbeit:
    • überwiegend Hausfrauen und Mütter, die sich von zu Hause aus ein Extraeinkommen verdienen wollen, sowie Alleinerziehende, die dank des Einkommens in der Lage sind, ihre Kinder in die Schule schicken können
      • lernen teilweise auch Familienangehörige, Nachbarn und Freunde an
    • Nur Teilprodukte werden außer Haus gefertigt, z.B. Drähte mit Perlen umwickelt
    • Finale Zusammensetzung aller (Draht-) Einzelteile findet in der Hauptwerkstatt von Almeerath statt

Vertrieb

  • 100% Export (Deutschland, Italien, Spanien, Schweiz, Österreich, Skandinavien, Estland, Großbritannien, Irland, Japan, USA)

Ziele

  • Schaffung sicherer Einkommen, besonders für geschiedene, alleinerziehende oder verwitwete Frauen in Heimarbeit
  • Erhöhung der Mitarbeiteranzahl
  • Erweiterung des Kundenstammes auf internationaler Ebene
  • Eine Mitarbeiterreise pro Jahr nach Kairo zur Besichtigung der Museen

Besonderheiten

  • Bei der Einstellung neuer Mitarbeiter werden Witwen und Geschiedene bevorzugt
  • 2,5% des Jahresgewinns wird an ein Armenhaus gespendet (ZAKAT AL MAL – Almosensteuer, verpflichtende Abgabe eines bestimmten Anteils des Besitzes an Bedürftige, eine der fünf Säulen des Islam)

 

Einstufung des Fairtrade Handelspartners

FTA= Fairtrade Approved (Anerkannter Fairtrade Handelspartner)

 

Fairtrade Aspekte

Almeerath verpflichtet sich, folgende Fairtrade Richtlinien einzuhalten:Almeerath9

Ausschluss von Kinderarbeit

Ausschluss von Diskriminierung

Keine Diskriminierung gegenüber Frauen, Menschen mit Behinderungen, Religionszugehörigkeiten, ethnischen Minderheiten, bestimmten sexuellen Orientierungen, politischen Zugehörigkeiten, HIV-Erkrankten

Angemessene Bezahlung

  • Mindestlohn in der Region Alexandria im Handwerksbereich: EGP 1.000/Monat (EGP=Ägyptisches Pfund)
  • Gehälter bei Almeerath:
    • EGP 1.200-1.300/Monat für ungelernte Mitarbeiter
    • EGP 1.500-2.000/Monat für angelernte Mitarbeiter
    • Festes Gehalt für Vollzeitmitarbeiter/innen
    • Teilzeit- und Heimarbeiterinnen werden pro Stück bezahlt
  • Monatliche Barauszahlung (am Monatsende)
  • Gewinnbeteiligung in Form eines 13. Monatsgehalts:  1/12 dieses Bonuses wird jeden Monat ausgezahlt
  • Aufgrund gestiegener Benzinkosten zahlt Almeerath jeder/m Arbeitnehmer/in einen monatlichen Betrag zusätzlich zum Gehalt als Fahrtkostenzuschuss
  • Bonuszahlung zu religiösen Festen
  • Bei Überstunden: Zahlung des doppelten Stundenlohns

Menschenwürdige Arbeitsbedingungen

Arbeitszeit:

  • 7 Stunden/Tag (8:30 – 16:00 Uhr, früher Arbeitsschluss, um im Hellen sicher nach Hause zu kommen)
  • 30 Minuten Pause
  • 6 Tage/Woche

Soziale Leistungen:

  • Bezahlter Urlaub (21 Tage plus offizielle Feiertage)
  • Lohnfortzahlung im Krankheitsfall oder bei Unfällen
  • Im Bedarfsfall zahlt Almeerath Krankenhaus- oder Operationskosten (auch für Familienangehörige)
  • Zur Stärkung des Gemeinschaftsgefühls gibt es am Ende des Ramadan ein gemeinsames Fest des Fastenbrechens (Iftar), zusammen mit allen Mitarbeitern, Heimarbeiterinnen und den Mitarbeitern aus den externen Werkstätten

Bildungsangebote:

  • Almeerath bildet Frauen in allen Arbeitsschritten im Betrieb aus, vielseitiger Einsatz möglich
  • Jährliches Sicherheitstraining: Umgang mit Feuerlöschern

Arbeitssicherheit:

  • Alle Sicherheitsstandards werden erfüllt
  • Arbeitsuniformen und Schutzkleidung werden gestellt, jährlich erneuert

Transparenz

  • Arbeitsverträge sind vorhanden
  • Ordnungsgemäße Lohnbuchhaltung ist vorhanden
  • SAR liegt vor

 

Monitoring

  • Durch persönliche Besuche in Alexandria (2017)
  • Überprüfungsgespräche während mehrerer Besuche in Deutschland

 

Länderinformation

Informationen über Ägypten

 

Fotos

Besuch von Nevine Sobhi in Göttingen / September 2018: 

 

 

Besuch einer CONTIGO- Mitarbeiterin / August 2017

Almeerath_Tischgruppe Almeerath_Ofen Almeerath_Gips Almeerath_Drahtrohlinge Almeerath_Draht_Perlen

 

Bilder von Almeerath

Almeerath3 

Video

By Janina Lange on |

Doña Rosa

Werkstatt Doña Rosa

Werkstatt Doña Rosa

 

 Kurzporträt von CONTIGOs Partner Doña Rosa 

Lieferkette

  • Handelspartner: SAPIA S.A.S, mittlerer Betrieb, Privatunternehmen
    Funktion: Exporteur
  • Produzent: Ana Rosa Ariza, eigene Betriebsstätte
  • Handelsweg: Import der Produkte von Doña Rosa über SAPIA

 Produkte 

Taschen und Accessoires aus

  • Rindsleder / Rauleder (Kollektion „Made in Barrio“)
  • Kork
  • Recyclingmaterial „Optimus“, ein Material aus der Autoindustrie, kombiniert mit Recyclinggurten
Bogotá nach Göttingen (Quelle: Google Earth)

Bogotá nach Göttingen (Quelle: Google Earth)

 Standort 

Stadtviertel Ciudad Bolivar in Bogotá, Kolumbien – Entfernung von Europa: 8.400km

 Gründungsjahr 2002 

 Geschichte 

  • 2001: Gründung einer Lederwerkstatt unter der Leitung von Ana Rosa Ariza (genannt Doña Rosa): drei Angestellte kommen aus insolventen Lederwerkstätten der Nachbarschaft
  • 2008-2010: Anmietung zusätzlicher Räumlichkeiten in der Nähe für die Produktion
  • 2010: Erfolgreiche Einführung der Recyclingproduktlinie „Re3“ (Re-think, Re-design, Re-new) , erster Kontakt mit der Verarbeitung von Recyclingmaterialien
  • 2012/2013: Vergrößerung der Werkstatt, von zwei auf drei Etagen aufgestockt, neue Aufteilung der Arbeitsschritte
  • 2014: Erwerb eines Dienstfahrzeugs (Minivan), um Materialeinkauf u.a. zu bewerkstelligen, sowie um fertige Aufträge zu Sapia zu bringen, die sich anschließend um den Export kümmert
  • 2015: Beginn der Lederverarbeitung ohne Chrom
  • 2015: Erweiterung des Sortiments um vegane Linien (Linie aus den Materialien der Autoindustrie und Kunstleder, sowie mit Kork und Kunstleder)
  • 2015: Teilnahme am „Social Security System“ (mit Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeiträgen)
  • 2019: Der CONTIGO e.V. finanziert zwei professionelle Nähmaschinen und weitere Mittel zur Arbeitssicherheit

Zusammenarbeit mit CONTIGO seit 2012

Darum arbeitet CONTIGO mit Doña Rosa: Die Werkstatt arbeitet mit lokalen Materialien und verwandelt diese in ausgefallene vegane Produkte: Aus dem nachwachsenden Rohstoff Kork, der in Kolumbien als Bodenbelag und in der Schuhindustrie Verwendung findet, entstehen wunderschöne Taschen und Börsen. Die sportliche Optimus-Linie bietet alles, was den Radfahrer und Outdoor-Fan begeistert. Das leichte und wasserabweisende Material  in Bogotá für die Ausstattung von Taxis verwendet. Doña Rosa ist das Vorbild für viele Frauen in ihrem Viertel.

 

 Unternehmensstruktur 

Anzahl der Mitarbeiter: 

  • Geschäftsleiterin: Ana Rosa Ariza
  • 26 ständige Mitarbeiter/innen
    • 3 Festangestellte (in den Bereichen Lager, Sekretariat), mit Festgehalt und festen Arbeitszeiten
    • 23 Mitarbeiter/innen, auf Stücklohnbasis mit flexibler Arbeitszeiteinteilung, in den Bereichen
      • Einzelteile zusammensetzen: 10
      • Näher/innen: 6
      • Qualitätskontrolle: 1
      • Verpackung: 2
      • Produktionsleiter: 1
  • Abhängig von der Auftragslage, Zusammenarbeit mit
    • 13 Heimarbeitern/innen
      • fertigen verschiedene Teilprodukte von zu Hause
      • erhalten vereinbarten Stücklohn
      • Materialien werden von Dona Rosa gestellt
      • Lohn wird überwiesen
    • zwei Werkstätten, sogenannte „satellites“
      • arbeiten wie saisonale Mitarbeiter von zu Hause oder der eigenen Werkstatt aus
      • fertigen die Produkte jedoch komplett
      • erhalten vereinbarten Stücklohn
      • Materialien werden von Doña Rosa gestellt

Arbeitsstätte:

  • dreistöckiges Wohn- und Produktionsgebäude
    • Erdgeschoss, 1. Etage und 2. Etage für die Produktion
    • 3. und 4.Etage (Dachterrasse) ist die private Wohnung der Arizas

Arbeitsorganisation: 

Erdgeschoss:

  • Lagerung (Leder- und Stofflager, Restmaterialien, Musterlager)
  • Vorarbeiten (Stanzmaschine, maschineller Zuschnitt, Reinigung)
  • Kochnische (für das mitgebrachte Mittagessen)

Erster Stock:

  • An zwei Stehtischen: Zuschnitt von Hand mit Blech-Schnittschablonen
  • Fräsen des Leders mit der Skiving-Maschine als Vorbereitung für Nähte
  • Überprüfen der Mengen und Zusammenstellen der Materialpakete für die Weiterverarbeitung in der zweiten Etage
  • Zubehörlager für Kurzwaren
  • Buchhaltung, sowie weiteres Büro
  • Mustererstellung

Zweiter Stock: Fertigung:

  • ca. 9 Steh-Arbeitsplätze für Kleben, Anbringen von Zubehör (Schnallen, Druckknöpfe)
  • Nähmaschinenplätze

Danach kommen die fertigen Stücke zurück in den 1. Stock

  • zur abschließenden Qualitätskontrolle und
  • zum Packen

Produktionsschritte bauen aufeinander auf: Der jeweils Vorarbeitende muss sicherstellen, dass er genug Stück fertigt, damit sein Nachfolger Arbeit vorfindet. Dieser kontrolliert auch die Qualität des Vorgängers.

  • 3 Arbeitsplätze bilden immer ein Team. Sie kontrollieren sich wechselseitig und wechseln sich in den verschiedenen Produktionsschritten ab.
  • Doña Rosa möchte, dass ein Arbeiter mehrere Produktionsschritte kann und nicht nur immer dasselbe macht.
  • Insgesamt gibt es 17 Arbeitsplätze, wovon sieben Plätze mit Nähmaschinen ausgestattet sind. Sie bilden drei Reihen, von rechts nach links: Falzen, Nähen und Endfertigung

 Vertrieb 

  • 95% Export (Deutschland, Italien, Canada, Niederlande, U.S.A., Australien, Puerto Rico)
  • 5% Inland (wird über die El Market Läden von Sapia vertrieben)

 Ziele 

  • Mehr Arbeitsplätze und Einkommen schaffen, besonders für Menschen aus der Nachbarschaft (Stadtviertel Ciudad Bolivar: Brennpunktviertel, hohe Kriminalität)
  • Unterstützung von älteren Mitarbeitern. Aktuell beschäftigt Doña Rosa 9 Mitarbeiter über 50 Jahre. In dieser Altersgruppe gibt es in Kolumbien kaum Chancen auf Festeinstellung.

 

 Einstufung des Fairtrade Handelspartners 

FTA  = Fairtrade Approved (Anerkannter Fairtrade Handelspartner)

 

 Fairtrade Aspekte 

Doña Rosa verpflichtet sich, folgende Fairtrade Richtlinien einzuhalten:

 Ausschluss von Kinderarbeit 

 Ausschluss von Diskriminierung 

Keine Diskriminierung gegenüber Frauen, Menschen mit Behinderungen, Religionszugehörigkeiten, ethnischen Minderheiten, bestimmten sexuellen Orientierungen, politischen Zugehörigkeiten, HIV-Erkrankten 

 Angemessene Bezahlung 

In Überarbeitung:

  • Mindestlohn in Kolumbien: COP 828.116/Monat (COP= Kolumbianischer Peso), Stand 2019
  • Löhne bei Doña Rosa:
    • Festangestellte Mitarbeiter/innen: erhalten den Mindestlohn COP 828.116/Monat
    • Bei höher qualifizierten Tätigkeiten (Sekretariat und Verwaltung): COP 1.272.000/ Monat
    • Nicht festangestellte Mitarbeiter/innen erhalten einen vereinbarten Stücklohn, dieser ist abhängig von der Arbeitszeit eines Produktes
    • Der Mindestlohn wird auch bei schlechter Auftragslage garantiert
    • Die durchschnittliche Entlohnung beträgt COP 1.000.000 bei einer 40 Std.-Woche. Bei guter Auftragslage kann ein/e Mitarbeiter/in bis zu COP 3.000.000 verdienen
  • Monatliche Überweisungen
  • Doña Rosa leistet für seine festangestellten Mitarbeiter/innen die gesetzlich vorgeschriebenen Vergütungen:
    • Zahlung des 13. Monatsgehalts  („cesantía“): dieser wird Anfang des Jahres direkt in einen staatlichen Pensionsfond eingezahlt, der/die Mitarbeiter/in erhält die Zinsen (12%) ausgezahlt
    • Zahlung des 14. Gehalts / Urlaubsbonus („prima de servicios“)
    • Anfahrt zur Arbeitsstätte wird bezahlt (COP 97.032/Monat)
    • Überstunden werden nach gesetzlichen Vorschriften vergütet

 Menschenwürdige Arbeitsbedingungen 

Arbeitszeit: 

Festangestellte Mitarbeiter/innen haben feste Arbeitszeiten

  • 48 Stunden bei einer 5,5 Tage-Woche
  • Geregelte Pausen

Nicht festangestellte Mitarbeiter/innen gestalten ihre Arbeitszeit flexibel.

Gemeinsames Mittagessen, mitgebrachte Speisen können in der Küche zubereitet werden.

Soziale Leistungen:

Für alle festangestellten Mitarbeiter/innen zahlt Doña Rosa in folgende gesetzliche Versicherungen ein:

  • Krankenversicherung: Arbeitgeber zahlt 8,5% , Arbeitnehmer zahlt 4% vom monatlichen Bruttolohn ein
  • Rentenversicherung: Arbeitgeber zahlt 12% , Arbeitnehmer zahlt 4% vom monatlichen Bruttolohn ein
  • Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, bei Unfällen und während des Mutterschutzes entsprechend der gesetzlichen Regelungen
  • Bezahlter Urlaub (20 gesetzliche und religiöse Feiertage, plus 15 Tage Erholungsurlaub)
  • Für alle Mitarbeiter/innen zahlt Doña Rosa in die Unfallversicherung ein
  • Doña Rosa zahlt auf den Gesamtbetrag seiner Gehaltskosten die verpflichtenden Sozialabgaben an folgende Einrichtungen: den nationalen Berufsbildungsdienst SENA (Servicio Nacional de Aprendizaje), das staatliche Familienhilfswerk ICBF (Instituto Colombiano de Bienestar Familiar), sowie die diversen Familienerholungswerke (Cajas de Compensación Familiar)
  • Gemeinsame Feiern (Geburtstag, Halloween), sowie gemeinsames Schauen von Spielen der Fußball-Nationalmannschaft stärken das Teambewusstsein

Bildungsangebote:

  • Einarbeitungstraining für alle neuen Angestellten in alle Arbeitsschritte, um vielseitig zu bleiben
  • Spezialisierung einzelner Mitarbeiter (z.B. Buchhaltungslehrgänge, Englischkurse)

Arbeitssicherheit:

  • Arbeits- und Sicherheitskleidung (z.B. Atemschutzmasken, Schutzbrillen) werden gestellt
  • Erste Hilfe Beauftragte sind vorhanden: Doña Rosa selbst (allgemeine Sicherheit und Werkstatt), mit Unterstützung durch Gustavo Moya (Arbeitsprozesse)
  • Alle Sicherheitsstandards werden erfüllt

 

 Transparenz 

  • Arbeitsverträge sind vorhanden
  • Ordnungsgemäße Lohnbuchhaltung ist vorhanden
  • SAR liegt vor

 

 Monitoring 

  • Persönliche Besuche in Bogotá (2011, 2013, 2015, 2017)

 

 Reiseberichte 

Besuch 2013 – Zitate aus Reiseblog

Heute fahren wir in den Süden von Bogotá in das Viertel „Ciudad Bolivar“ zu Doña Rosa.Es ist erstaunlich, um wie viel das Viertel gewachsen ist und das auch stetig weiter tut. Mittlerweile ist die ganze Bergkette bedeckt von Häusern aller Bauarten. Wir freuen uns Doña Rosa wiederzusehen. Sie ist nicht nur zu uns, sondern auch zu ihren Artisanos wie eine Mama, sie hilft jedem, der in Notfällen Unterstützung braucht und pflegt eine enge Beziehung zu ihren Angestellten. Das ist auch wichtig, denn es ist schwierig einen Ersatz für gute Kunsthandwerker zu finden.
Umso mehr freuen wir uns, dass fast alle Gesichter, die wir 2011 hier gesehen haben, auch heute mit vollem Elan wieder dabei sind. Durch den Erfolg ihrer Produkte, vor allem mit dem Export, war es Doña Rosa möglich, ihre Werkstatt zu vergrößern. Es entstand eine zusätzliche Etage, hell, mit viel Licht und Platz. Doña Rosa erzählt, dass sie nun viel organisierter arbeiten können, alle Teams und ihre Produktionsschritte sind jetzt viel effizienter. Seit 2012 beziehen wir die trendigen Recyclingtaschen und Accessoires aus LKW-Schläuchen. Heute nutzen wir den Besuch für Produktentwicklung. Wir besprechen die ersten Muster, besprechen Veränderungen und bestaunen die ersten Resultate. Das wird gut.

Bereits vor 2 Tagen trafen wir Doña Rosa. Zusammen mit ihr arbeiten wir an einem neuen Taschensortiment, dass recycelte LKW-Schläuche mit buntem Leder kombiniert. Heute besuchen wir die Gerberei, in der das Leder entsteht. Am Fuße von Ciudad Bolivar liegt das Gerberviertel von Bogotá. Wie auch in Indien liegt die Verarbeitung von Leder fast ausnahmslos in Männerhand. Ganz im Gegensatz dazu arbeitet Doña Rosa mit der Gerberei von Claudia zusammen. Claudia übernahm das Unternehmen von ihrem Vater und führt es nun erfolgreich zusammen mit ihrem Sohn weiter.In ihrer Gerberei verarbeitet Claudia sowohl mineralisches- als auch vegetabil gegerbtes Leder. Neun Leute sind bei ihr in Vollzeit beschäftigt, davon drei Frauen, die für die „sensiblen“ Arbeitschritte, wie das Färben verantwortlich sind. Die Arbeits- und Sicherheitsbedingungen sind hervorragend, unter anderem gibt es eine Filteranlage für die Luft, Feuerlöscher auf allen Ebenen sowie Schutzmasken und Ohrschützer für die Mitarbeiter.

Besuch 2011 – Zitate aus Reiseblog

Heute fahren wir in den Süden von Bogotá in das Viertel „Ciudad Bolivar“, das zu den Estratos 1 zählt. Hier regieren die Banden. Die Kriminalität ist so hoch, dass selbst die Taxis sich weigern hier hin zu fahren. Wir besuchen Doña Rosa, deren Werkstatt sich dicht an den Berghang des Viertels quetscht. Doña Rosa hat sich hier eine Existenz mit einer Nähwerkstatt aufgebaut. Sie verarbeitet LKW-Schläuche zu modischen Taschen und bietet einen Arbeitsplatz für ca. 10 Näherinnen und 10 Schneider. Es ist eine tolle Atmosphäre, in der Mittagspause lernen wir alle Mitarbeiter kennen, es wird viel gefragt und viel gelacht. Anschließend bestaunen wir das Geschick der HandwerkerInnen und besprechen mögliche Produkte für CONTIGO.

 

 Informationen/Texte 

Presseartikel: Doña Rosa_Zeitungsartikel (Neues Deutschland)

Ursprungswissen Doña Rosa (Stand 09/2020)

 

 Länderinformation 

Informationen über Kolumbien

 

 Fotos 

Besuch bei  Doña Rosa

2016_Team 2016_Produktion 2016_Lederhaeute

2013 Dona Rosa2 2013 Dona Rosa1 Dona Rosa4 Dona Rosa6 Dona Rosa3

Dona Rosa1 Dona Rosa2 2013 Dona Rosa4 2016_Produktion1

 

Videos

 

By Janina Lange on 1. Januar 2021 |

Allpa

Allpa (Quechua) bedeutet „Erde“

 

Kurzporträt von CONTIGOs Partner Allpa

Lieferkette

  • Handelspartner: Allpa, Kleinbetrieb, Privatunternehmen
  • Funktion: Exporteur
  • Struktur: verbundene Produzentengruppen
  • Handelsweg: Direktimport CONTIGO

Produkte

Lima nach Göttingen (Quelle: Google Earth)

Lima nach Göttingen (Quelle: Google Earth)

Standort

Stadtviertel Jesus Maria in Lima, Peru – Entfernung von Europa: 10.800km

Gründungsjahr 1986

Geschichte

  • 1982: Peruanisches Institut für Forschung und Entwicklung (IPID=Instituto Peruano de Investigación y Desarrollo) unterstützt Projekte im Kampf gegen die Armut. Förderung von Handwerkern, Fischern, Landwirten, Vermarktung ihrer Produkte durch Organisationen des Fairen Handels
  • 1986: Die Soziologinnen Nelly Canepa und Maria del Carmen de la Fuente gründen Allpa mit Hilfe des IPID
  • ab 1986: Regelmäßige Teilnahmen an internationalen Messen (Frankfurt, Las Vegas, Paris) führen zur Ausweitung des Kundenkreises
  • 1999: Beginn der Zusammenarbeit von CONTIGO und Allpa
  • 2008: Restrukturierung der betriebsinternen Abläufe und Arbeitsteilung, Effizienzverbesserung
  • 2011: zum 25stes Firmenjubiläum, Veranstaltung eines Fairtrade Workshops mit Teilnehmern aus aller Welt
  • 2015-2017: Teilnahme am „FYDECOM Project“zur Einführen neuer Webtechniken für Alpakatextilien. Investition in innovative Technologien der Textilbearbeitung
  • 2018: beträchtliches Wachstum als Folge der Innovationen, erfolgreiche Etablierung auf dem kommerziellen Markt
  • 2019: Einführen der neuen Marke ALLPA ORIGINS für Alpakamode
  • 2019: Etablierung eines Managementsystems für Textilproduzenten in Huancayo und Huancavelica
  • 2020: Allpa erhält eine neuen Webauftritt
  • 2020: Situation während der Corona Pandemie
    • Lockdown und Schließung aller Betriebe März, April
    • Ende April vorsichtige Wiedereröfnung, Auftragseinbrüche
    • Wirtschaftlich prekäre Lage erfordert die Reduzierung aller Gehälter
    • Koordinierung von Gesundheits- und Sicherheitsmaßnahmen in den Produzentengruppen
    • Gründung eines Reaktivierungsmanagements zur Kostenkontrolle, Budgetplanung, Unterstützungsmaßnahmen für Produzenten

Zusammenarbeit mit CONTIGO seit 1999

Darum arbeitet CONTIGO mit Allpa:

Allpa wurde mit dem Ziel gegründet, peruanische Handwerker zu fördern und das kulturelle Erbe ihres Handwerks zu bewahren. Allpa erkannte früh die Bedeutung von Innovation, Design und Qualität für einen erfolgreichen Eintritt auf den globalen Markt, sie bieten dazu einen exzellenten Service für ihre Kunden in Übersee. CONTIGO schätzt die herausragenden Produkte, die Leidenschaft für das Handwerk und das Fairtrade-Engagement von Allpa. In den langen Jahren der Zusammenarbeit ist eine enge und freundschaftliche Beziehung gewachsen.

Unternehmensstruktur

Anzahl der Mitarbeiter:

  • 35 Festangestellte in der Zentrale in Lima (Jose Maria):
  • Zusammenarbeit mit 80 Werkstätten (Familienbetriebe, Handwerksgruppen, Kooperativen), insgesamt 1.500 Familien in den Bereichen Keramik, Schmuck, Heimdekor, Textilien

Arbeitsorganisation:

  • Allpa Zentrale
    • Verwaltung, Design, Produktentwicklung, Marketing, Logistik, Qualitätskontrolle
    • Regelmäßige Treffen mit allen Mitarbeitern und Handwerkern
    • Angebote für assoziierte Produzenten:
      • Unterstützung bei technischen Erneuerungen
      • Training neuer Fertigkeiten, Prozessoptimierung
      • Schulung in Führungsaufgaben, Kostenkontrolle, Qualitätsmanagement

Beispiele verbundener Werkstätten

Silberschmiede Fermin Villacompa:

  • Ort: Stadtviertel San Juan Lurigancho in Lima
  • Gründer: Fermin Villacompa erlernte das Handwerk als Sohn eines Silberschmiedes. Mit 18 Jahren gründete er zusammen mit Ehefrau Madeleine seinen eigenen Betrieb
  • Zusammenarbeit mit Allpa: seit 2002
  • Mitarbeiter: 8 Festangestellte (3 Frauen und 5 Männer)

Strickerei Juan Vargas:

  • Ort: San Juan de Lurigancho in Lima
  • Zusammenarbeit mit Allpa: seit 2007, seit 2008 eigene Werkstatt
  • Mitarbeiter: 20 Handwerker (12 Frauen, 8 Männer)
    • Frauen: Zusammennähen, Vernähen der Fäden, Anbringen der Knöpfe, Qualitätskontrolle
    • Männer: Strickarbeiten
  • In Hochsaison: bis zu 25 Handwerker
  • Allpa unterstützt Juan Vargas beim Bau einer neuen Betriebsstätte

Vertrieb

  • 98% Export (USA, Europa, Asien)
    Kunden: 80% kommerzielle Unternehmen, 20% Fairtrade Unternehmen

Ziele

  • Unterstützung kleiner Handwerksgruppen in Peru und Aufbau einer Exportstruktur für ihre Produkte
  • Verbesserung der Produktionsbedingungen, der Qualität und Produktivität
  • Ausbau der Produktpalette für einen erfolgreichen Zugang zu internationalen Märkten
  • Verbesserung der technischen Ausstattung in den Werkstätten gemäß den Anforderungen des internationalen Marktes
  • Ausbau und Positionierung der Marke Allpa

Einstufung des Fairtrade Handelspartners

FTA = Fairtrade Approved (Anerkannter Fairtrade Handelspartner)

 

Fairtrade Aspekte

Allpa verpflichtet sich, folgende Fairtrade Richtlinien einzuhalten:

Ausschluss von Kinderarbeit

Ausschluss von Diskriminierung

Keine Diskriminierung gegenüber Frauen, Menschen mit Behinderungen, Religionszugehörigkeiten, ethnischen Minderheiten, bestimmten sexuellen Orientierungen, politischen Zugehörigkeiten, HIV-Erkrankten

Angemessene Bezahlung

  • Mindestlohn Peru: 930 PEN = ca.US$ 250/Monat (Stand 2020)
  • Durchschnittslohn bei Allpa: US$ —/Monat
  • Gewinnbeteiligung für Festangestellte
  • Verdopplung des Gehaltes für Arbeiten an Sonn- und Feiertagen
  • Höhere Bezahlung von Überstunden

Menschenwürdige Arbeitsbedingungen

Arbeitszeit:

  • 48 Stunden/Woche (entspricht den Richtlinien Perus)
  • 45 Minuten Pause pro 8 Stunden Arbeit
  • 5 Tage/Woche

Soziale Leistungen:

  • Gesetzliche Gesundheits- und Sicherheitsstandards (Allpa zahlt in Krankenversicherung „ESALUD“ ein, Arbeitnehmer zahlen 12% des Lohns, alle Arbeitnehmer haben Zugang zu den staatlichen „Clinicas“/Krankenhäusern, Arztversorgung, Operationen)
  • Personal-Kummerbriefkasten (hier können Anregungen und Beschwerden anonym eingeworfen werden)
  • Bezahlter Urlaub
  • Bezahlung im Krankheitsfall oder bei Unfällen
  • Mitarbeiter erhalten täglich (12.30 Uhr) ein kostenloses Mittagessen

Bildungsangebote:

  • Allpa bietet für Mitarbeiter und Produzenten Workshops in verschiedenen Bereichen an (Technologie, Arbeitsorganisation, Qualitätssicherung)
  • Teilweise Durchführung der Fortbildungen durch ausländische Berater. Schwerpunkte: Englisch, Mathematik, Selbstorganisation, EDV

Arbeitssicherheit:

Alle Standards der Arbeitssicherheit werden erfüllt

Transparenz

  • Arbeitsverträge sind vorhanden
  • Ordnungsgemäße Lohnbuchhaltung ist vorhanden
  • Regelmäßige Personalversammlungen und Informationsveranstaltungen
  • SAR liegt vor

 

Monitoring

  • Persönliche Besuche in Lima (2012)
  • Überprüfungsgespräche während mehrerer Besuche in Deutschland
  • Mitglied von:
    • WFTO (World Fair Trade Organization) seit 2008

 

Reiseberichte

Besuch bei Allpa 2012: Reiseblog Peru Chile

 

Informationen/Texte

Ursprungswissen Allpa (Stand 10/2017) 

 

Länderinformation

Informationen über Peru

 

Fotos

Allpa trifft Bill Clinton (2014)

2014_Maria und Bill Clinton

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Besuch bei Allpa: 

Werkstatt Juan Vargas

Werkstatt Edmundo

Werkstatt Fermin

Zentrale in Lima, Peru: Verwaltung / Versand / Qualitätskontrolle

Besuch Allpa bei CONTIGO:

Video

By Janina Lange on |

SAPIA Fair Trading Partner

SFTP Team

 

Kurzporträt von CONTIGOs Partner SAPIA Fair Trading Partner (SFTP)

Produkte

Sapia koordiniert die Lieferungen von Doña Rosa, Diazgranados, Arque Arte, Montezuma und Fussioni.

 

Bogotá nach Göttingen (Quelle: Google Earth)

Bogotá nach Göttingen (Quelle: Google Earth)

Standort

Bogotá, Kolumbien – Entfernung von Europa: 8.400km

Gründungsjahr 1997

  • 1997: Gründung von Piel Acida durch Ana Maria Piedrahita
  • 2009: Gründung von SAPIA (Zusammenschluss aus den Unternehmen Piel Acida und Salvarte)
  • 2014: Umstrukturierung: SAPIA Fair Trading Partner (SFTP) ist zuständig für Handwerksgruppen, Produkte und Export; El Market ist ausschließlich im Einzelhandel tätig
  • SFTP ist CONTIGOs Handelspartner

Geschichte

  • Ana Maria, Allgemeinmedizinerin und Homöopathin, macht ihr Hobby als Kunsthandwerkerin zum Beruf
  • Neben ihrer Arbeit als Ärztin experimentiert sie mit Orangenschalen
  • Ana Maria entwickelt Orangenschalenpüppchen, Bierflaschen dienen ihr als Formenhalterung
  • Herstellung eigener Kreationen und Trocknung im Hof ihrer Eltern
  • Stetige Zunahme der Produktion, erster Kauf eines Trockenofens
  • 1997: Gründung Piel Acida („saure Haut/Orangenhaut“) nach erfolgreicher Messe in Bogotá; die erste Mitarbeiterin wird eingestellt
  • Nachbarn und Freunde sammeln die Orangenschalen für Piel Acida, später werden größere Mengen den Saftverkäufern auf der Straße abgekauft
  • 1999: Javier Cardenas wird eingestellt, Industrieingenieur, Sohn einer befreundeten Familie
  • Optimierung der Betriebsabläufe, Verkaufsvolumen in kurzer Zeit verzehnfacht
  • 2000: Erster Messebesuch außerhalb Kolumbiens, Präsentation der Orangenpüppchen
  • 2002: CONTIGO lernt Piel Acida kennenSapia30
  • 2002: CONTIGO bestellt die ersten Produkte aus getrockneten Orangenschalen (Piel Acidas erster Großauftrag)
  • 2003: Entwicklung einer neuen Produktlinie: Herstellung von Ketten und Ohrringen aus Taguanüssen
  • 2009: Zusammenschluss zu „Sapia“ (Piel Acida und Salvarte, eine inländische Ladenkette, die Handtaschen, Rucksäcke, Geldbörsen, Süßigkeiten anbietet), um neben dem ausländischen Markt auch den kolumbianischen Markt bedienen zu können
  • Zusammenschluss führt zur erhöhten Personaleinstellung sowie zu einer verbesserten innerbetrieblichen Organisation
  • Produktivitätssteigerung
  • Umzug in größere und besser ausgestattete Räumlichkeiten (Trockenöfen sind in separaten Räumen)
  • Regelmäßige Besuche in Europa
  • Ana Maria (Designerin) arbeitet eng mit Greta Herbst (CONTIGOs Designerin) zusammen, um Produkte für den europäischen Markt zu entwickeln
  • 2010 und 2011: Vortragsreihen in CONTIGO- und Weltläden
  • 2012: Übernahme der Universitätskosten für drei Studenten, die bei Sapia arbeiten und die nach ihrer Ausbildung bei Sapia fest angestellt werden
  • 2012: Eröffnung neuer Läden, damit befinden sich jetzt vier Läden am Flughafen
  • 2012/2013: Einführung eines „Notfall“-Programms, um die Familienangehörigen der Angestellten zu unterstützen (Arzneimittel, Operationen, Haushaltshilfen)
  • 2013: Sapia bezieht ein neues Gebäude (3 Etagen)
  • Eigene Läden: „El Market“ (einheimische Läden), insgesamt 6 Läden
  • 2014: Zwei weitere „El Market“ Shops werden in Mexiko und Puerto Rico eröffnet.
  • 2014: Die ursprünglichen Unternehmensteile, durch deren Fusion Sapia entstanden ist (Salvarte und Piel Acida), operieren wieder unabhängig voneinander. SAPIA Fair Trading Partner (SFTP) ist für Produktion und Export zuständig und „El Market“ steuert die Einzelhandelsläden unter diesem Namen.
  • SFTP hat unabhängige Geschäftsführungen, unterschiedliche Räumlichkeiten und eigenständiges Personal
  • SFTP ist Handelspartner und Lieferant von CONTIGO
  • 2015-2017:  Erfolgreiche Eröffnungen neuer „El Market“ Shops in mittlerweile 5 Ländern (Kolumbien, Mexiko, Puerto Rico, Panama und Spanien).
  • 2018: In den spanischen Städten Madrid und Canarias werden insgesamt sechs weitere „El Market“ Shops eröffnet.
  • 2020: Auswirkungen der Corona-Pandemie auf SFTP:
    • Entlassungen und Lohnreduzierungen im zentralen Team
    • viele Mitarbeiter/innen mussten Zweitjobs annehmen, um ihren Lebensunterhalt weiter bestreiten zu können
    • Einbruch des lokalen Markts, erhebliche Umsatzrückgänge bei den eigenen El Market Geschäften (Onlineshop wurde eingerichtet, um Verluste aufzufangen)
    • Regierungshilfen gelten nur für die „Sattelites“

Zusammenarbeit mit CONTIGO seit 2002

Unternehmensstruktur

Anzahl der Mitarbeiter: 

Die Menschen in und um SAPIA Fair Trading Partner (SFTP):

  • Direkte Mitarbeiter: 67 Frauen, 22 Männer
  • „Satellites“: saisonale Kräfte , die von zuhause aus arbeiten und per Stücklohn bezahlt werden: 6 Frauen
  • Mitarbeiter in den Partnerwerkstätten, die Produkte in Eigenregie fertigen: 41 (24 Frauen, 17 Männer), u.a.
    • Bei Doña Rosa: 7 Mitarbeiter (Rückgang aufgrund der Corona Pandemie, die anderen Mitarbeiter können je nach Auftragslage 2021 wieder aufgenommen werden), sowie drei Werkstätten
    • Bei Montezuma: 5 Mitarbeiter + Kooperation mit externen Werkstätten (30 Flechtern, je nach Auftragslage)
    • Bei Arque Arte: 3 Mitarbeiter + 2 Heimarbeiterinnen
    • Bei Diazgranados: 4 Mitarbeiter
    • Bei Fussioni: 8 Mitarbeiter
  • Organisation:
    • Geschäftsführer SFTP: Javier Cardenas Muller
    • Exportleitung/Qualitätsmanagement: Andrea Alvarez

Arbeitsstätten

A) Zentrale von SFTP: drei-geschossiges Gebäude:

  • Erdgeschoss: Lager , Pack- und Versandabteilung
  • 1. Etage: Produktion von Erstmuster, Herstellung von Dekorationen aus Orangenschale, Trocknungsöfen für Tagua- und Orangenschalenprodukte, Qualitätskontrolle, Gemeinschaftsbüro Buchhaltung, Vertrieb, Export, 3 Besprechungs- und Fortbildungsräume
  • 2. Etage: Büros für „El Market“, zwei Seminarräume , Gemeinschaftsküche mit Mikrowellenofen

B) „Satellites“ – Heimarbeiterinnen

  • 6 Frauen
  • Tätigkeiten: Zusammenstellen (Auffädeln) von Schmuckstücken
  • Alle 15 Tage bekommen sie ihr Geld ausgezahlt

C) Externe Partnerwerkstätten:

Doña Rosa – siehe hier

Montezuma – siehe hier

Arque Arte – Unternehmensportrait:

  • Produktionsort: Bogotá, nordöstlicher Stadtbezirk Usaquen
  • Geschäftsführer: Oscar Jaime Santa
  • Anzahl der Mitarbeiter: 3 Festangestellte und 2 Heimarbeiterinnen
  • Struktur / Organisation:
  • Hintergrund: Oscar Jaime Santa hat ca. 2008 die Werkstatt von seiner Tante übernommen und stellt bis heute den präkolumbianischen Goldschmuck unverändert her
  • Vertrieb: überwiegend an Souvenirshops, sowie an das Museum für präkolumbianischen Goldschmuck in Bogotá, nur kleiner Teil wird exportiert (Australien, Mexiko, Philippinen, Deutschland)
  • Bezahlung:
    • Heimarbeiterinnen erhalten Stücklohn
    • Festangestellte Mitarbeiter/innen erhalten 15% mehr als der kolumbianische Mindestlohn (COP 877.803/Monat)
  • Festangestellte Mitarbeiter/innen erhalten die gesetzlich vorgeschriebenen Vergütungen:
    • Zahlung des 13. Monatsgehalts  („cesantía“): dieser wird Anfang des Jahres direkt in einen staatlichen Pensionsfond eingezahlt, der/die Mitarbeiter/in erhält die Zinsen (12%) ausgezahlt
    • Zahlung des 14. Gehalts / Urlaubsbonus („prima de servicios“)
    • Anfahrt zur Arbeitsstätte wird zusätzlich zum Lohn bezahlt (COP 102.854 / Monat)
    • Überstunden werden nach gesetzlichen Vorschriften vergütet
  • Festangestellte Mitarbeiter/innen erhalten folgende Sozialleistungen:
    • Krankenversicherung: Arbeitgeber zahlt 8,5%, Arbeitnehmer zahlt 4% vom monatlichen Bruttolohn ein
    • Rentenversicherung: Arbeitgeber zahlt 12%, Arbeitnehmer zahlt 4% vom monatlichen Bruttolohn ein
    • Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, bei Unfällen und während des Mutterschutzes entsprechend der gesetzlichen Regelungen
    • Bezahlter Urlaub (20 gesetzliche und religiöse Feiertage, plus 15 Tage Erholungsurlaub)
    • Für alle Mitarbeiter/innen zahlt Arque Arte  in die Unfallversicherung ein
    • Arque Arte zahlt auf den Gesamtbetrag seiner Gehaltskosten die verpflichtenden Sozialabgaben an folgende Einrichtungen: den nationalen Berufsbildungsdienst SENA (Servicio Nacional de Aprendizaje), das staatliche Familienhilfswerk ICBF (Instituto Colombiano de Bienestar Familiar), sowie die diversen Familienerholungswerke (Cajas de Compensación Familiar)

Vertrieb

  • 10,5% Export durch SFTP (USA, Italien, Deutschland, Niederlande, Puerto Rico, Kanada, Australien, Panama)
  • 89,5 % Einzelhandelsumsatz durch El Market

Ziele

  • Weiterentwicklung des Kunsthandwerks in Kolumbien
  • Finanzielle Unterstützung der Mitarbeiter während der Ausbildung an der Universität
  • Beschäftigung einer größeren Anzahl von heimischen Designern, um das Traditionelle in den Produkten zu bewahren
  • Erschließung neuer Lieferanten (Gerbereien, Tagua- und Lederwerkstätten)
  • Erschließung neuer natürlicher und umweltfreundlicher Materialien, verbunden mit wettbewerbsfähigen Designs und Qualitäten
  • Erschließung neuer Kundenkreise, die das Konzept des Fairen Handels verstehen, fördern und anwenden
  • Gewinnung neuer Kunden im Schmuckbereich (hier konnte Sapia durch ihre Einzelhandelsläden viele Erfahrungen sammeln)

Besonderheiten

  • 2012/2013: Einführung eines neuen Notfall-Programms: Finanzierung der Medikamente für die Angestellten, Finanzierung der Operationskosten für die Angehörigen, Finanzierung von Haushaltshilfen in Notfällen
  • 2015: Die Personalabteilung wird ausgebaut, um den Bedürfnissen und Wohlbefinden der Mitarbeiter besser Rechnung zu tragen
  • 2018: Die Personalabteilung hat weitere Maßnahmen zur Gesundheitsförderung und Erholungsangeboten ergriffen, z.B. Angebot von Massagen, Ernährungsguides, zahnärztliche Vorsorge
  • 2020: Sapia baut einen Onlineshop mit Liefer-App für die eigenen El Market-Geschäfte auf
  • 2020: Ausbau der IT, um in der Corona-Situation auch aus der Ferne (z.B. von zu Hause) aus agieren zu können

Darum arbeitet CONTIGO mit SFTP: Atemberaubende Entwicklung einer langjährigen Partnerschaft. Deckungsgleiches Verständnis vom Fairen Handel. Sehr enge persönliche Beziehungen.

 

Einstufung des Fairtrade Handelspartners

FTA PLUS = Fairtrade Approved PLUS (Anerkannter Fairtrade Handelspartner)

 

Fairtrade Aspekte

SFTP verpflichtet sich, folgende Fairtrade Richtlinien einzuhalten:

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Ausschluss von Kinderarbeit

Ausschluss von Diskriminierung

Keine Diskriminierung gegenüber Frauen, Menschen mit Behinderungen, Religionszugehörigkeiten, ethnischen Minderheiten, bestimmten sexuellen Orientierungen, politischen Zugehörigkeiten, HIV-Erkrankten

Bei SFTP arbeiten Menschen vieler unterschiedlicher Volksgruppen zusammen

Angemessene Bezahlung

  • Mindestlohn in Kolumbien: COP 877.803/Monat (COP= Kolumbianischer Peso)
  • Mindestlohn bei SFTP: COP 1.270.937/Monat
    • Feste Gehälter in allen Abteilungen
    • Auszahlung am letzten Freitag des Monats per elektronischer Überweisung
  • Bonuszahlungen (oder Sachleistungen) für besonders engagierte Mitarbeiter/innen
  • SFTP leistet für seine festangestellten Mitarbeiter/innen die gesetzlich vorgeschriebenen Vergütungen:
    • Zahlung des 13. Monatsgehalts  („cesantía“): dieser wird Anfang des Jahres direkt in einen staatlichen Pensionsfond eingezahlt, der/die Mitarbeiter/in erhält die Zinsen (12%) ausgezahlt
    • Zahlung des 14. Gehalts / Urlaubsbonus („prima de servicios“)
    • Anfahrt zur Arbeitsstätte wird bezahlt (COP 102.854 / Monat)
    • Überstunden werden nach gesetzlichen Vorschriften vergütet
  • Arbeitskleidung wird zweimal jährlich bezahlt

Menschenwürdige Arbeitsbedingungen

Arbeitszeit:

  • Reguläre Arbeitswoche: 40 Stunden
  • Kann in Übereinstimmung mit dem kolumbianischen Arbeitsrecht auf 48 erhöht werden, wenn erforderlich
  • Arbeitszeiten ab 48 Stunden gelten als Überstunden, für die ein Zuschlag gezahlt wird
  • 5 Tage/Woche

Soziale Leistungen:

Für alle festangestellten Mitarbeiter/innen zahlt SFTP in folgende gesetzliche Versicherungen ein:

  • Krankenversicherung: Arbeitgeber zahlt 8,5%, Arbeitnehmer zahlt 4% vom monatlichen Bruttolohn ein
  • Rentenversicherung: Arbeitgeber zahlt 12%, Arbeitnehmer zahlt 4% vom monatlichen Bruttolohn ein
  • Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, bei Unfällen und während des Mutterschutzes entsprechend der gesetzlichen Regelungen
  • Bezahlter Urlaub (20 gesetzliche und religiöse Feiertage, plus 15 Tage Erholungsurlaub)
  • Für alle Mitarbeiter/innen zahlt SFTP  in die Unfallversicherung ein
  • SFTP zahlt auf den Gesamtbetrag seiner Gehaltskosten die verpflichtenden Sozialabgaben an folgende Einrichtungen: den nationalen Berufsbildungsdienst SENA (Servicio Nacional de Aprendizaje), das staatliche Familienhilfswerk ICBF (Instituto Colombiano de Bienestar Familiar), sowie die diversen Familienerholungswerke (Cajas de Compensación Familiar)
  • Freiwillige Übernahme von Extrakosten für Krankenhausbesuche
  • Gemeinsame Feiern für ein familiäres und freundschaftliches Arbeitsklima:
    • Jeden Monat werden die Geburtstage der Mitarbeiter gefeiert, die Geburtstagskinder erhalten zudem einen Gutschein im Wert von COP 50.000, den sie für einen Supermarkteinkauf nutzen können
    • Große Betriebsfeier am Jahresende mit gutem Essen und Abendprogramm
    • Die Personalabteilung organisiert jeden letzten Freitag im Monat ein Betriebsfrühstück
    • In der Weihnachtszeit gibt es  wöchentlich ein Betriebsfrühstück
    • Zu Halloween veranstaltet SFTP ein Kostümfest


Bildungsangebote:

  • Mitarbeiter können bei Interesse an der Universität studieren, Kosten werden übernommen und eingeschränkte Arbeitszeiten sind ohne Probleme möglich
  • SFTP ist Ausbildungsbetrieb:
    • Unternehmen ab einer bestimmten Größe sind verpflichtet, Auszubildende anzustellen
    • Auszubildende besuchen die  Schule für ein oder zwei Jahre, abhängig von der Fachrichtung
    • Bei SFTP selbst erhalten die Auszubildenden eine sechsmonatige praktische Ausbildung (bezahlt)

Transparenz

  • Arbeitsverträge sind vorhanden
  • Ordnungsgemäße Lohnbuchhaltung ist vorhanden
  • SAR liegt vor

Monitoring

  • Durch persönliche Besuche in Bogotá (2006, 2011, 2013, 2015, 2017)
  • Überprüfungsgespräche während mehrerer Besuche in Deutschland

 

Informationen/Texte

Ursprungswissen Sapia (Stand 09/2014)

 

Länderinformation

Informationen über Kolumbien

 

Fotos

Besuch bei Sapia (Zentrale)

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Besuch  der Werkstatt Angel Azul: 

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Sapia auf Vortragsreise in Deutschland 

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Erster Besuch bei Sapia (Dezember 2006) 

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By Janina Lange on 21. Dezember 2020 |

Craft Beauty

Motto: Bring happiness to other people and happiness will create happiness.

 

Kurzporträt von CONTIGOs Partner Craft Beauty

Hanoi  nach Göttingen (Quelle: Google Earth)

Produkte

Taschen und Accessoires aus verschiedenen Stoffen
(Kollektionen: HOBOBAG, Wendetaschen, „Little Paradise“)

Standort

Hanoi (Stadtteil Long Bien), Vietnam – Entfernung von Europa: 8.600km

Gründungsjahr 2003

Geschichte

  • Hoai Nguyen studiert Marketing und Betriebswirtschaft und engagiert sich während des Studiums für die ländliche Entwicklung in einer US-amerikanischen Organisation. Sie hilft Kunsthandwerkern, mit ihren Produkten auf dem ausländischen Markt Fuß zu fassen
  • 2002: Sie macht die Förderung von Handwerkern und die Vermarktung ihrer Produkte zu ihrem beruflichen Schwerpunkt
  • 2003: Offizielle Gründung von Craft Beauty durch Hoai Nguyen und ihrem Ehemann Diep: sie spezialisieren sich auf Produkte aus Seide (Taschen, Accessoires, Bekleidung), erste Messeteilnahmen und erste Exporte, es gibt nur wenige Mitarbeiter, die für die Qualitätskontrolle und das Verpacken zuständig sind
  • 2004: Craft Beauty stellt eine Mustermacherin ein, die eigene Designs und Schnittmuster für die Werkstätten entwirft; eine eigene Nähwerkstatt wird im Privathaus eingerichtet
  • 2005-2009: Craft Beauty wird Mitglied der Fairtrade Federation (FTF) in den USA (die Mitgliedschaft endet, da ab 2009 nur noch US-amerikanische Firmen zugelassen werden)
  • 2006/2007: Kauf eines eigenen Werkstattgebäudes, Ausweiten der Näherei und Einrichtung einer eigenen Produktion
  • 2009: Umzug in ein größeres Produktionsgebäude in der Nachbarschaft; die ehemalige kleine Werkstatt wird nun als Schlafunterkunft für Pendlerinnen genutzt
  • 2009-2017: Teilnahme an verschiedenen Messen, Aufbau eines internationalen Kundenstamms
  • 2010: CONTIGO lernt Craft Beauty kennen, ein sofortiger Besuch in Vietnam schließt sich an, seitdem folgen jährliche Großaufträge und umfangreiche Produktentwicklungen
  • 2015: Zusammenarbeit mit „ethnischen Minderheiten“ in den Provinzen von Mai Chau und Nghe An
  • 2017: Eine zweite Designerin wird eingestellt
  • 2019: Der CONTIGO e.V. finanziert die Anschaffung von fünf modernen Nähmaschinen, die die Qualität ihrer Näharbeiten wesentlich verbessern und die Produktivität steigern
  • 2020: Wirtschaftliche Auswirkungen der Covidpandemie, Auftragseinbrüche bis 50%, Reduzieren der Mitarbeiterzahl im eigenen Betrieb, weniger Aufträge an externe Produktionsgruppen, 35% weniger Beschäftigte als 2019

Zusammenarbeit mit CONTIGO seit 2010

Unternehmensstruktur

Anzahl der Mitarbeiter:

  • 55 Vollzeitmitarbeiter
    • 31 Mitarbeiter in der zentralen Werkstatt in Hanoi
      • 31 Vollzeit, keine Teilzeit
      • Produktion, Weiterverarbeitung, Verpackung: 22
      • Design, Produktentwicklung: 3
      • Qualitätskontrolle: 4
      • Verwaltung, Marketing, Verkauf: 8
    • 24 Mitarbeiter in dezentralen Werkstätten in den Provinzen Ha Tay, Hung Yen und Hai Phong

 

Arbeitsorganisation:

  • Aufgaben in der zentralen Werkstatt in Hanoi:
    • Vorbereitung der Produktion (Zuschnitt der Stoffe für die externen Werkstätten)
    • Produktion (komplizierte Näharbeiten)
    • Qualitätskontrolle
    • Verpackung
    • Verwaltung und Produktentwicklung
  • Geschäftsführer Diep und Produktionsleiterin Oanh Hoang
    • besuchen regelmäßig die externen Werkstätten
    • kontrollieren die einzelnen Produktionsschritte
    • schulen neue Mitarbeiter und leiten diese bei neuen Techniken an
    • setzen Qualitätsstandards ein und durch

 

  • Externe Produzenten:
    • Gruppen von überwiegend 3-5 Personen, die größte Gruppe zählt 15 Handwerker und Einzelpersonen (Hausfrauen, die sich neben der Kinderbetreuung und der Landwirtschaft ein Zubrot verdienen). In 2020 nur noch Aufträge an Einzelpersonen, Hausfrauen, wegen geringerer Auftragslage bei Craft Beauty
    • in 2020 kann Craft Beauty die bisherigen Produzentengruppen nicht mehr mit Aufträgen versorgen, sie nähen daher überwiegend für den lokalen Bekleidungsmarkt
    • Aufgaben: nähen, bedrucken, besticken, häkeln
    • Organisation in kleinen Gruppen: 3-5 Personen sind einer Gruppenleiterin unterstellt, diese plant alle Arbeitsschritte, verteilt die Arbeit nach Fähigkeiten und Erfahrung, ist verantwortlich für die Qualität, erhält für termingerechte und qualitative gute Arbeit einen Bonus
    • Ausstattung:
      • größere Gruppen sind voll ausgestattet mit Nähmaschinen und Schneiderwerkzeug, Zuschnitte erfolgen in der Werkstatt, keine Vorbereitung von Materialien durch Craft Beauty, Vorkasse-Anzahlung für Zubehör, Häkelgarne, Löhne, Betriebskosten
      • kleinere Gruppen und Einzelpersonen erhalten von Craft Beauty fertige Materialpakete, teure Nähmaschinen können über Craft Beauty geleast werden (Abtragszahlung, Verrechnung mit Aufträgen)
  • Wochenbesprechung für alle Mitarbeiter: jeden Samstag
  • Regelmäßige Besprechungen mit den Abteilungsleiterinnen
  • Austausch zu verschiedenen Themen (Design, Lohnregelungen, Arbeitsbedingungen, Unternehmensentwicklung, Produktivität)
  • Alle 2 Wochen Treffen mit dem ganzen Team zu Themen wie Prozessoptimierung, Erfolge, Schwierigkeiten, Entwicklungen, Perspektiven bei Craft Beauty

 

Vertrieb

  • 75% Export: U.S.A., Großbritannien, Australien, Niederlande, Kanada, Deutschland, Italien)
  • 25 % Inland

Ziele

  • Erhöhung der Ausbildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten für Frauen und benachteiligte Bevölkerungsgruppen (Menschen ohne Schulabschluss oder Ausbildung)
  • Erhalt und Förderung des traditionellen Handwerks
  • Höheres Einkommen für alle Mitarbeiter
  • Aufbau neuer Geschäftsbeziehungen
  • Erweiterung der Produktlinien

Besonderheiten

  • Schwerpunkt bei Craft Beauty: Schaffen von Arbeitsmöglichkeiten für Menschen mit körperlichen / psychischen Einschränkungen, sowie für Menschen ohne Schulbildung
  • Einkommensmöglichkeiten für Frauen in ländlichen Regionen
  • Arbeit soll mit der Kinderbetreuung vereinbar sein
  • Kostenlose Unterkunft für Mitarbeiterinnen mit langem Anreiseweg vorhanden; hier wohnen auch die Frauen aus den Dörfern während der Einarbeitung und Fortbildung

Darum arbeitet CONTIGO mit Craft Beauty: Selten war eine gemeinsame Produktentwicklung unmittelbar nach dem ersten Kennenlernen so erfolgreich.

 

Einstufung des Fairtrade Handelspartners

FTA PLUS = Fairtrade Approved PLUS (Anerkannter Fairtrade Handelspartner)

 

Fairtrade Aspekte

Craft  Beauty verpflichtet sich, folgende Fairtrade Richtlinien einzuhalten:

Ausschluss von Kinderarbeit

Ausschluss von Diskriminierung

Keine Diskriminierung gegenüber Frauen, Menschen mit Behinderungen, Religionszugehörigkeiten, ethnischen Minderheiten, bestimmten sexuellen Orientierungen, politischen Zugehörigkeiten, HIV-Erkrankten

Einige Frauen mit Behinderungen arbeiten in hohen Positionen

Angemessene Bezahlung

  • Mindestlohn in Hanoi: 4.42 Mio Dong/Monat
  • Gehälter bei Craft Beauty: US$ 180-450/Monat, je nach Verantwortungsbereich
    • In der zentralen Werkstatt:
      • Büroangestellte, Abteilungsleiter, Mitarbeiter im Zuschnitt und der Qualitätskontrolle erhalten Festgehälter
      • Mitarbeiter in der Produktion erhalten Stücklohn
    • Externe Mitarbeiter erhalten Stücklohn: der Monatslohn ist dementsprechend abhängig von der Auftragsgröße und der Arbeitsleistung, der Stücklohn wird vorher vereinbart
  • Doppelter Lohn bei Überstunden
  • Bonuszahlung bei guten Leistungen
  • Jährliche Lohnverhandlungen, abhängig von der Arbeitsleistung und der Teuerungsrate
    • 2012: Lohnerhöhung, um bei 20% Inflationsrate im Land einen Ausgleich schaffen zu können
    • 2014-2016: Bonuszahlung für gute Qualität und rechtzeitige Fertigstellung
    • 2020: alle Mitarbeiter verzichten wegen der schwierigen wirtschaftlichen Lage auf die jährliche Lohnerhöhung

Menschenwürdige Arbeitsbedingungen

Arbeitszeit:

  • 8 Stunden/Tag
  • 1 Stunde Pause
  • 6 Tage/Woche ( 2020: 5 Tage/Woche auf Grund der geringeren Aufträge)

Soziale Leistungen:

Für die 31 Mitarbeiter, die in der zentralen Werkstatt arbeiten:

  • Bezahlter Urlaub (10 Feiertage + 12 Urlaubstage)
  • Einzahlung in die Sozialversicherungen („Social Insurances“), bestehend aus:
    • Rentenversicherung
    • Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, bei Unfällen und im Mutterschutz
    • Unfallversicherung
    • Arbeitgeber zahlt 21,5 %, der Arbeitnehmer zahlt 10,5 % des monatlichen Bruttoeinkommens

Für alle 55 Mitarbeiter:

  • Einzahlung in die gesetzliche Krankenversicherung (Arbeitgeber zahlt 3%, Arbeitnehmer zahlt 1,5% des monatlichen Bruttoeinkommens)
  • Kostenlose Schlafunterkunft für Frauen, die nur am Wochenende nach Hause fahren können (zzt. nutzen 6 Frauen die Unterkunft)
  • Finanzielle Unterstützung im Bedarfsfall
    • Vergabe von Darlehen für wichtige Anschaffungen (Hausbau) oder andere Familienbelange
    • Vergabe von Krediten an Arbeitsgruppen für Werkzeuge, Maschinen, Materialien
    • Dauerhafte Leihgabe der Nähmaschinen (Leasing)
  • Förderung der Gesundheit am Arbeitsplatz: Angebot eines kostenlosen Yogakurses, besonders für Frauen, die hauptsächlich im Sitzen an den Nähmaschinen arbeiten

Bildungsangebote:

  • Weiterbildung in den Bereichen: Computerkenntnisse, Führungsfähigkeiten, Design, Mode, Fairer Handel, Export
  • Sensibilisierung der externen Werkstätten für die gewünschten Qualitätsstandards
  • Kontinuierliche Ausbildung von benachteiligten Frauen zu Schneiderinnen

Transparenz

  • Arbeitsverträge sind vorhanden
  • Ordnungsgemäße Lohnbuchhaltung ist vorhanden
  • SAR liegt vor

 

Monitoring

  • Persönliche Besuche in Hanoi (2010, 2012, 2014, 2015, 2018)
  • Überprüfungsgespräche während mehrerer Besuche in Deutschland
  • Mitglied von:
    • WFTO (World Fair Trade Organization) seit 2010

 

Reiseberichte

Besuch 2015: Reisebericht Craft Beauty 2015

 

Informationen/Texte

Ursprungswissen (Stand 06/2020)

 

Länderinformation

Informationen über Vietnam

 

Fotos

Besuch 2018

Besuch 2014

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Besuch 2012

 

Besuch 2010

     

By Janina Lange on 20. Dezember 2020 |

CONTIGO Daten & Fakten

Das CONTIGO-Team

 

Die CONTIGO Gruppe ist eine der führenden Organisationen des Fairen Handels in Deutschland.

 

Gesellschafter und Geschäftsführer

Gesellschafter: CONTIGO Beteiligungs GmbH (100%)

Geschäftsführer: Ingo Herbst und Ralph Wüstefeld

 

Produkte

  • Nonfood: 70%
  • Food: 20%
  • Sonstiges: 10% (z.B. Zubehör, Karten, Kalender)

 

Standort

Göttingen, Niedersachsen, Deutschland

 

Gründung 01. Juli 1994

 

Geschichte

  • Bis 1993: Ingo Herbst ist Geschäftsführer der GEPA
  • 1. Juli 1994: Gründung des ersten CONTIGO Fairtrade Shops in Göttingen/Niedersachsen durch Monika und Ingo Herbst
  • 1996: Beginn der eigenen Import- und Großhandelsaktivitäten
  • 1999: Ausweitung des Vertriebs an deutsche Weltläden, Einsatz des Internets als Bestell- und Informationsmedium, Registrierung durch „ATO-TÜV“ des Weltladen-Dachverbands
  • 2003: Umzug der Zentrale in neues modernes Gebäude im Göttinger Gewerbegebiet
  • 2004: Ausweitung des Vertriebs auf europäische Weltläden wie Österreich, Luxemburg, Zertifizierung durch die „ARGE“, Dachverband der österreichischen Weltläden
  • 2008: Erweiterung der Geschäftsführung: Ralph Wüstefeld wird neben Ingo Herbst als weiterer Geschäftsführer berufen
  • 2009: Beginn der planmäßigen Expansion
  • 2010: Aufstockung des CONTIGO Teams
  • 2011/2012: Veröffentlichung der CONTIGO Fair Trade Datenbank
  • 2012: Verabschiedung des CONTIGO Leitbildes
  • 2014: 20-jähriges Jubiläum
  • 2017: Modernisierung des Onlineshops
  • 2019: 25-jähriges Jubiläum

Mitarbeiter der Zentrale

38 Mitarbeiter/innen – Stand 2020

Die CONTIGO Gruppe

  1. CONTIGO Beteiligungs GmbH (Finanzierung, Anlegerbetreuung, Holding)
  2. CONTIGO Fairtrade GmbH (Ausbau und Pflege der Beziehungen zu Produzentzen, Import, Logistik, Distribution, Ausbildung, Fortbildung)
  3. CONTIGO Fairtrade Support GmbH (Finanzierung und Unterstützung des Wiederaufbaus des Produzenten Kapula Candles in Südafrika)
  4. CONTIGO e. V. (gemeinnützig): Verein zur Unterstützung von in Not geratenen Produzenten, außerhalb der Handelstätigkeit
  5. CONTIGO Fairtrade Shops:
  • Aachen
  • Bad Homburg
  • Bonn
  • Braunschweig
  • Bremen
  • Dresden
  • Erfurt
  • Erlangen
  • Flensburg
  • Göttingen
  • Hannover
  • Heidelberg
  • Jena
  • Koblenz
  • Konstanz
  • Leipzig
  • Lüneburg
  • Mainz
  • Marburg
  • Oldenburg
  • Osnabrück
  • Paderborn
  • Saarbrücken
  • Tübingen
  • Wiesbaden

 

Kunden und Vertriebswege

  • CONTIGO Fairtrade Shops (über gemeinsames Warenwirtschaftssystem im Intranet)
  • Weltläden in Europa (über Internet/Webshop)
  • Fachgeschäfte (über Internet/Webshop)
  • Schlüsselkunden (über Direktkontakt)
  • Private Kunden (über Internet/Webshop)
  • Befreundete europäische Importorganisationen

 

Umsatz und Stammkapital

  • Stammkapital : € 140.000
  • Umsatz 2005 : € 2,1 Mio.
  • Umsatz 2006 : € 2,5 Mio.
  • Umsatz 2007 : € 2,8 Mio.
  • Umsatz 2008 : € 3,1 Mio.
  • Umsatz 2009 : € 3,7 Mio.
  • Umsatz 2010 : € 3,6 Mio.
  • Umsatz 2011 : € 4,3 Mio.
  • Umsatz 2012 : € 4,6 Mio.
  • Umsatz 2013 : € 6,7 Mio. (nach Konsolidierung)
  • Umsatz 2014 : € 7,4 Mio.
  • Umsatz 2015 : € 8,0 Mio.
  • Umsatz 2016: € 8,7 Mio.
  • Umsatz 2017: € 9,1 Mio.
  • Umsatz 2018: € 10,185 Mio.
  • Umsatz 2019: € 10,527 Mio.

 

Mitgliedschaft und Akkreditierungen

  • Anerkannter Lieferant der deutschen Weltläden durch den Weltladen Dachverband
  • Registrierter Lieferant bei der ARGE Österreich (Arbeitsgemeinschaft der österreichischen Weltläden)
  • Zertifiziert von Öko-Kontrollstelle „Gesellschaft für Ressourcenschutz“ (GfRS)

 

 

By Janina Lange on 26. November 2020 |

Papier- & Holzdekoration

Origami-Papierdekorationen

Hersteller

SEET KAMAL

Material

industrielles Papier

Herstellungsprozess

  1. Maschinelles Aufbringen von Klepestreifen auf Papierpogen
  2. Aufeinander schichten der Papierbögen
  3. Maschinelles pressen und erwämen des Papierstapels um Klebeverbindung zu fixieren
  4. Stanzen der Formen aus Paierstapel
  5. halbieren und Rücken wie beim Buchbinden verkleben
  6. Anbringen von Magneten, Glitzer und anderen Ornamenten
  7. Aufhängen zum Trocknen und zur Qualitätskontrolle

Fotos

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MDF-Holzdekorationen

Hersteller

SEET KAMAL

Material

MDF –Mittedichte Holzfaserplatten

  •  Herstellung aus Hölzern wie Kiefer, Fichte, Eukalyptus, Pappel, Akazie
  • Durch Zerfasern, Beleimen und Pressen
  • Die Steckfiguren und Muster entstehen durch digitales Laserdesign

Herstellungsprozess

  1. Programmieren des Lasergeräts auf Scneidekonturen des gewünschten Objekts
  2. Einlegen der MDF-Platte
  3. Laservorgang
  4. Anbringen von Aufhängungen und weiteren Dekorationen

Fotos

By Claudia Specht on 20. Oktober 2020 |

Feather Touch

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Feather Touch

 

Kurzporträt von CONTIGOs Partner Feather Touch

Kalkutta nach Göttingen
(Quelle: Google Earth)

Produkte

Aus Rindsleder, Schwerpunkt ECOfriendly Leder aus vegetabiler Gerbung

Aus Ziegenleder, aus vegetabiler Gerbung

Standort

Kalkutta, im Bundesstaat Westbengalen, Indien – Entfernung von Europa: 7.300km

Gründungsjahr 2005

Geschichte

  • Nandeswar Prasad Chowdhury, ehemals Produktentwickler bei EMA (Equitable Marketing Association) gründet Feather Touch als Vermarktungsorganisation von Handwerksprodukten. Zusammenarbeit mit Handwerksgruppen in Uttar Pradesh und Westbengalen.
  • 2000: Früher Tod des Unternehmensgründers; Sohn Vivek Chowdhury (damals 19 Jahre) führt den Familienbetrieb weiter
  • 2005: Feather Touch bezieht ein eigenes Betriebsgebäude in Kalkutta und spezialisiert sich auf  die Herstellung von Lederwaren
  • 2010: CONTIGO lernt Feather Touch kennen
  • 2013: Intensivierung der Zusammenarbeit CONTIGO – Feather Touch durch Fokus auf eigene Designs und höhere Lederqualitäten
  • 2015: Feather Touch spezialisiert sich auf hochwertige Produkte aus ECOfriendly Rindsleder, daneben werden auch Sortimente aus Ziegen- und Büffelleder hergestellt
  • 2016: Entwicklung eigener ECOfriendly Ledervarianten in Rinds- und Ziegenleder zusammen mit einer assoziierten Gerberei
  • 2017: Inbetriebnahme einer eigenen, gemieteten Gerberei
  • 2017: Verlagerung der Produktion in den Südosten Kalkuttas wird anvisiert, Grundstück und Baugenehmigung sind bereits vorhanden
  • 2019: Gerberei wird in ein anderes Gebäude in Bantala CLC verlegt
  • November 2019: Umzug des Betriebs in den Südosten Kalkuttas wird verworfen, stattdessen: Kauf eines fünfstöckigen Produktionsgebäudes im nahegelegenen Gewerbegebiet, phasenweiser Umzug (da der vorherige Besitzer im Gebäude noch produziert)

Zusammenarbeit mit CONTIGO seit 2010

Unternehmensstruktur

Anzahl der Mitarbeiter:

  • Mitarbeiter intern / in der zentralen Werkstatt: 40-45
    • davon 20 Mitarbeiter mit Festgehalt in den Abteilungen: Verwaltung, Materialeinkauf, Design & Produktentwicklung, Mustermacher, Zuschnitt, Qualitätskontrolle
    • 7 Produktionsgruppen mit 20-25 Mitarbeitern auf Stücklohnbasis in der Taschen- und Börsenfertigung
  • Externe / dezentrale Produzentengruppen: 
    • 2 Gruppen für Börsen und Kleinlederfertigung
    • 1 Gruppe für Shantileder, Zameer Ahmed, Zusammenarbeit seit 14 Jahren
    • 1 Gruppe für bemalte Lederwaren (Sprühtechnik)
    • In jeder Produktionsgruppe arbeiten 6-10 Personen

Arbeitsstätten:

Eigenes Betriebsgebäude: zwei ehemalige Wohnhäuser, dreigeschossig

  • Erdgeschoss: Büros für Buchhaltung, Verwaltung, Design und Showroom
  • Ebenerdige Anbauten: Lager, Werkraum mit Spezialmaschinen zum Stanzen, Drucken, Falzen für vorbereitende Arbeitsgänge
  • Obergeschosse: auf jeder Etage jeweils 3 Werkräume für mehrere Produktionsgruppen von 3-6 Personen, Materiallager
  • Dachgeschoss: Qualitätskontrolle und Reparaturen
  • (Technische) Ausstattung:
    • Helle Arbeitsräume, Tageslicht
    • Ventilatoren
    • Moderne Ausstattung mit Maschinen (Stanzen, Prägen, Spalten, Schleifen)
    • Auf jeder Etage befinden sich Toiletten, geprüfte Feuerlöscher

Das neu erworbene Gebäude in Kalkutta:
5-geschossiges Gebäude mit Dachgeschoss. Der Umzug der Produktion beginnt im November 2019. Die Übernahme vom Vorbesitzer erfolgt in Schritten, da die Vormieter noch weiter produzieren. Das Gebäude verfügt über großzügige Arbeitsplätze, gut ausgestattete Büro- und Ausstellungsräume, eine Cafeteria, einen Personen- und Lastenaufzug. Zwei Obergeschosse sind bereits mit Tischen für die Versandabteilung ausgestattet.

Arbeitsorganisation:

  • In Produktionsgruppen mit Gruppenleiter und Team:
    Zusammensetzung aus Personen mit verschiedenen Fertigkeiten und Erfahrungen (un-skilled, semi-skilled und skilled) für einfache (Kleben) bis komplexe Tätigkeiten (Zuschnitt, Nähen).
  • Produktion im Haus (intern):
    • komplette Taschenproduktion
    • die Arbeit mit ECOfriendly Leder
  • Externe / dezentral gelegene Produktionsgruppen:
    • fertigen Kleinlederwaren in eigenen Werkstätten im ländlichen Umkreis Kalkuttas
    • erhalten die vorbereiteten Materialien, sowie Anzahlungen auf Betriebs- und Arbeitskosten

Vertrieb

100% Export (Österreich, Großbritannien, Deutschland, Italien, Australien, Niederlande)

Ziele

  • Innerhalb der nächsten Jahre: Vergrößerung der Belegschaft auf 250 Handwerker/innen (für Taschen und Börsen) in der neuen Produktionsstätte
  • Ausbau einer eigenen Gerberei zur Beschaffung von hochwertigem Ökoleder
  • Erhöhung des Frauenanteils in der Fertigung: das wird erst nach Inbetriebnahme der neuen Gebäude möglich sein

Besonderheiten

  • Besonderer Fokus auf umweltfreundliche Produktion und umweltfreundliche Lederverarbeitung
  • Feather Touch´s Mitarbeiter/innen haben hervorragende Kenntnisse und Erfahrungen in allen Bereichen des Lederherstellungsprozesses, von der Rohhaut bis zum fertigen Produkt

 

Darum arbeitet CONTIGO mit Feather Touch: Feather Touch ist ein innovationsfreudiges Kleinunternehmen mit dem Bestreben sich in Design und Qualität ständig zu verbessern, sehr gute Arbeitsbedingungen.

 

Einstufung des Fairtrade Handelspartners

FTA = Fairtrade Approved (Anerkannter Handelspartner)

 

Fairtrade Aspekte

Feather Touch verpflichtet sich, folgende Fairtrade Richtlinien einzuhalten:

Ausschluss von Kinderarbeit

Ausschluss von Diskriminierung

Keine Diskriminierung gegenüber Frauen, Menschen mit Behinderungen, Religionszugehörigkeiten, ethnischen Minderheiten, bestimmten sexuellen Orientierungen, politischen Zugehörigkeiten, HIV-Erkrankten

Das Feather Touch Team besteht seit seiner Gründung aus Muslimen, Hinduisten und Christen.

Angemessene Bezahlung

  • Mindestlöhne im Bundesstaat Westbengalen: (INR = Indische Rupie), Gerbereigewerbe, Lederproduktion
    • Ungelernte Arbeiter (un-skilled): INR 8.005/ Monat
    • Angelernte Arbeiter (semi-skilled): INR 8.806/ Monat
    • Facharbeiter (skilled): INR 9.687/ Monat
  • Festangestellte
    • Gehälter für Qualitätskontrolle und Hilfsarbeiten: INR 7.000- 8.000/ Monat
    • Gehälter in der Produktion, Zuarbeiten (semi-skilled) : INR 9.500 – 12.000/ Monat
    • Gehälter für Spezialisten ( Schnittmuster erstellen): INR 13.500 – 22.000/ Monat
    • Alle Einkommen sind Mindesteinkommen und erhöhen sich je nach Auftragslage (Zuschläge, Überstunden)
    • Monatliche Überweisung auf eigene Bankkonten
  • Mitarbeiter/innen in den Produktionsgruppen (zentral sowie dezentral) erhalten Stücklöhne 
    • Mindestgehalt eines Mitarbeiters in der Fertigung auf Stücklohnbasis: INR 8.000/Monat
    • Der Gruppenleiter erhält bis zu INR 15.000/ Monat
    • Einkommen variiert je nach Auftragslage und Anwesenheitszeiten der Mitarbeiter
    • Löhne werden überwiegend bar ausgezahlt
  • Der Verdienst liegt ca. 10% höher im Vergleich zu anderen Arbeitsplätzen in der Region
  • Jährliche, inflationsbedingte Lohnanpassung
  • Höhere Bezahlung an Sonn- und Feiertagen
  • Bonusleistungen für Festangestellte: 1 Monatsgehalt als Einmalbonus im Jahr
  • Bonusleistungen für Gruppenleiter und leistungsorientierte Mitarbeiter in den Produktionsgruppen (indoor und outdoor): 50% ihres Monatseinkommens als Einmalbonus im Jahr

 

Menschenwürdige Arbeitsbedingungen

Arbeitszeit: 

  • 8 Stunden/Tag (Samstags 10:30 – 19:00 Uhr)
  • 30 Minuten Pause
  • 6 Tage/Woche

Soziale Leistungen:

Für alle Mitarbeiter/innen mit Festgehalt:

  • 17 Tage öffentliche und religiöse Feiertage
  • 12 Tage Lohnfortzahlung im Krankheitsfall oder bei Unfällen
  • 4 sonstige Urlaubstage
  • Verpflichtende Einzahlung in die gesetzliche Krankenversicherung ESI (= Employee State Insurance): Arbeitnehmer zahlt 0,75%, Arbeitgeber zahlt 3,75 % des Bruttolohns
  • Verpflichtende Einzahlung in die gesetzliche Rentenversicherung PF (=Employees‘ Provident Fund): Arbeitnehmer und Arbeitgeber zahlen je 12% des Bruttolohns (abzüglich Wohnungszuschuss „housing allowance“)
  • Vergabe von zinslosen Darlehen mit individuellem Rückzahlplan, für familiäre Belange
  • Im Fall von Überstunden werden kostenloses Essen und Übernachtungsmöglichkeiten gestellt

Arbeitssicherheit:

  • Alle Sicherheitsstandards werden erfüllt
    • Sicherheitskleidung wird gestellt: Atemmasken, Schutzbrillen
    • Erste Hilfe Kasten vorhanden, zwei Ersthelfer werden im  Dezember 2019 ausgebildet
    • Feuerschutz- / Brandschutzzertifikat (Fire License) vorhanden, regelmäßige externe Kontrolle und Brandübungen im Haus
    • Zwei Notausgänge über Außentreppen vorhanden

Transparenz

  • Ordnungsgemäße Lohnbuchhaltung ist vorhanden
  • SAR liegt vor

 

Monitoring

  • Durch persönliche Besuche in Kalkutta (2011, 2013, 2014, 2015, 2016, 2017, 2018, 2019)
  • Überprüfungsgespräche während mehrerer Besuche in Deutschland

 

Reiseberichte

Besuch 2015: Reisebericht Feather Touch 2015

 

Informationen/Texte

Ursprungswissen Feather Touch (Stand 10/2020)

Bebilderte Präsentation Lederproduzenten von CONTIGO (Stand 2018) 

 

Länderinformation

Informationen über Indien

 

Fotos

Besuch in Kalkutta (2017 & 2018)

  

Besuch in Kalkutta (2014)

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Besuch in Kalkutta (2013)

Besuch in Kalkutta (2011)

 

By Janina Lange on 25. September 2020 |