Afrikiko

Besuch bei Afrikiko 2008

Kurzporträt von CONTIGOs Partner Afrikiko

Produkte

Aus Speckstein

Standort

Tabaka (ca. 30 km südwestlich von Kisii-Stadt, im gleichnamigen County), Kenia – Entfernung von Europa: 6.000km

Tabaka nach Göttingen (Quelle: Google Earth)

Tabaka nach Göttingen (Quelle: Google Earth)

Gründungsjahr 1996

Geschichte

  • 1994/1995: GTZ–Mitarbeiter (heute GIZ) entdeckt das künstlerische Potential des kenianischen Specksteinhandwerks. Er bittet Muriuki Njeru (Informatiker) um seine Unterstützung bei der Einführung dieser Produkte auf dem deutschen Markt
  • 1995: Gründung von Afrikiko durch Muriuki Njeru mit Firmensitz in Berlin, erste Messeauftritte
  • 1995: CONTIGO lernt Afrikiko kennen und ist damit der erste Kunde des neu gegründeten Unternehmens
  • 1996: Afrikiko beginnt seine Arbeit in Tabaka, Kisiiregion, mit sechs Familien in der Specksteinproduktion (22 Personen sind eingebunden)
  • 1996-1997: Strukturaufbau durch Muriuki vor Ort, Einstellung eines Managers, Einstellung von drei Mustermachern (Daniel, Shem, Moses)
  • 1995-2003: Schleppende wirtschaftliche Entwicklung
  • 2002: Muriukis Frau Dagmar beendet ihre Tätigkeit als Sozialpädagogin und übernimmt die Verkaufsleitung bei Afrikiko
  • Ab 2003: Schwerpunktsetzung auf innovative Designs, verbesserte Produktqualität, neue Farben und Formen. Das von Dagmar Schwarz entwickelte Specksteinherz wird ein internationaler Erfolg
  • Ab 2004: Gewinnung neuer Kunden, Eintreffen großer Bestellungen
  • 2005/2006: Das Specksteinhandwerk in Tabaka boomt durch die große internationale Nachfrage. Wachsende Konkurrenz, erfolgreiche Produkte von Afrikiko werden von anderen Unternehmen in Tabaka kopiert
  • 2006/2007: Muriuki verlagert Lebensmittelpunkt nach Kenia, weitere Umstrukturierung des Unternehmens, Einstellung einer eigenen Designerin
  • 2. Hälfte 2007: Dramatische politische Unruhen in Kenia, vor allem in der Region Kisii. Ausfälle in der Produktion, wirtschaftlicher Einbruch
  • Ab Mitte 2008: Stabilisierung der politischen Lage.  Greta Herbst (CONTIGO, Designerin) besucht Afrikiko in Kenia, einen Monat Workshop mit den Designern vor Ort zur Entwicklung neuer Produktlinien
  • 2009: Aufschwung bei Afrikiko, große internationale Aufträge. Afrikiko firmiert den für die Produktion zuständigen Betriebsteil in Kenia um in Tarazo
  • 2009 Tarazo wird Mitglied bei KEFAT (= Kenyan Federation for Alternative Trade)
  • 2010: Auflösen der Zweigstelle in Nairobi. Alle Abläufe (Administration, Produktion und Versand) werden in Tabaka zusammengeführt
  • Ab 2010: Verstärktes Einarbeiten von Frauen in traditionellen Männertätigkeiten (Färben, Gravieren, Meißeln)
  • 2014: Verlegen der Steinmetzarbeiten direkt zu den unterschiedlichen Steinvorkommen. Errichten von zentralen Unterständen für die folgenden Produktionsschritte. Bessere Kontrolle aller Schritte
  • 2017: Das feste Team in Tabaka und Nairobi wächst auf 26 Personen an

Zusammenarbeit mit CONTIGO seit 1996

Unternehmensstruktur

Anzahl der Mitarbeiter/innen:

  • 35 Festangestellte in Tabaka und 1 Festangestellte in Nairobi
    • Betriebsleitung: Geschäftsführung Muriuki Njeru, Produktionsleiter Khaemba Evans, Buchhaltung Elijah Kanyuki
    • Zentrale Arbeitsbereiche: Verwaltung, Qualitätskontrolle, Produktionsmanagement, Produktentwicklung, Lagerung, Versand, Export, Supervision
    • Einstellungsvoraussetzung: höherer Schulabschluss oder Bachelor
    • Festgehälter
  • Ganzjährige Zusammenarbeit mit ca. 300 Handwerker/innen in Tabaka, aufgeteilt in:
    • 80 Schnitzer (79 Männer, eine Frau)
    • 140 Handwerker in den Bereichen Waschen und Schmirgeln (3 Männer, 137 Frauen)
    • 80 Färber (32 Männer, 48 Frauen)
    • 60 Graveure (56 Männer, 4 Frauen)
    • Stücklohnabrechnung
  • Zusammenarbeit mit 8 externen, selbstständigen Werkstätten
    • Für Specksteinprodukte (4)
    • Für Holzprodukte (4)
    • Ausgewählte Produkte, Qualitätskontrolle bei Afrikiko in Tabaka
    • Stücklohnabrechnung

Arbeitsorganisation:

  • Gründliche Ausbildung der Handwerkerteams vor Zuteilung eines Auftrags
  • Afrikiko stellt Rohmaterialien, Werkzeug und Zubehör
  • Täglicher Kontakt der Supervisoren zu den Handwerksgruppen
  • Regelmäßige Absprachen der verschiedenen Supervisoren zu den Fortschritten laufender Aufträge

Arbeitsstätten:Afrikiko_Waschen

  • Hauptgebäude mit Büros für Verwaltung, Ausbildung neuer Handwerker/innen, Produktentwicklung, Lager, verpacken
  • Offene Werkstätten (Unterstände) in der Nähe des Hauptgebäudes für alle Arbeitsschritte nach Herausarbeiten der Rohformen: feine Schnitzarbeiten, Waschen, Schmirgeln, Färben, Gravieren
    • Überwiegend Gruppenarbeiten, Spezialisierung auf einen Arbeitsschritt. Teams finden sich eigenständig zusammen, bestimmen eine/n Gruppensprecher/in
    • Jede Station hat eine Aufsichtsperson (Kontrollperson), die jedes einzelne Produkt prüft, bevor es zur nächsten Station geht
    • Verdienst in den Gruppen: Stücklohn (siehe unten „Faire Bezahlung“)

Produktionsablauf:

  1. Schnitzen der Grobformen in der Nähe der Steinvorkommen im Umland von Tabaka: überwiegend Männer (und eine Frau), höhere Bezahlung, da körperlich sehr anstrengend
  2. Kontrolle und Transport zu Afrikiko
  3. Nacharbeiten der Grobformen, feine Schnitzarbeiten
  4. Waschen und Schmirgeln (mit Schleifpapieren) in mehreren Durchgängen. Sehr sorgfältige Ausführung für den späteren Farbeauftrag nötig
  5. Sonnentrocknung
  6. Farbauftrag (Textilfarben)
  7. Designen der Endprodukte: Gravieren von Mustern, Wörtern, Motiven
  8. Polieren der Oberflächen mit Wachs

Die Handwerker suchen sich aus, ob sie in den zentralen Teams oder von zu Hause aus arbeiten. Mütter mit kleinen Kindern bevorzugen die Arbeit von zu Hause aus.

Vertrieb

  • 100% Export (Deutschland, USA, Italien, Großbritannien, Griechenland, Kolumbien, Finnland, Norwegen, Australien, Schweiz, Neuseeland)

Ziele

  • Eröffnung eines Sozialzentrums mit folgenden Aktivitäten:
    • Kinderbetreuung an den Nachmittagen
    • Hausaufgabenraum
    • Computerunterstütztes Lernen
    • Kinderbücherei
  • Entstehung weiterer Unterstände, um Mitarbeiter/innen vor Sonne und Regen zu schützen

Besonderheiten

  • Afrikiko legt großen Wert auf die private Fürsorge in den Familien, Übernahme der kompletten Krankenversicherungskosten für Angestellte; kostenlose Basisversorgung im örtlichen Krankenhaus für Handwerker: Afrikiko ermutigt alle, diese Möglichkeit auch zu nutzen
  • Afrikiko kann allen Handwerker/innen eine ganzjährige Beschäftigung bieten
  • Überdurchschnittlich hohe Stücklöhne im Specksteinhandwerk

 

Darum arbeitet CONTIGO mit Afrikiko: Bei Afrikiko ist ein großer Zusammenhalt und viel Stolz auf das Unternehmen spürbar. Management und Mitarbeiter/innen arbeiten sehr kollegial zusammen. Das Team hat einen hohen Grad an Selbstorganisation, dennoch gibt es eine klare Führung. Die Mitarbeiter/innen betonen immer wieder, wie glücklich sie sich schätzen, in diesem Unternehmen arbeiten zu können.

 

Einstufung des Fairtrade Handelspartners

FTA PLUS = Fairtrade Approved PLUS (Anerkannter Fairtrade Handelspartner)

 

Fairtrade Aspekte

Monika Herbst (CONTIGO) zu Besuch bei Afrikiko 2008

Afrikiko verpflichtet sich, folgende Fairtrade Richtlinien einzuhalten:

Ausschluss von Kinderarbeit

Ausschluss von Diskriminierung

Keine Diskriminierung gegenüber Frauen, Menschen mit Behinderungen, Religionszugehörigkeiten, ethnischen Minderheiten, bestimmten sexuellen Orientierungen, politischen Zugehörigkeiten, HIV-Erkrankten

Bei Afrikiko arbeiten die unterschiedlichen Volksgruppen Kenias zusammen: Luo, Kisii, Kikuju

Angemessene Bezahlung

  • Durchschnittslohn für Branche/Region: keine Information für 2017/2018 verfügbar
  • Entlohnungssystem bei Afrikiko:
    • Festangestellte Mitarbeiter/innen erhalten monatliches Festgehalt
      • Verpackungsgehilfen, Reinigungspersonal: KSH 7.900/Monat
      • Größter Teil der Angestellten erhält im Schnitt KSH 18.000/Monat
      • Führungskräfte: KSH 25.000 – KSH 49.000/Monat, je nach Verantwortungsgebiet
    • Handwerker/innen werden pro Stück bezahlt
      • Dieser Stücklohn ist abhängig vom Zeitaufwand und Schwierigkeitsgrad und wird vorher gemeinsam ausgehandelt und vereinbart
      • Bonuszahlung am Ende des Monats bei guter Arbeit: 9% des Auftragswertes wird als Bonus an das Team ausgezahlt
  • Monatliche Lohnzahlung per Überweisung, alle Angestellten und Handwerker/innen haben ein eigenes Konto
  • Alle Beschäftigten (Angestellte, Handwerker, Zulieferer) erhalten am Jahresende eine Gewinnbeteiligung (wird umsatzabhängig ermittelt)
  • Festangestellte Mitarbeiter/innen erhalten zudem:
    • Bei Überstunden: Erhöhung des Gehaltes um 30%
    • Urlaubsgeld (1 Monatsgehalt)

Menschenwürdige Arbeitsbedingungen

Arbeitszeit:

  • 8 Stunden/Tag
  • 2 Pausen (Frühstück, Mittag)
  • 6 Tage/Woche

Soziale Leistungen:

Afrikiko_Polieren

Für die festangestellten Mitarbeiter/innen gilt:

  • Abschluss einer Krankenversicherung (Afrikiko übernimmt beide Anteile für Arbeitgeber und Arbeitnehmer)
  • Lohnfortzahlung im Krankheitsfall
  • Bezahlter Urlaub (26 Tage)
  • Zieht ein/e Mitarbeiter/in nach Tabaka, zahlt Afrikiko den Umzug
  • Wohn- und Schlafmöglichkeiten werden zur Verfügung gestellt (aktuell für 5 Mitarbeiterinnen, die von außerhalb Tabakas kommen)

Für Festangestellte, sowie für Handwerker/innen auf Stücklohnbasis gilt:

  • Finanzielle Unterstützung (in Form von zinslosen Darlehen)
    • Bei der Schulbildung für die Mitarbeiterkinder
    • Bei besonderen Familienereignissen (Beerdigung, längere Krankheitsphasen, Operationen)
    • Besondere Notfälle – nicht rückzahlbare finanzielle Unterstützung
  • Teambuilding Maßnahmen: 1x jährlich findet eine große Feier für alle Mitarbeiter/innen bei Afrikiko statt. Afrikiko hat außerdem eine eigene Fußballmannschaft

Bildungsangebote:

  • Erste Hife Kurse
  • Kontinuierliche Schulung in allen Arbeitsbereichen des Handwerks
  • Alle neuen Mitarbeiter/innen erhalten ein intensives Einarbeitungstraining

Arbeitssicherheit:

  • Arbeitskleidung und Schutzausrüstung (z.B. Schutzhandschuhe, Mundschutz) wird von Afrikiko gestellt

Transparenz

  • Arbeitsverträge sind vorhanden
  • Ordnungsgemäße Lohnbuchhaltung ist vorhanden
  • SAR liegt vor

 

Monitoring

  • Durch persönliche Besuche in Tabaka (2008, 2017)
  • Überprüfungsgespräche während mehrerer Besuche in Deutschland
  • Mitglied bei:
    • Kenyan Federation for Alternative Trade (KEFAT)

 

Reiseberichte

Besuch 2008

Persönlicher Eindruck:

Ein Highlight unseres Aufenthalts in Kenia ist der Besuch in Tabaka. Sofort ist sichtbar, dass der Ort vom Speckstein lebt. In offenen Unterständen, vor und hinter den Häusern wird geschnitzt, geschmirgelt und gemalt. Wir werden im Office von Jonathan, dem Manager, empfangen. Es besteht ein großes Interesse an unserer Arbeit in Deutschland und der Idee des Fairen Handels. Unser Besuch gilt dann vor allem den einzelnen Werkstätten. Wir treffen auf ausgesprochen selbstbewusste Frauen und Männer. Alle Arbeitsschritte werden uns genau erklärt und vorgeführt. Wir sind beeindruckt von den Techniken, der Kunstfertigkeit und der Herzlichkeit der Menschen. Unaufgefordert wird immer wieder die Zusammenarbeit mit AFRIKIKO gelobt, die Zuverlässigkeit, die Kontinuität der Aufträge, die gesicherte Lebensgrundlage.

Wir erleben die Organisationsstruktur in Tabaka als ein vorbildliches System, Unternehmertum, Qualitätsmanagement und soziale Verantwortung miteinander zu verbinden. Ein Ansatz für Entwicklung, bei dem der eigenverantwortliche Mensch im Mittelpunkt steht.

 

Informationen/Texte

Ursprungswissen Afrikiko (Stand 02/2018)

 

Länderinformation

Informationen über Kenia

 

Fotos

Besuch bei Afrikiko 2017

Afrikiko_Waschen_2 Afrikiko_Steinabbau Afrikiko_Schnitzer Afrikiko_Grobschnitz Afrikiko_Gravur Afrikiko_Feinschnitzen         

Bilder aus 2008

By Janina Lange on 31. Juli 2019 |

CONTIGO Daten & Fakten

Das CONTIGO-Team

 

Die CONTIGO Gruppe ist eine der führenden Organisationen des Fairen Handels in Deutschland.

 

Gesellschafter und Geschäftsführer

Gesellschafter: CONTIGO Beteiligungs GmbH (100%)

Geschäftsführer: Ingo Herbst und Ralph Wüstefeld

 

Produkte

  • Nonfood: 70%
  • Food: 20%
  • Sonstiges: 10% (z.B. Zubehör, Karten, Kalender)

 

Standort

Göttingen, Niedersachsen, Deutschland

 

Gründung 01. Juli 1994

 

Geschichte

  • Bis 1993: Ingo Herbst ist Geschäftsführer der GEPA
  • 1. Juli 1994: Gründung des ersten CONTIGO Fairtrade Shops in Göttingen/Niedersachsen durch Monika und Ingo Herbst
  • 1996: Beginn der eigenen Import- und Großhandelsaktivitäten
  • 1999: Ausweitung des Vertriebs an deutsche Weltläden, Einsatz des Internets als Bestell- und Informationsmedium, Registrierung durch „ATO-TÜV“ des Weltladen-Dachverbands
  • 2003: Umzug der Zentrale in neues modernes Gebäude im Göttinger Gewerbegebiet
  • 2004: Ausweitung des Vertriebs auf europäische Weltläden wie Österreich, Luxemburg, Zertifizierung durch die „ARGE“, Dachverband der österreichischen Weltläden
  • 2008: Erweiterung der Geschäftsführung: Ralph Wüstefeld wird neben Ingo Herbst als weiterer Geschäftsführer berufen
  • 2009: Beginn der planmäßigen Expansion
  • 2010: Aufstockung des CONTIGO Teams
  • 2011/2012: Veröffentlichung der CONTIGO Fair Trade Datenbank
  • 2012: Verabschiedung des CONTIGO Leitbildes
  • 2014: 20-jähriges Jubiläum
  • 2017: Modernisierung des Onlineshops
  • 2019: 25-jähriges Jubiläum

Mitarbeiter der Zentrale

34 Mitarbeiter/innen – Stand 2019

Die CONTIGO Gruppe

  1. CONTIGO Beteiligungs GmbH (Finanzierung, Anlegerbetreuung, Holding)
  2. CONTIGO Fairtrade GmbH (Ausbau und Pflege der Beziehungen zu Produzentzen, Import, Logistik, Distribution, Ausbildung, Fortbildung)
  3. CONTIGO Fairtrade Support GmbH (Finanzierung und Unterstützung des Wiederaufbaus des Produzenten Kapula Candles in Südafrika)
  4. CONTIGO e. V. (gemeinnützig): Verein zur Unterstützung von in Not geratenen Produzenten, außerhalb der Handelstätigkeit
  5. CONTIGO Fairtrade Shops:
  • Aachen
  • Bad Homburg
  • Bonn
  • Braunschweig
  • Bremen
  • Dresden
  • Erfurt
  • Erlangen
  • Flensburg
  • Göttingen
  • Hannover
  • Jena
  • Koblenz
  • Konstanz
  • Leipzig
  • Lüneburg
  • Mainz
  • Marburg
  • Oldenburg
  • Paderborn
  • Saarbrücken
  • Tübingen
  • Wiesbaden

 

Kunden und Vertriebswege

  • CONTIGO Fairtrade Shops (über gemeinsames Warenwirtschaftssystem im Intranet)
  • Weltläden in Europa (über Internet/Webshop)
  • Fachgeschäfte (über Internet/Webshop)
  • Schlüsselkunden (über Direktkontakt)
  • Private Kunden (über Internet/Webshop)
  • Befreundete europäische Importorganisationen

 

Umsatz und Stammkapital

  • Stammkapital : € 140.000
  • Umsatz 2005 : € 2,1 Mio.
  • Umsatz 2006 : € 2,5 Mio.
  • Umsatz 2007 : € 2,8 Mio.
  • Umsatz 2008 : € 3,1 Mio.
  • Umsatz 2009 : € 3,7 Mio.
  • Umsatz 2010 : € 3,6 Mio.
  • Umsatz 2011 : € 4,3 Mio.
  • Umsatz 2012 : € 4,6 Mio.
  • Umsatz 2013 : € 6,7 Mio. (nach Konsolidierung)
  • Umsatz 2014 : € 7,4 Mio.
  • Umsatz 2015 : € 8,0 Mio.
  • Umsatz 2016: € 8,7 Mio.
  • Umsatz 2017: € 9,1 Mio.
  • Umsatz 2018: € 10,036 Mio.

 

Mitgliedschaft und Akkreditierungen

  • Anerkannter Lieferant der deutschen Weltläden durch den Weltladen Dachverband
  • Registrierter Lieferant bei der ARGE Österreich (Arbeitsgemeinschaft der österreichischen Weltläden)
  • Zertifiziert von Öko-Kontrollstelle „Gesellschaft für Ressourcenschutz“ (GfRS)

 

 

By Janina Lange on 30. Juli 2019 |

Arum Dalu Mekar

Firmenlogo

Firmenlogo

 

 Kurzporträt von CONTIGOs Partner Arum Dalu Mekar 

 Produkte 

Bambusfächer

Bali nach Göttingen (Quelle: Google Earth)

 Standort 

Büro: Denpasar (Hauptstadt der Insel Bali), Indonesien – Entfernung von Europa: 11.800km

Produktion der Fächer: Jogjakarta (Insel Java), Indonesien – Entfernung von Europa: 11.400km

 Gründungsjahr 1991 

 Geschichte 

  • 1991: Gründung von Arum Dalu als Vertriebsorganisation für verschiedene indonesische Handwerksprodukte aus Bali, Java und Borneo
  • Seit 1991: Langjährige Zusammenarbeit mit verschiedenen internationalen Fairtrade Organisationen
  • Seit 2002: Mitglied der World Fair Trade Organization (WFTO)
  • 2009: Bekanntschaft mit CONTIGO auf der französischen Fairtrade Messe „Commerce Equitable“ in Lyon
  • 2019: Das Kerngeschäft von Arum Dalu verlagert sich von Handwerksprodukten auf die Herstellung nachhaltiger Särge

 Zusammenarbeit mit CONTIGO seit 2010 

 Unternehmensstruktur 

Anzahl der Mitarbeiter:

  • 4 Vollzeitmitarbeiter (1 Frau und 3 Männer)
  • 1 Teilzeitmitarbeiterin (Buchhaltung, Verwaltung)
  • Langjährige Zusammenarbeit mit 12 Handwerkergruppen, die je nach Auftragslage ca. 270 Menschen beschäftigen
    • 60-80% sind Frauen und Alleinerziehende
    • 40-80% der Arbeiter/innen arbeiten von zu Hause aus
    • Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen und mit geringen Bildungschancen
    • Handwerkergruppen sind selbstständig organisiert
    • Neben Fächern aus Bambus und Baumwolle werden überwiegend Särge aus nachhaltigen Materialien hergestellt und exportiert: hier sind, je nach Auftragslage, zwischen 10 und 16 Personen beschäftigt

Arbeitsorganisation:

  • Zuständigkeiten Arum Dalu / Denpasar:
    • Halbjährliche Produktentwicklung für die einzelnen Handwerkergruppen
    • Vorauszahlungen an die externen Produzentengruppen
    • Schulung der externen Produzentengruppen (z.B. Qualitätssicherung, Preiskalkulation, Umsetzung der Fairhandels-Standards)
    • Zuständig für die abschließende Qualitätskontrolle (5 Mitarbeiter/innen), Etikettierung, Lagerung und Export
    • Wöchentliche Treffen mit den Handwerkergruppen (Themen: aktuelle Produktion, Entwicklung neuer Produkte, Planungsfragen, Organisation des Transportes)
  • Werkstatt der CONTIGO Bambusfächer:
    • Produktionsort: Jogjakarta, Insel Java
    • Produktionsleiter: Herr Sayudi
    • Arum Dalu kümmert sich um den Einkauf der Baumwollstoffe
    • Beteiligung von 5 Familien:
      • 20 Frauen: Kleben der Baumwollstoffe auf die Bambuslamellen
      • 2 Männer: Bambus in Form schneiden
      • 4 Frauen: Nähen der Baumwollsäckchen für die Fächer
    • Die Einkommen aus der Fächerproduktion sind Haupteinkommen für die Handwerker/innen, (Tages-) Verdienst ist höher als bei anderen Tätigkeiten in der Region

 Vertrieb 

  • 100% Export (Großbritannien, USA, Japan, Schweiz, Australien, Kanada, Frankreich, Korea, Deutschland)

 Ziele 

  • Aufbau einer eigenen Bambus-Plantage
  • Förderung des traditionellen Handwerks in Indonesien
  • Schaffung von Arbeitsplätzen für Menschen mit geringen Bildungschancen
  • Schaffung von Arbeitsplätzen in der Nachbarschaft, Einsparung langer Anfahrtswege, Vermeidung von Landflucht
  • Steigerung des Umweltbewusstseins
  • Internationale Marktfähigkeit
  • Förderung der Selbstständigkeit der einzelnen Handwerksgruppen (Angebot von verschiedenen Kursen)

 Besonderheiten 

  • Unterstützung der Handwerker bei Aufforstungsvorhaben
  • Recycling und umweltgerechte Müllentsorgung
  • Produktentwicklung aus Recyclingmaterial
  • Finanzielle Unterstützung lokaler Waisenheime in Bali und Java, z.B. bei Schulgeldzahlungen

 

 Einstufung des Fairtrade Handelspartners 

FTA = Fairtrade Approved (Anerkannter Fairtrade Handelspartner)

 

 Fairtrade Aspekte 

Arum Dalu Mekar verpflichtet sich, folgende Fairtrade Richtlinien einzuhalten:

 Ausschluss von Kinderarbeit 

 Ausschluss von Diskriminierung 

Keine Diskriminierung gegenüber Frauen, Menschen mit Behinderungen, Religionszugehörigkeiten, ethnischen Minderheiten, bestimmten sexuellen Orientierungen, politischen Zugehörigkeiten, HIV-Erkrankten

 Angemessene Bezahlung 

  • Mindestlohn auf Bali, für die Hauptstadt Denpasar: IDR 2.550.000 / Monat (IDR= Indonesische Rupiah) – Stand 2019
  • Löhne bei Arum Dalu:
    • Mitarbeiter/innen im Büro erhalten den landesüblichen Mindestlohn
    • In der Fächerproduktion: Zahlung vereinbarter Tageslöhne, die über dem regionalen Durchschnitt liegen
  • Gehalt wird alle zwei Jahre hinsichtlich der Teuerungsrate angepasst
  • Bonuszahlung nach jedem versandten Schiffscontainer
  • Bonuszahlungen an religiösen Feiertagen
  • Höhere Bezahlung bei Überstunden

 Menschenwürdige Arbeitsbedingungen 

Arbeitszeit:

  • 6-8 Stunden/Tag (flexible Arbeitszeiten, je nach Arbeitsaufkommen)
  • 6 Tage/Woche Arum Dalu2

Soziale Leistungen:

Für die Mitarbeiter/innen im Büro in Denpasar gilt:

  • Bezahlte Feiertage und Erholungsurlaub
  • Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, bei Unfällen, im Mutterschaftsurlaub
  • Finanzielle Unterstützung bei hohen Krankenkosten
  • Einrichtung eines Sparkontos (Rentenkonto), in denen monatlich US$ 5 eingezahlt werden, zu denen Mitarbeiter/innen erst im Ruhestand bzw. in Notfällen Zugang bekommen
  • Bezahlung des Benzins
  • Bezahlung von Grundnahrungsmitteln (z.B. Reis, Nudeln, Zucker, Eier), vierteljährlich
  • Bezahlung der Schulgebühren für die Kinder der Mitarbeiter

Bildungsangebote:

  • Fortbildung der eigenen Mitarbeiter /innen zu verschiedenen Themen (Design, Qualitätssicherung, Arbeitssicherheit)
  • Schulung der externen Produzentengruppen (z.B. Qualitätssicherung, Preiskalkulation, Umsetzung der Fairhandels-Standards)

Arbeitssicherheit:

  • Alle Sicherheitsstandards werden erfüllt

 Transparenz 

  • Arbeitsverträge sind vorhanden
  • Lieferverträge sind vorhanden
  • Ordnungsgemäße Lohnbuchhaltung ist vorhanden
  • SAR liegt vor

 

 Monitoring 

  • Mitglied von:
    • WFTO (World Fair Trade Organization) seit 2002
    • World Fair Trade Asia seit 2006
    • Forum Fair Trade Indonesia seit 2008/2009

 

 Länderinformation 

Informationen über Indonesien

 

 Fotos 

Arum Dalu5 Arum Dalu1 Arum Dalu3 Arum Dalu8

By Janina Lange on 25. Juli 2019 |

Doña Rosa

Werkstatt Doña Rosa

Werkstatt Doña Rosa

 

 Kurzporträt von CONTIGOs Partner Doña Rosa 

 Produkte 

Taschen und Accessoires aus

  • Rindsleder / Rauleder (Kollektion „Made in Barrio“)
  • Kork
  • Recyclingmaterial „Optimus“, ein Material aus der Autoindustrie, kombiniert mit Recyclinggurten
Bogotá nach Göttingen (Quelle: Google Earth)

Bogotá nach Göttingen (Quelle: Google Earth)

 Standort 

Stadtviertel Ciudad Bolivar in Bogotá, Kolumbien – Entfernung von Europa: 8.400km

 Gründungsjahr 2002 

 Geschichte 

  • 2001: Gründung einer Lederwerkstatt unter der Leitung von Ana Rosa Ariza (genannt Doña Rosa): drei Angestellte kommen aus insolventen Lederwerkstätten der Nachbarschaft
  • 2008-2010: Anmietung zusätzlicher Räumlichkeiten in der Nähe für die Produktion
  • 2010: Erfolgreiche Einführung der Recyclingproduktlinie „Re3“ (Re-think, Re-design, Re-new) , erster Kontakt mit der Verarbeitung von Recyclingmaterialien
  • 2012/2013: Vergrößerung der Werkstatt, von zwei auf drei Etagen aufgestockt, neue Aufteilung der Arbeitsschritte
  • 2014: Erwerb eines Dienstfahrzeugs (Minivan), um Materialeinkauf u.a. zu bewerkstelligen, sowie um fertige Aufträge zu Sapia zu bringen, die sich anschließend um den Export kümmert
  • 2015: Beginn der Lederverarbeitung ohne Chrom
  • 2015: Erweiterung des Sortiments um vegane Linien (Linie aus den Materialien der Autoindustrie und Kunstleder, sowie mit Kork und Kunstleder)
  • 2015: Teilnahme am „Social Security System“ (mit Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeiträgen)
  • 2019: Der CONTIGO e.V. finanziert zwei professionelle Nähmaschinen und weitere Mittel zur Arbeitssicherheit

Zusammenarbeit mit CONTIGO seit 2012

 Unternehmensstruktur 

Anzahl der Mitarbeiter: 

  • Geschäftsleiterin: Ana Rosa Ariza
  • 26 ständige Mitarbeiter/innen
    • 3 Festangestellte (in den Bereichen Lager, Sekretariat), mit Festgehalt und festen Arbeitszeiten
    • 23 Mitarbeiter/innen, auf Stücklohnbasis mit flexibler Arbeitszeiteinteilung, in den Bereichen
      • Einzelteile zusammensetzen: 10
      • Näher/innen: 6
      • Qualitätskontrolle: 1
      • Verpackung: 2
      • Produktionsleiter: 1
  • Abhängig von der Auftragslage, Zusammenarbeit mit
    • 13 Heimarbeitern/innen
      • fertigen verschiedene Teilprodukte von zu Hause
      • erhalten vereinbarten Stücklohn
      • Materialien werden von Dona Rosa gestellt
      • Lohn wird überwiesen
    • zwei Werkstätten, sogenannte „satellites“
      • arbeiten wie saisonale Mitarbeiter von zu Hause oder der eigenen Werkstatt aus
      • fertigen die Produkte jedoch komplett
      • erhalten vereinbarten Stücklohn
      • Materialien werden von Doña Rosa gestellt

Arbeitsstätte:

  • dreistöckiges Wohn- und Produktionsgebäude
    • Erdgeschoss, 1. Etage und 2. Etage für die Produktion
    • 3. und 4.Etage (Dachterrasse) ist die private Wohnung der Arizas

Arbeitsorganisation: 

Erdgeschoss:

  • Lagerung (Leder- und Stofflager, Restmaterialien, Musterlager)
  • Vorarbeiten (Stanzmaschine, maschineller Zuschnitt, Reinigung)
  • Kochnische (für das mitgebrachte Mittagessen)

Erster Stock:

  • An zwei Stehtischen: Zuschnitt von Hand mit Blech-Schnittschablonen
  • Fräsen des Leders mit der Skiving-Maschine als Vorbereitung für Nähte
  • Überprüfen der Mengen und Zusammenstellen der Materialpakete für die Weiterverarbeitung in der zweiten Etage
  • Zubehörlager für Kurzwaren
  • Buchhaltung, sowie weiteres Büro
  • Mustererstellung

Zweiter Stock: Fertigung:

  • ca. 9 Steh-Arbeitsplätze für Kleben, Anbringen von Zubehör (Schnallen, Druckknöpfe)
  • Nähmaschinenplätze

Danach kommen die fertigen Stücke zurück in den 1. Stock

  • zur abschließenden Qualitätskontrolle und
  • zum Packen

Produktionsschritte bauen aufeinander auf: Der jeweils Vorarbeitende muss sicherstellen, dass er genug Stück fertigt, damit sein Nachfolger Arbeit vorfindet. Dieser kontrolliert auch die Qualität des Vorgängers.

  • 3 Arbeitsplätze bilden immer ein Team. Sie kontrollieren sich wechselseitig und wechseln sich in den verschiedenen Produktionsschritten ab.
  • Doña Rosa möchte, dass ein Arbeiter mehrere Produktionsschritte kann und nicht nur immer dasselbe macht.
  • Insgesamt gibt es 17 Arbeitsplätze, wovon sieben Plätze mit Nähmaschinen ausgestattet sind. Sie bilden drei Reihen, von rechts nach links: Falzen, Nähen und Endfertigung

 Vertrieb 

  • 95% Export (Deutschland, Italien, Canada, Niederlande, U.S.A., Australien, Puerto Rico)
  • 5% Inland (wird über die El Market Läden von Sapia vertrieben)

 Ziele 

  • Mehr Arbeitsplätze und Einkommen schaffen, besonders für Menschen aus der Nachbarschaft (Stadtviertel Ciudad Bolivar: Brennpunktviertel, hohe Kriminalität)
  • Unterstützung von älteren Mitarbeitern. Aktuell beschäftigt Doña Rosa 9 Mitarbeiter über 50 Jahre. In dieser Altersgruppe gibt es in Kolumbien kaum Chancen auf Festeinstellung.

 Besonderheiten 

Darum arbeitet CONTIGO mit Doña Rosa: Die Werkstatt arbeitet mit lokalen Materialien und verwandelt diese in ausgefallene vegane Produkte: Aus dem nachwachsenden Rohstoff Kork, der in Kolumbien als Bodenbelag und in der Schuhindustrie Verwendung findet, entstehen wunderschöne Taschen und Börsen. Die sportliche Optimus-Linie bietet alles, was den Radfahrer und Outdoor-Fan begeistert. Das leichte und wasserabweisende Material  in Bogotá für die Ausstattung von Taxis verwendet. Doña Rosa ist das Vorbild für viele Frauen in ihrem Viertel.

 

 Einstufung des Fairtrade Handelspartners 

FTA  = Fairtrade Approved (Anerkannter Fairtrade Handelspartner)

 

 Fairtrade Aspekte 

Doña Rosa verpflichtet sich, folgende Fairtrade Richtlinien einzuhalten:

 Ausschluss von Kinderarbeit 

 Ausschluss von Diskriminierung 

Keine Diskriminierung gegenüber Frauen, Menschen mit Behinderungen, Religionszugehörigkeiten, ethnischen Minderheiten, bestimmten sexuellen Orientierungen, politischen Zugehörigkeiten, HIV-Erkrankten 

 Angemessene Bezahlung 

In Überarbeitung:

  • Mindestlohn in Kolumbien: COP 828.116/Monat (COP= Kolumbianischer Peso), Stand 2019
  • Löhne bei Doña Rosa:
    • Festangestellte Mitarbeiter/innen: erhalten den Mindestlohn COP 828.116/Monat
    • Bei höher qualifizierten Tätigkeiten (Sekretariat und Verwaltung): COP 1.272.000/ Monat
    • Nicht festangestellte Mitarbeiter/innen erhalten einen vereinbarten Stücklohn, dieser ist abhängig von der Arbeitszeit eines Produktes
    • Der Mindestlohn wird auch bei schlechter Auftragslage garantiert
    • Die durchschnittliche Entlohnung beträgt COP 1.000.000 bei einer 40 Std.-Woche. Bei guter Auftragslage kann ein/e Mitarbeiter/in bis zu COP 3.000.000 verdienen
  • Monatliche Überweisungen
  • Doña Rosa leistet für seine festangestellten Mitarbeiter/innen die gesetzlich vorgeschriebenen Vergütungen:
    • Zahlung des 13. Monatsgehalts  („cesantía“): dieser wird Anfang des Jahres direkt in einen staatlichen Pensionsfond eingezahlt, der/die Mitarbeiter/in erhält die Zinsen (12%) ausgezahlt
    • Zahlung des 14. Gehalts / Urlaubsbonus („prima de servicios“)
    • Anfahrt zur Arbeitsstätte wird bezahlt (COP 97.032/Monat)
    • Überstunden werden nach gesetzlichen Vorschriften vergütet

 Menschenwürdige Arbeitsbedingungen 

Arbeitszeit: 

Festangestellte Mitarbeiter/innen haben feste Arbeitszeiten

  • 48 Stunden bei einer 5,5 Tage-Woche
  • Geregelte Pausen

Nicht festangestellte Mitarbeiter/innen gestalten ihre Arbeitszeit flexibel.

Gemeinsames Mittagessen, mitgebrachte Speisen können in der Küche zubereitet werden.

Soziale Leistungen:

Für alle festangestellten Mitarbeiter/innen zahlt Doña Rosa in folgende gesetzliche Versicherungen ein:

  • Krankenversicherung: Arbeitgeber zahlt 8,5% , Arbeitnehmer zahlt 4% vom monatlichen Bruttolohn ein
  • Rentenversicherung: Arbeitgeber zahlt 12% , Arbeitnehmer zahlt 4% vom monatlichen Bruttolohn ein
  • Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, bei Unfällen und während des Mutterschutzes entsprechend der gesetzlichen Regelungen
  • Bezahlter Urlaub (20 gesetzliche und religiöse Feiertage, plus 15 Tage Erholungsurlaub)
  • Für alle Mitarbeiter/innen zahlt Doña Rosa in die Unfallversicherung ein
  • Doña Rosa zahlt auf den Gesamtbetrag seiner Gehaltskosten die verpflichtenden Sozialabgaben an folgende Einrichtungen: den nationalen Berufsbildungsdienst SENA (Servicio Nacional de Aprendizaje), das staatliche Familienhilfswerk ICBF (Instituto Colombiano de Bienestar Familiar), sowie die diversen Familienerholungswerke (Cajas de Compensación Familiar)
  • Gemeinsame Feiern (Geburtstag, Halloween), sowie gemeinsames Schauen von Spielen der Fußball-Nationalmannschaft stärken das Teambewusstsein

Bildungsangebote:

  • Einarbeitungstraining für alle neuen Angestellten in alle Arbeitsschritte, um vielseitig zu bleiben
  • Spezialisierung einzelner Mitarbeiter (z.B. Buchhaltungslehrgänge, Englischkurse)

Arbeitssicherheit:

  • Arbeits- und Sicherheitskleidung (z.B. Atemschutzmasken, Schutzbrillen) werden gestellt
  • Erste Hilfe Beauftragte sind vorhanden: Doña Rosa selbst (allgemeine Sicherheit und Werkstatt), mit Unterstützung durch Gustavo Moya (Arbeitsprozesse)
  • Alle Sicherheitsstandards werden erfüllt

 

 Transparenz 

  • Arbeitsverträge sind vorhanden
  • Ordnungsgemäße Lohnbuchhaltung ist vorhanden
  • SAR liegt vor

 

 Monitoring 

  • Persönliche Besuche in Bogotá (2011, 2013, 2015, 2017)

 

 Reiseberichte 

Besuch 2013 – Zitate aus Reiseblog

Heute fahren wir in den Süden von Bogotá in das Viertel „Ciudad Bolivar“ zu Doña Rosa.Es ist erstaunlich, um wie viel das Viertel gewachsen ist und das auch stetig weiter tut. Mittlerweile ist die ganze Bergkette bedeckt von Häusern aller Bauarten. Wir freuen uns Doña Rosa wiederzusehen. Sie ist nicht nur zu uns, sondern auch zu ihren Artisanos wie eine Mama, sie hilft jedem, der in Notfällen Unterstützung braucht und pflegt eine enge Beziehung zu ihren Angestellten. Das ist auch wichtig, denn es ist schwierig einen Ersatz für gute Kunsthandwerker zu finden.
Umso mehr freuen wir uns, dass fast alle Gesichter, die wir 2011 hier gesehen haben, auch heute mit vollem Elan wieder dabei sind. Durch den Erfolg ihrer Produkte, vor allem mit dem Export, war es Doña Rosa möglich, ihre Werkstatt zu vergrößern. Es entstand eine zusätzliche Etage, hell, mit viel Licht und Platz. Doña Rosa erzählt, dass sie nun viel organisierter arbeiten können, alle Teams und ihre Produktionsschritte sind jetzt viel effizienter. Seit 2012 beziehen wir die trendigen Recyclingtaschen und Accessoires aus LKW-Schläuchen. Heute nutzen wir den Besuch für Produktentwicklung. Wir besprechen die ersten Muster, besprechen Veränderungen und bestaunen die ersten Resultate. Das wird gut.

Bereits vor 2 Tagen trafen wir Doña Rosa. Zusammen mit ihr arbeiten wir an einem neuen Taschensortiment, dass recycelte LKW-Schläuche mit buntem Leder kombiniert. Heute besuchen wir die Gerberei, in der das Leder entsteht. Am Fuße von Ciudad Bolivar liegt das Gerberviertel von Bogotá. Wie auch in Indien liegt die Verarbeitung von Leder fast ausnahmslos in Männerhand. Ganz im Gegensatz dazu arbeitet Doña Rosa mit der Gerberei von Claudia zusammen. Claudia übernahm das Unternehmen von ihrem Vater und führt es nun erfolgreich zusammen mit ihrem Sohn weiter.In ihrer Gerberei verarbeitet Claudia sowohl mineralisches- als auch vegetabil gegerbtes Leder. Neun Leute sind bei ihr in Vollzeit beschäftigt, davon drei Frauen, die für die „sensiblen“ Arbeitschritte, wie das Färben verantwortlich sind. Die Arbeits- und Sicherheitsbedingungen sind hervorragend, unter anderem gibt es eine Filteranlage für die Luft, Feuerlöscher auf allen Ebenen sowie Schutzmasken und Ohrschützer für die Mitarbeiter.

Besuch 2011 – Zitate aus Reiseblog

Heute fahren wir in den Süden von Bogotá in das Viertel „Ciudad Bolivar“, das zu den Estratos 1 zählt. Hier regieren die Banden. Die Kriminalität ist so hoch, dass selbst die Taxis sich weigern hier hin zu fahren. Wir besuchen Doña Rosa, deren Werkstatt sich dicht an den Berghang des Viertels quetscht. Doña Rosa hat sich hier eine Existenz mit einer Nähwerkstatt aufgebaut. Sie verarbeitet LKW-Schläuche zu modischen Taschen und bietet einen Arbeitsplatz für ca. 10 Näherinnen und 10 Schneider. Es ist eine tolle Atmosphäre, in der Mittagspause lernen wir alle Mitarbeiter kennen, es wird viel gefragt und viel gelacht. Anschließend bestaunen wir das Geschick der HandwerkerInnen und besprechen mögliche Produkte für CONTIGO.

 

 Informationen/Texte 

Presseartikel: Doña Rosa_Zeitungsartikel (Neues Deutschland)

Ursprungswissen Doña Rosa (Stand 12/2015)

 

 Länderinformation 

Informationen über Kolumbien

 

 Fotos 

Besuch bei  Doña Rosa

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Dona Rosa1 Dona Rosa2 2013 Dona Rosa4 2016_Produktion1

 

Videos

 

By Janina Lange on 24. Juli 2019 |

Asango

Asango Team

 

 

Kurzporträt von CONTIGOs Partner Asango

 Produkte 

Nairobi nach Göttingen (Quelle: Google Earth)

 Standort 

Büro: Stadtteil Kilimani in Nairobi, Kenia – Entfernung von Europa: 6.400km

Produktionsstätten:

  • in Nairobis Stadtteilen: Kibera, Waithaka und Kilimani
  • in Makweni County: Makindu (ca. 200 km südöstlich von Nairobi)

 Gründungsjahr 1992 

 Geschichte 

  • William Ongele arbeitet im Heimatdorf als Handwerker im Bereich Holz und Speckstein, auffällig sein künstlerisches Talent
  • Importorganisation African Heritage engagiert William in Nairobis Werkstätten
  • 1992: Gründung Familienunternehmen Asango zusammen mit Williams Frau Sophie
  • Spezialisierung auf Bearbeitung von Holz- , Metall-, recyceltes Knochen- und Hornmaterial
  • 2005: CONTIGO lernt Asango kennen
  • 2009: Umzug des Unternehmens in neue Räumlichkeiten außerhalb Nairobis
  • 2014: Umstrukturierung des Unternehmens, erneuter Umzug zurück nach Nairobi (Stadtteil Kilimani), Ausweitung der Zusammenarbeit mit weiteren Produktionsstätten: Asango berät die Werkstätten hinsichtlich Produktionsprozesse und Fairtrade Handelspraktiken

 Zusammenarbeit mit CONTIGO seit 2005

Unternehmensstruktur

Anzahl der Mitarbeiter:

  • 10 Mitarbeiter/innen (5 Frauen und 5 Männer), können ganzjährig beschäftigt werden
  • Zusammenarbeit mit 30 Handwerkskooperativen in Nairobi und Region Makweni County

Arbeitsorganisation:

Aufgaben der Mitarbeiter/innen bei Asango:

Die Gründer William und Sophie Ongele

  • Aufträge an die Produktionsgruppen verteilen, fertige Produktion abholen, Qualitätskontrolle, Etikettierung und Packen, Administration
  • Künstlerische Leitung: William
  • Anfertigung des größten Teils der Batikdekorationen der Produkte: William
  • Büro-, Verwaltungs- und Buchhaltungsarbeiten: Sophie

In den externen Produktionsstätten:

  • Werkstätten organisieren sich komplett selbstständig (Einkauf der Rohmaterialien, komplette Produktion)
  • Je nach Vereinbarung oder Bedarf leistet Asango Vorauszahlung
  • Da keine ganzjährige Beschäftigung durch Asango möglich ist, produzieren sie auch für andere Auftraggeber oder verkaufen ihre Ware direkt auf lokalen Märkten, z.B. an Touristen
  • Stücklohnzahlung, tägliche Barauszahlung
  • Bedienung der Sägen und Schleifmaschinen: Männer
  • Anfertigungen der Schnitz- und Schmiedearbeiten: Männer
  • Dekoration und Endfertigung der Produkte: Frauen
  • Je nach Auftragslage werden Arbeiten an externe Handwerksgruppen vergeben

 Vertrieb 

  • 93% Export (USA, Kanada, Deutschland, Niederlande, Schweiz, Österreich, Großbritannien, Frankreich, Japan)
  • 7% Inland

Besonderheiten

Darum arbeitet CONTIGO mit Asango: Sehr kooperativer Partner, erfüllt die Fairtrade Kriterien, gute Zusammenarbeit Asangos mit anderen CONTIGO Partnern in Kenia

 

 Einstufung des Fairtrade Handelspartners 

FTA = Fairtrade Approved (Anerkannter Fairtrade Handelspartner)

 

 Fairtrade Aspekte 

Asango5

Asango verpflichtet sich, folgende Fairtrade Richtlinien einzuhalten:

Ausschluss von Kinderarbeit

Ausschluss von Diskriminierung

Keine Diskriminierung gegenüber Frauen, Menschen mit Behinderungen, Religionszugehörigkeiten, ethnischen Minderheiten, bestimmten sexuellen Orientierungen, politischen Zugehörigkeiten, HIV-Erkrankten

Angemessene Bezahlung

  • Gehalt für vergleichbare Tätigkeiten in Nairobi: KSH 15.000/Monat (KSH=Kenia Schilling)
  • Festgehälter bei Asango: KSH 20.000-30.000/Monat
  • In den externen Werkstätten werden Stücklöhne ausgezahlt, tägliche Barauszahlung
  • Höhere Bezahlung an Wochenendtagen
  • Bonuszahlungen an Festtagen (Weihnachten und Ostern): KSH 5.000-8.000/Fest

Menschenwürdige Arbeitsbedingungen

Arbeitszeit:

  • 8 Stunden/Tag
  • 1:45 Stunde Arbeitsunterbrechung, aufgeteilt in zwei Pausen für Mittagessen und Tee-Pause
  • 5 Tage/Woche

Soziale Leistungen:

  • Bezahlter Urlaub (30 Tage)
  • Bezahlung im Krankheitsfall oder bei Unfällen
  • Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen
  • Teilweise Übernahme der Behandlungskosten in öffentlichen Kliniken
  • Kostenloses Frühstück und Mittagessen

Bildungsangebote:

  • Intensive Einarbeitung neuer Mitarbeiter/innen

Arbeitssicherheit:

  • Arbeits- und Schutzkleidung wird gestellt

Transparenz

  • Ordnungsgemäße Lohnbuchhaltung ist vorhanden
  • SAR liegt vor

 

Monitoring

  • Durch persönliche Besuche in Nairobi (2008)
  • Überprüfungsgespräche während mehrerer Besuche in Deutschland

Länderinformation

Informationen über Kenia

 

Fotos

2008: Besuch bei Asango

By Janina Lange on 15. Juli 2019 |

Papital

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Kurzporträt von CONTIGOs Partner Papital

Produkte

Handgefertigter, ornamentaler Fliesenschmuck

Standort

Teheran, Iran – Entfernung von Europa: 3.700km

Gründungsjahr 2016

Geschichte

  • Fatemeh Zare´ ie, eine Kunststudentin aus Teheran, beginnt Schmuck zu entwerfen, der von ornamentalen Fliesendesigns iranischer Moscheen inspiriert ist
  • 2016: Mit 4 weiteren Freunden gründet sie das Künstlerkollektiv Papital Gallery (Papital bedeutet Efeu). Die Mitglieder verbindet die Faszination für die iranische, Jahrhunderte alte Ornament- und Fliesenkunst. Mit ihrem Unternehmen wollen sie dieses traditionelle Handwerk mit der Moderne in Verbindung bringen
  • 2018: Der in Göttingen lebende Iraner Yunes Sadat Fakhr stellt CONTIGO den Schmuck und die Hintergründe vor. Yunes unterstützt Papital bei der Kundenakquise, Zugang zum internationalen Markt zu bekommen, Beginn der Zusammenarbeit mit CONTIGO
  • 2018: Die Mitgründerin Fatemeh Zare´ ie verlässt aus familiären Gründen Teheran, die anderen Mitglieder setzen ihre künstlerische Arbeit fort
  • 2019: Trotz widriger Umstände (US Handelsembargo bedeutet Schwierigkeiten beim Export, Import und Geldtransfer) kommt die erste Lieferung aus Teheran in Göttingen an

Zusammenarbeit mit CONTIGO seit 2018

Unternehmensstruktur

Anzahl der Mitarbeiter:

  • 5 feste Mitarbeiter/innen (3 Frauen, 2 Männer)
    • Produktionsleitung: Saeed Aghaee
    • Design und Produktion: Shiwa Masoudian
    • Ausbildung Schmuckfertigung und Produktion: Mehrnoosh Masoudian
    • Buchhaltung: Jafar Mortazavi
    • Marketing und Vertrieb: Yunes Sadat
  • Zusammenarbeit mit der in Teheran ansässigen gemeinnützigen Organisation Ghalb-e Sefid (übersetzt: Weißes Herz): Frauen werden von Papital in die Herstellung und Gestaltung der Fliesen eingearbeitet und weitergebildet
    • Der Verdienst stellt ein zusätzliches Einkommen dar
    • Bei der Produktion der CONTIGO-Bestellung waren 6 Frauen beschäftigt, die Produktion fand teilweise in den ausgestatteten Räumlichkeiten der Organisation statt, teilweise in Heimarbeit (je nach Arbeitsschritt)

Herstellungsprozess:

  • Fliesenelemente werden aus einer Ton-Stein-Masse ausgestanzt
  • Trocknung der Fliesenelemente (10-12 Tage) an der Sonne
  • Oberflächen werden mit Sandpapier glatt und eben geschliffen
  • Je nach Form und Größe werden Ausschnitte aus den Ornamenten der Moscheen ausgewählt und entsprechend skaliert
  • Abbildungen werden auf spezielles Transferpapier gedruckt, welches dann manuell auf die kleine Fliesenelemente geklebt wird
  • Abschließende Klarlackversiegelung (Vorder- und Rückseite), Schutz vor Schmutz und Feuchtigkeit
  • Zusammensetzen und Fertigstellung der Ohrhänger, Ohrstecker und Ketten

Vertrieb

20% Export (Türkei, Vereinigte Arabische Emirate, Kanada, Deutschland)

Ziele

  • Engagement für das Fortbestehen von Kunst und Kunsthandwerk im eigenen Land
  • Einsatz für die Gleichstellung von Frauen und Männern

Besonderheiten

  • Zusammenarbeit mit lokalen, gemeinnützigen Organisationen, die sich um sozial und finanziell benachteiligten Frauen (alleinerziehende Mütter und Frauen aus einkommensschwachen Familien) kümmern
  • Papital gibt diesen Frauen kostenlose Workshops und Schulungen in der Schmuckproduktion
    • Zunächst in Zentral-Teheran, nun Ausweitung auch auf andere Stadtteile Teherans
    • Papital ermutigt die Frauen, ihre eigene (Schmuck-) Produktion unabhängig von Papital aufzubauen und unterstützt sie beim Marketing und Verkauf

 

Darum arbeitet CONTIGO mit Papital: Bewunderung für das junge, aufstrebende Unternehmen und das Engagement für den Erhalt des Kunsthandwerks im Iran. CONTIGO will Papital dabei unterstützen, trotz der widrigen Situation, in der sich der Iran befindet, Zugang zum internationalen Markt zu bekommen.

 

Einstufung des Fairtrade Handelspartners

FTP = Fairtrade in Progress (Fairtrade Handelspartner in Entwicklung), neue Handelsbeziehung

 

Fairtrade Aspekte

Papital verpflichtet sich, folgende Fairtrade Richtlinien einzuhalten:

Ausschluss von Kinderarbeit

Ausschluss von Diskriminierung

Keine Diskriminierung gegenüber Frauen, Menschen mit Behinderungen, Religionszugehörigkeiten, ethnischen Minderheiten, bestimmten sexuellen Orientierungen, politischen Zugehörigkeiten, HIV-Erkrankten

Angemessene Bezahlung

  • Mindestlohn im Iran: US$ 110/Monat
  • Mitarbeiter/innen bei Papital einhalten ein monatliches Gehalt, welches zum Teil aus festen Bezügen, zum Teil aus Stücklöhnen besteht
    • Das Gehalt stellt für die Mitarbeiter/innen ein Nebeneinkommen dar, da die Auftragslage noch unzureichend ist (keine Vollzeit-Beschäftigung möglich)
  • Externe Arbeiterinnen in der Produktion erhalten einen vereinbarten Stücklohn. Dieser Verdienst stellt ein Zusatzeinkommen für die Frauen dar
  • Monatliche Barauszahlung oder Überweisung auf das Bankkonto

Menschenwürdige Arbeitsbedingungen

Arbeitszeit:

Selbstständige Einteilung der Arbeitszeit, je nach Arbeitsaufkommen:

  • 4-5 Stunden/Tag
  • Reguläre Pausen
  • 6 Tage/Woche

 

Soziale Leistungen:

Für die festen Mitarbeiter/innen zahlt Papital in die Krankenversicherung ein


Bildungsangebote:

Siehe oben „Besonderheiten“

 

Arbeitssicherheit:

  • Alle Sicherheitsstandards werden erfüllt

 

Transparenz

  • Ordnungsgemäße Lohnbuchhaltung ist vorhanden
  • SAR liegt vor

 

Monitoring

  • Mehrere Besuche durch Yunes in der CONTIGO Geschäftszentrale in Göttingen

Länderinformation

Informationen über den Iran

 

 

By Janina Lange on 4. Juli 2019 |

Craft Beauty

Motto: Bring happiness to other people and happiness will create happiness.

 

Kurzporträt von CONTIGOs Partner Craft Beauty

Hanoi  nach Göttingen (Quelle: Google Earth)

Produkte

Taschen und Accessoires aus verschiedenen Stoffen

Standort

Hanoi (Stadtteil Long Bien), Vietnam – Entfernung von Europa: 8.600km

Gründungsjahr 2003

Geschichte

  • Hoai Nguyen studiert Marketing und Betriebswirtschaft und engagiert sich während des Studiums für die ländliche Entwicklung in einer US-amerikanischen Organisation. Sie hilft Kunsthandwerkern, mit ihren Produkten auf dem ausländischen Markt Fuß zu fassen
  • 2002: Sie macht die Förderung von Handwerkern und die Vermarktung ihrer Produkte zu ihrem beruflichen Schwerpunkt
  • 2003: Offizielle Gründung von Craft Beauty durch Hoai Nguyen und ihrem Ehemann Diep: sie spezialisieren sich auf Produkte aus Seide (Taschen, Accessoires, Bekleidung), erste Messeteilnahmen und erste Exporte, es gibt nur wenige Mitarbeiter, die für die Qualitätskontrolle und das Verpacken zuständig sind
  • 2004: Craft Beauty stellt eine Mustermacherin ein, die eigene Designs und Schnittmuster für die Werkstätten entwirft; eine eigene Nähwerkstatt wird im Privathaus eingerichtet
  • 2005-2009: Craft Beauty wird Mitglied der Fairtrade Federation (FTF) in den USA (die Mitgliedschaft endet, da ab 2009 nur noch US-amerikanische Firmen zugelassen werden)
  • 2006/2007: Kauf eines eigenen Werkstattgebäudes, Ausweiten der Näherei und Einrichtung einer eigenen Produktion
  • 2009: Umzug in ein größeres Produktionsgebäude in der Nachbarschaft; die ehemalige kleine Werkstatt wird nun als Schlafunterkunft für Pendlerinnen genutzt
  • 2009-2017: Teilnahme an verschiedenen Messen, Aufbau eines internationalen Kundenstamms
  • 2010: CONTIGO lernt Craft Beauty kennen, ein sofortiger Besuch in Vietnam schließt sich an, seitdem folgen jährliche Großaufträge und umfangreiche Produktentwicklungen
  • 2015: Zusammenarbeit mit „ethnischen Minderheiten“ in den Provinzen von Mai Chau und Nghe An
  • 2017: Eine zweite Designerin wird eingestellt
  • 2019: Der CONTIGO e.V. finanziert die Anschaffung von fünf modernen Nähmaschinen, die die Qualität ihrer Näharbeiten wesentlich verbessern und die Produktivität steigern

Zusammenarbeit mit CONTIGO seit 2010

Unternehmensstruktur

Anzahl der Mitarbeiter:

  • 85 Vollzeitmitarbeiter (77 Frauen und 3 Männer)
    • 45 Mitarbeiter in der zentralen Werkstatt in Hanoi
      • 39 Vollzeit und 6 Teilzeit
      • Produktion, Weiterverarbeitung, Verpackung: 26
      • Design, Produktentwicklung: 4
      • Qualitätskontrolle: 5
      • Verwaltung, Marketing, Verkauf: 10
    • 40 Mitarbeiter in dezentralen Werkstätten in den Provinzen Ha Tay, Hung Yen und Hai Phong

 

Arbeitsorganisation:

  • Aufgaben in der zentralen Werkstatt in Hanoi:
    • Vorbereitung der Produktion (Zuschnitt der Stoffe für die externen Werkstätten)
    • Produktion (komplizierte Näharbeiten)
    • Qualitätskontrolle
    • Verpackung
    • Verwaltung und Produktentwicklung
  • Geschäftsführer Diep und Produktionsleiterin Diu Tran
    • besuchen regelmäßig die externen Werkstätten
    • kontrollieren die einzelnen Produktionsschritte
    • schulen neue Mitarbeiter und leiten diese bei neuen Techniken an
    • setzen Qualitätsstandards ein und durch

 

  • Externe Produzenten:
    • Gruppen von überwiegend 3-5 Personen, die größte Gruppe zählt 15 Handwerker und Einzelpersonen (Hausfrauen, die sich neben der Kinderbetreuung und der Landwirtschaft ein Zubrot verdienen)
    • Gruppen arbeiten ausschließlich für Craft Beauty
    • Aufgaben: nähen, bedrucken, besticken, häkeln
    • Organisation in kleinen Gruppen: 3-5 Personen sind einer Gruppenleiterin unterstellt, diese plant alle Arbeitsschritte, verteilt die Arbeit nach Fähigkeiten und Erfahrung, ist verantwortlich für die Qualität, erhält für termingerechte und qualitative gute Arbeit einen Bonus
    • Ausstattung:
      • größere Gruppen sind voll ausgestattet mit Nähmaschinen und Schneiderwerkzeug, Zuschnitte erfolgen in der Werkstatt, keine Vorbereitung von Materialien durch Craft Beauty, Vorkasse-Anzahlung für Zubehör, Häkelgarne, Löhne, Betriebskosten
      • kleinere Gruppen und Einzelpersonen erhalten von Craft Beauty fertige Materialpakete, teure Nähmaschinen können über Craft Beauty geleast werden (Abtragszahlung, Verrechnung mit Aufträgen)
  • Wochenbesprechung für alle Mitarbeiter: jeden Samstag
  • Regelmäßige Besprechungen mit den Abteilungsleiterinnen
  • Austausch zu verschiedenen Themen (Design, Lohnregelungen, Arbeitsbedingungen, Unternehmensentwicklung, Produktivität)
  • Alle 2 Wochen Treffen mit dem ganzen Team zu Themen wie Prozessoptimierung, Erfolge, Schwierigkeiten, Entwicklungen, Perspektiven bei Craft Beauty

 

Vertrieb

  • 80% Export: U.S.A., Großbritannien, Frankreich, Schweden, Australien, Niederlande, Kanada, Deutschland, Italien)
  • 20 % Inland

Ziele

  • Erhöhung der Ausbildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten für Frauen und benachteiligte Bevölkerungsgruppen (Menschen ohne Schulabschluss oder Ausbildung)
  • Erhalt und Förderung des traditionellen Handwerks
  • Höheres Einkommen für alle Mitarbeiter
  • Aufbau neuer Geschäftsbeziehungen
  • Erweiterung der Produktlinien

Besonderheiten

  • Schwerpunkt bei Craft Beauty: Schaffen von Arbeitsmöglichkeiten für Menschen mit körperlichen / psychischen Einschränkungen, sowie für Menschen ohne Schulbildung
  • Einkommensmöglichkeiten für Frauen in ländlichen Regionen
  • Arbeit soll mit der Kinderbetreuung vereinbar sein
  • Kostenlose Unterkunft für Mitarbeiterinnen mit langem Anreiseweg vorhanden; hier wohnen auch die Frauen aus den Dörfern während der Einarbeitung und Fortbildung

Darum arbeitet CONTIGO mit Craft Beauty: Selten war eine gemeinsame Produktentwicklung unmittelbar nach dem ersten Kennenlernen so erfolgreich.

 

Einstufung des Fairtrade Handelspartners

FTA PLUS = Fairtrade Approved PLUS (Anerkannter Fairtrade Handelspartner)

 

Fairtrade Aspekte

Craft  Beauty verpflichtet sich, folgende Fairtrade Richtlinien einzuhalten:

Ausschluss von Kinderarbeit

Ausschluss von Diskriminierung

Keine Diskriminierung gegenüber Frauen, Menschen mit Behinderungen, Religionszugehörigkeiten, ethnischen Minderheiten, bestimmten sexuellen Orientierungen, politischen Zugehörigkeiten, HIV-Erkrankten

Einige Frauen mit Behinderungen arbeiten in hohen Positionen

Angemessene Bezahlung

  • Mindestlohn in Hanoi: US$ 170/Monat
  • Gehälter bei Craft Beauty: US$ 180-450/Monat, je nach Verantwortungsbereich
    • In der zentralen Werkstatt:
      • Büroangestellte, Abteilungsleiter, Mitarbeiter im Zuschnitt und der Qualitätskontrolle erhalten Festgehälter
      • Mitarbeiter in der Produktion erhalten Stücklohn
    • Externe Mitarbeiter erhalten Stücklohn: der Monatslohn ist dementsprechend abhängig von der Auftragsgröße und der Arbeitsleistung, der Stücklohn wird vorher vereinbart
  • Doppelter Lohn bei Überstunden
  • Bonuszahlung bei guten Leistungen
  • Jährliche Lohnverhandlungen, abhängig von der Arbeitsleistung und der Teuerungsrate
    • 2012: Lohnerhöhung, um bei 20% Inflationsrate im Land einen Ausgleich schaffen zu können
    • 2014-2016: Bonuszahlung für gute Qualität und rechtzeitige Fertigstellung

Menschenwürdige Arbeitsbedingungen

Arbeitszeit:

  • 8 Stunden/Tag
  • 1 Stunde Pause
  • 6 Tage/Woche

Soziale Leistungen:

Für die 45 Mitarbeiter, die in der zentralen Werkstatt arbeiten:

  • Bezahlter Urlaub (10 Feiertage + 12 Urlaubstage)
  • Einzahlung in die Sozialversicherungen („Social Insurances“), bestehend aus:
    • Rentenversicherung
    • Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, bei Unfällen und im Mutterschutz
    • Unfallversicherung
    • Arbeitgeber zahlt 18 %, der Arbeitnehmer zahlt 8 % des monatlichen Bruttoeinkommens

Für alle 85 Mitarbeiter:

  • Einzahlung in die gesetzliche Krankenversicherung (Arbeitgeber zahlt 3%, Arbeitnehmer zahlt 1,5% des monatlichen Bruttoeinkommens)
  • Kostenlose Schlafunterkunft für Frauen, die nur am Wochenende nach Hause fahren können (zzt. nutzen 10 Frauen die Unterkunft)
  • Finanzielle Unterstützung im Bedarfsfall
    • Vergabe von Darlehen für wichtige Anschaffungen (Hausbau) oder andere Familienbelange
    • Vergabe von Krediten an Arbeitsgruppen für Werkzeuge, Maschinen, Materialien
    • Dauerhafte Leihgabe der Nähmaschinen (Leasing)
  • Förderung der Gesundheit am Arbeitsplatz: Angebot eines kostenlosen Yogakurses, besonders für Frauen, die hauptsächlich im Sitzen an den Nähmaschinen arbeiten

Bildungsangebote:

  • Weiterbildung in den Bereichen: Computerkenntnisse, Führungsfähigkeiten, Design, Mode, Fairer Handel, Export
  • Sensibilisierung der externen Werkstätten für die gewünschten Qualitätsstandards
  • Kontinuierliche Ausbildung von benachteiligten Frauen zu Schneiderinnen

Transparenz

  • Arbeitsverträge sind vorhanden
  • Ordnungsgemäße Lohnbuchhaltung ist vorhanden
  • SAR liegt vor

 

Monitoring

  • Persönliche Besuche in Hanoi (2010, 2012, 2014, 2015, 2018)
  • Überprüfungsgespräche während mehrerer Besuche in Deutschland
  • Mitglied von:
    • WFTO (World Fair Trade Organization) seit 2010

 

Reiseberichte

Besuch 2015: Reisebericht Craft Beauty 2015

 

Informationen/Texte

Ursprungswissen (Stand 07/2019)

 

Länderinformation

Informationen über Vietnam

 

Fotos

Besuch 2018

Besuch 2014

2014_Craft Beauty1 2014_Craft Beauty2 2014_Craft Beauty3  2014_Craft Beauty4  2014_Craft Beauty5  2014_Craft Beauty6

 

Besuch 2012

 

Besuch 2010

     

By Janina Lange on 1. Juli 2019 |

Exportexa

Exportexa Team

Kurzporträt von CONTIGOs Partner Exportexa

Produkte

Hängematten, Hängesitze und Kissenhüllen aus Baumwolle und Polyester

Standort

Kolumbien nach Europa (Quelle: Google Earth)

Barranquilla, Kolumbien (ca. 1.000 km nördlich von Bogotá, direkt am Karibischen Meer) – Entfernung von Europa: 8.500km

Gründungsjahr 2004

Geschichte

  • 2004: Gründung von Exportexa mit drei Angestellten, Handelsunternehmen für Garne auf dem einheimischen Markt und den karibischen Inseln; damalige Kunden sind ortsansässige Handwerker, die Tischwaren und Hängematten in Handarbeit herstellen
  • 2006: Übernahme des Vertriebs und Export dieser Textilwaren, Ausweitung des Sortiments um weitere Heimtextilien
  • 2008: Anschaffung eigener Maschinenwebstühle und Aufbau der Produktion von Hängemöbeln, Mitarbeiterzahl steigt um 10 Personen
  • Anpassung und Vergrößerung des Produktionsbetriebs
  • 2018: Zusammenlegung der beiden Produktionshallen

Zusammenarbeit mit CONTIGO seit 2017

Unternehmensstruktur

Anzahl der Mitarbeiter:

  • Geschäftsführerin: Zaide Salebe, ebenfalls zuständig für: Akquise neuer und Betreuung bestehender Kunden, Koordination zwischen Bestellungseingang und Produktion, Export fertiger Aufträge
  • 38 Mitarbeiter (17 Frauen, 21 Männer)
    • 32 Mitarbeiter/innen in der Produktion beschäftigt
  • Bei Groß- und Sonderaufträgen werden zusätzliche Arbeiter/innen beschäftigt

Arbeitsorganisation:  

  • Produktion der Hängematten, Hängesitze und anderen (Heim-) Textilien:
    • 1. Produktionsschritt: Weben der Stoffe:
      • An Spinnmaschinen wird das Garn zur gewünschten Stärke verzwirbelt
      • Die Kette wird nach definiertem Design von Hand aufgefädelt (durch spezielle Lochführung, Dauer: ca 4-6 Stunden)
      • Maschineller Webprozess zu festen Stoffbahnen, die anschließend zu Ballen gewickelt, zur zweiten Fertigungshalle transportiert werden
    • 2. Produktionsschritt: Fertigstellung der Hängemöbel in Handarbeit
      • Qualitätskontrolle und Zuschnitt der angelieferten Stoffballen zu Hängematten,  Hängesitzen usw.
      • Je nach Bestellung: Verzwirbeln der losen Kettenfäden zu „cadejos“ (gedrehte Zöpfe als Verbindung zwischen Hängemattenstoff und Aufhängeschnüren)
      • Knüpfen und Anbringung der Aufhängung durch männliche Mitarbeiter an Gestellen
      • Erneute Qualitätskontrolle und Verpackung
  • Verwendete Materialien
    • Polycotton: Gemisch aus recycelten Baumwollfasern (75%) und Polyester (25%). Die Baumwollfasern stammen aus Reststoffen der Bekleidungsindustrie
    • Das Holz der Stäbe stammt von regionalen Plantagen und wird unter Konzession der Regierung geschlagen. Die Plantagen werden nach strengen Kriterien mit einem Wiederaufforstungszertifikat ausgezeichnet

Vertrieb

  • 55% Export (Frankreich, Spanien, Deutschland, Großbritannien, Japan, Martinique, Kanada)
  • 45% Inland, überwiegend an Touristen

Ziele

  • Erweiterung des Sortiments
  • Wo es möglich ist: Umstellung auf umweltschonende Materialien

Besonderheiten

Darum arbeitet CONTIGO mit Exportexa: Ein engagiert geführtes Familienunternehmen mit viel Herz für seine Mitarbeiter und für traditionelle Handwerkskunst. Die Produkte des Pioniers für Hängemöbel aus recycelter Baumwolle bestechen durch einmalige Designs und Qualität.

 

Einstufung des Fairtrade Handelspartners

FTP = Fairtrade in Progress

 

Fairtrade Aspekte

Exportexa verpflichtet sich, folgende Fairtrade Richtlinien einzuhalten:

Ausschluss von Kinderarbeit

Ausschluss von Diskriminierung

Keine Diskriminierung gegenüber Frauen, Menschen mit Behinderungen, Religionszugehörigkeiten, ethnischen Minderheiten, bestimmten sexuellen Orientierungen, politischen Zugehörigkeiten, HIV-Erkrankten

Angemessene Bezahlung

  • Mindestlohn in der Region: ca. US$ 270/Monat (US$ = US- Dollar)
  • Durchschnittlicher Lohn bei Exportexa: überdurchschnittlich
    • Ungelernte Arbeiter: US$ 270-300/Monat
    • Angelernte Arbeiter: US$ 350 – 1.000/Monat, abhängig von der Tätigkeit
  • Alle Mitarbeiter erhalten ein Festgehalt (bei Großaufträgen kann darüber hinaus durch Stücklohnzahlung mehr verdient werden)
  • Auszahlung des Gehalts 14-tägig in bar oder per Banküberweisung
  • Exportexa leistet für seine festangestellten Mitarbeiter/innen die gesetzlich vorgeschriebenen Vergütungen:
    • Zahlung des 13. Monatsgehalts  („cesantía“): dieser wird Anfang des Jahres direkt in einen staatlichen Pensionsfond eingezahlt, der/die Mitarbeiter/in erhält die Zinsen (12%) ausgezahlt
    • Zahlung des 14. Gehalts / Urlaubsbonus („prima de servicios“)
    • Anfahrt zur Arbeitsstätte wird bezahlt
    • Überstunden werden nach gesetzlichen Vorschriften vergütet, sowie wird ein kostenfreies Essen gestellt

Menschenwürdige Arbeitsbedingungen

Arbeitszeit:

  • 8 Stunden/Tag (bei Großaufträgen auch 10 Stunden)
  • 3 Pausen für Frühstück, Mittagessen und Nachmittagssnack
  • 5 Tage/Woche (bei Großaufträgen auch 6 Tage)

Soziale Leistungen: 

Für alle festangestellten Mitarbeiter/innen zahlt Exportexa in folgende gesetzliche Versicherungen ein:

  • Krankenversicherung: Arbeitgeber zahlt 8,5% , Arbeitnehmer zahlt 4% vom monatlichen Bruttolohn ein
  • Rentenversicherung: Arbeitgeber zahlt 12% , Arbeitnehmer zahlt 4% vom monatlichen Bruttolohn ein
  • Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, bei Unfällen und während des Mutterschutzes entsprechend der gesetzlichen Regelungen
  • Bezahlter Urlaub (20 gesetzliche und religiöse Feiertage, plus 15 Tage Erholungsurlaub)
  • Für alle Mitarbeiter/innen zahlt Exportexa in die Unfallversicherung ein
  • Exportexa zahlt auf den Gesamtbetrag seiner Gehaltskosten die verpflichtenden Sozialabgaben an diverse Familienerholungswerke (Cajas de Compensación Familiar)

Arbeitssicherheit:

  • Alle Sicherheitsstandards werden erfüllt
  • Arbeits- und Sicherheitskleidung wird gestellt

Transparenz

  • Arbeitsverträge sind vorhanden
  • Ordnungsgemäße Lohnbuchhaltung ist vorhanden
  • SAR liegt vor

 

Monitoring

  • Persönliche Besuche in Barranquilla (2017)

 

Länderinformation

Informationen über Kolumbien

 

Fotos

Besuch bei Exportexa 2017

   

By Janina Lange on 30. Juni 2019 |

Edelmetallschmuck

Faires Edelmetall

Gerne würde CONTIGO alle seine Schmuckstücke nur noch mit fair abgebauten Edelmetallen fertigen lassen.  Arque Arte zum Beispiel bezieht sein Gold von der kolumbianischen Organisation Fairmined. Diese setzt sich gezielt dafür ein dass die Minenarbeiter faire Löhne erhalten und alle Sicherheitsstandarts beim Abbau von Gold und Silber in den Minen eingehalten werden.

Das Problem: Die abgebauten Edelmetalle werden über zertifizierte Verkäufer verkauft. Davon hat einer seinen Sitzt in Kolumbien und der Rest in Europa oder den USA. Das ist natürlich toll für die Schmuckproduktion in diesen Ländern. Jedoch ist es zu teuer für unsere Produzenten. Edelmetalle die aufgrund ihrer fairen Qualität schon ca. 20% teurer sind als Edelmetalle von der Bank, zu importieren um sie dann wieder zu uns zu exportieren. Diese ganzen Kosten müssten die Produzenten ihren Verkaufspreis und anschließend CONTIGO auf seinen Verkaufspreis rechnen wodurch wir sehr wahrscheinlich Kunden abschrecken würden, was den Absatz senken würde was den Produzenten schaden würde.

Wir suchen also noch Anbieter für Faire Edelmetalle in Indien und Thailand. Wenn jemand hierzu Ideen oder Information hat, würden wir eine Email sehr schätzen.

Silber

Hersteller
ALLPA, Peru Material

  • 925er Silber (Sterling) aus einheimischer Förderung
  • Onyx, Celestit, Perlmutt und Süßwasserperlen aus Peru oder angrenzenden Ländern

Herstellungsprozess
Die gesamte Produktion von Hand

  1. Silberflocken werden zu Silberstäben geschmolzen
  2. Mit mechanischer Walze werden Silberstäbe zu feinen Bändern gepresst
  3. Bänder werden in passende Stücke zerschnitten, zurechtgebogen und zu Schmuckstücken zusammengelegt
  4. Schmuckstück wird zusammengelötet
  5. Mit Feile werden die Kanten entgratet
  6. Einsetzen der Steine
  7. Vorsichtiges anklopfen der Silberfassung an den Stein
  8. Abschließend werden die Teile am Schleifstein poliert

Pflegehinweis

Gautam, Nepal Material

  • 925er Silber (Sterling) von örtlichen Banken
  • Lapislazuli, Malachit, Türkis, Onyx, Granat

Herstellungsverfahren

  1. Anfertigung der Silberstücke in Silberwerkstätte durch walzen, schmieden, löten, polieren
  2. Einkauf der Steine auf dem Markt
  3. Kettenfertigung durch auffädeln der einzelnen Perlen in Handarbeit

Pflegehinweis  Merkblatt Silberpflege

Umed Singh, Indien Material

  • 925er Silber (Sterling) von örtlichen Banken
  • Lapislazuli, Malachit, Türkis, Onyx, Granat

Herstellungsverfahren

  1. Stellen von Silber und Schmucksteine für eigene und zuarbeitende Silberwerkstätte
  2. Anfertigung der Silberstücke durch walzen, schmieden, löten, polieren
  3. Einsetzen der Schmucksteine und vorsichtiges anklopfen der Fassung

Pflegehinweis  Merkblatt Silberpflege

Veva, Thailand Material

  • 925er Silber (Sterling)

Herstellungsprozess

  1. Bleistiftzeichnung des Schmuckstücks
  2. Anfertigung von Wachsmodellen
  3. Wachsmuster werden an Wachsbaum befestigt, dieser wird für das Giesen außer Haus gegeben
  4. Der sogenannte „Modellbaum“, wird in ein Gefäß gegeben, das mit einer Art Gips ausgegossen wird
  5. Erhitzen des Gefäßes, Wachs läuft aus, Silber wird eingeleitet
  6. Entfernen des Gipsmantels, Erhalt der ausgegossenen Form
  7. Silberbaum zurück an Veva
  8. Schmuckstücke werden von Baum abgeschnitten, Reste wieder eingeschmolzen
  9. Verfeinerung, Reinigung, Entgraten, Polieren
  10. Jedes Stück wird nochmals  4 Minuten im Silberbad versilbert, um besonders schönen Glanz zu erreichen
  11. Steine und Perlen werden sorgfältig gefasst
  12. Zu Vergoldender Schmuck kommt für 7 Minuten in Goldbad (=1Mikron)
  13. Anlöten von Ohrstecker
  14. E-Coating wird mit dem Pinsel aufgetragen um Anlaufen zu verhindern

Pflegehinweis Merkblatt Silberpflege

Gold

Hersteller
ARQUE ARTE, Kolumbien
Creative Designs, Indien
By Claudia Specht on 21. Mai 2019 |

KILUS

Das Arbeitsmaterial von K.I.L.U.S.

 

 Kurzporträt von CONTIGOs Partner K.I.L.U.S. 

 Produkte 

Taschen aus Saftpack

 Standort 

Pasig nach Göttingen (Quelle: Google Earth)

Pasig City nach Göttingen (Quelle: Google Earth)

Ugong, Pasig City, Philippinen – Entfernung von Europa: 10.100km

 Gründungsjahr 1997 

 Geschichte 

  • 1997: der Stadtteilvorsitzende von Ugong Alejandro E. Santiago ermutigt seine Frau Editha zur Gründung einer ehrenamtlichen Frauengruppe
  • Sie und viele Freiwillige werden Partner des „Projekts für eine saubere und grüne Stadt“, einer Initiative des Stadtteilrates zu Müllmanagement und Einkommensbildung im Viertel
  • 1998: wird die Gruppe offiziell unter dem Namen K.I.L.U.S. registriert (zu diesem Zeitpunkt mit 500 Frauen). Alle Mitglieder tragen zum Startkapital von K.I.L.U.S. in Form von Geldeinlagen bei.
  • Jede Nachbarschaft bekommt Koordinatorinnen und Gruppenleiterinnen, die beauftragt sind, die Reinigungsarbeiten in den Straßen zu leiten und zu überwachen
  • Ein großer Erfolg ist die Auszeichnung des Stadtteils Ugong als sauberster und grünster in Pasig
  • Ab 1999: neuer Arbeitsschwerpunkt: Projekte zum Lebensunterhalt der Mitglieder. Alle Haushalte werden aufgefordert, Müll zu trennen. Die Wertstoffe werden recycelt.
  • Bei einem Seminar auf der Suche nach Einkommensmöglichkeiten entsteht die Idee, aus Trinkpäckchen Taschen herzustellen. Editha Santiago setzt diese Idee in ihrem Stadtteil um.
  • Frauen im Stadtteil Ugong werden in allen Prozessen der Taschenfertigung geschult. Das Pilotprojekt findet viel Beachtung in Medien und Öffentlichkeit
  • K.I.L.U.S. wird offiziell ins Genossenschaftsregister eingeschrieben
  • Den Durchbruch bringt die Teilnahme an internationalen Messen. Die Recyclingartikel werden nun auch zu Kunden in Übersee verkauft. Dieser Erfolg trägt wesentlich zur Einkommensverbesserung im Stadtteil bei. K.I.L.U.S. bekommt Zugang zu öffentlichen Krediten und schafft sich professionelle und robuste Nähmaschinen an
  • In Kooperation mit Bildungsträgern und Regierungsorganisationen wird  K.I.L.U.S. zu Vorträgen und Workshops auf nationaler und internationaler Ebene eingeladen. Themen sind Umwelt- und Müllmanagement, Stadtteilentwicklung, Selbstorganisation und Frauenförderung.
  • Januar 2017: infolge eines Großbrands brennt das komplette Produktionsgebäude nieder, die gesamte Ausstattung, Nähmaschinen, Rohmaterialien und fertig gestellte Aufträge sind unwiederbringlich verloren
  • CONTIGO und in Person Ingo Herbst steht mit K.I.L.U.S. in engem Kontakt, um schnelle Hilfestellungen zu erarbeiten
  • April/Mai 2017:
    • die 150 Frauen erhalten für zwei Monate ein Noteinkommen durch das lokale Arbeitsministerium
    • durch Spenden der lokalen Regierung, Firmen und dem Club der amerikanischen Botschaft können Computer und einige Nähmaschinen angeschafft und eine provisorische Produktion auf dem Privatgelände von Alejandro und Editha Santiago eingerichtet werden
    • nach langem Suchen kann ein Grundstück für den Wiederaufbau gefunden werden
    • Bauplanung und vorläufige Baugenehmigung sind vorhanden
    • Der komplette Wiederaufbau wird ca. 76.000€ kosten
  • Mai 2017: CONTIGO startet eine umfangreiche Spendenaktion in seinen CONTIGO Läden und bei Weltläden: weitere Informationen finden Sie hier: http://contigo.de/category/news/spendenaufruf/
  • Dezember 2017: Summe der eingegangen Spenden beläuft sich auf 40.042 €. Für die Errichtung eines einfachen Flachbaus erhielt K.I.L.U.S. Mittel von Unterstützergruppen aus den Philippinen und Japan. Der CONTIGO Verein e.V. finanziert die nötigen Arbeitsmittel, fehlende Ausstattung und ein Transportfahrzeug. Die Frauen bei K.I.L.U.S. sind so in der Lage, wieder größere Aufträge anzunehmen
  • Februar 2018:
    • Das neue Lieferauto zum Einsammeln der Recyclingmaterialien wird geliefert
    • Neubeschaffung vieler Arbeitsmittel
    • Erste Auslieferung von über 5.500  Recyclingtaschen an CONTIGO (improvisierte Produktion fand tw. in den Privaträumen von Alejandro und Editha Santiago, sowie bei Frauen von zu Hause aus statt)
  • Juni 2018: Beginn des Wiederaufbaus einer neuen Produktionsstätte
  • November 2018: Einweihung der neuen Produktionsstätte
  • Frühjahr 2019: K.I.L.U.S. erhält die restliche Spendensumme vom CONTIGO e.V., diese werden in ihre Sanitäreinrichtungen, Belüftungsanlagen, Arbeitsschutzmaßnahmen, Gesundheitsprogramme und in die Produktentwicklung investiert

 

 Zusammenarbeit mit CONTIGO seit 2003 

 Unternehmensstruktur 

Organisation als Kooperative, zählt aktuell 300 Mitglieder:

  • Alle Mitarbeiter/innen (auch die Heimarbeiterinnen) sind Mitglied und haben einen kleinen Beitrag eingezahlt

Anzahl der Mitarbeiter: 

  • 32 Vollzeitmitarbeiter (26 Frauen, 6 Männer)
    • Mitarbeiter der Verwaltung, der Qualitätskontrolle, die Produktionsleiter und die Mustermacher erhalten ein Festgehalt
    • Mitarbeiter in der Produktion (Schneiden der Streifen für Webarbeiten, Weben und Nähen) erhalten Stücklohn
  • 57 Heimarbeiterinnen (in Teilzeit) – werden pro Stück bezahlt
  • ca. 90 Familien sind an den verschiedenen Produktionsschritten beteiligt

Arbeitsstätten:

  • Zwei Sammelstellen für Saftpäckchen und andere recycelbare Wertstoffe in der Nachbarschaft und am Rande von Pasig.
  • Die zentrale Werkstatt in Ugong ist luftig, hell und nach allen Seiten mit vielen Fenstern versehen. Die Fensterläden sind aus Saftpackmaterial gefertigt.

Aufteilung des Hauptgebäudes:

  • Untergeschoss: Materiallager, Reinigung, Sortieren, Zählen, Zuschnitt für die Flechtarbeiten
  • Obergeschoss: Büroräume, Musterraum, Nähwerkstatt, Qualitätskontrolle

Arbeitsorganisation:

Produktionsschritte im Haus:

  • Leere Safttüten werden dreifach gereinigt, sortiert, zurecht geschnitten und zur Weiterverarbeitung an die verschiedenen Abteilungen verteilt
  • Produktion von Taschen, Accessoires: Nähen und Weben
  • Qualitätskontrolle der Endprodukte
  • Verpacken und Export

Produktionsschritte außer Haus:

  • Sammeln der Recyclingmaterialien in eigenen Sammelstellen
  • Web- und Näharbeiten in Heimarbeit (Mütter und Hausfrauen)

Mitarbeiterversammlung: 1x im Monat mit allen Mitarbeitern und Mitgliedern der Kooperative

 Vertrieb 

  • 85% Export (U.S.A., Japan, Südkorea, Europa)
  • 15% Inland

 Ziele 

  • K.I.L.U.S. versteht sich als „Multipurpose Cooperative“, die wirtschaftliche, soziale und Bildungsziele vereinigt
  • Regelmäßiges Einkommen für Frauen im Stadtteil
  • Vereinbarkeit von Arbeit und Familie
  • Schonender Umgang mit Ressourcen
  • Bewusstseinsbildung und Ergreifen von Maßnahmen zum Schutz von Umwelt und Natur
  • Frauenförderung: Stärkung des Selbstvertrauens
  • Stärkung der Gemeinschaft

 Besonderheiten 

  • Enger Zusammenhalt aller Mitglieder, regelmäßige Versammlungen, in denen auch private Sorgen zur Sprache gebracht werden: Frauen lernen, frei zu sprechen, viele kommen durch Vortragsreisen erstmals aus ihrem gewohnten Umfeld und in Kontakt mit fremden Menschen und Kulturen
  • Langjährige Mitarbeit: viele Frauen sind seit mehr als 10 Jahren dabei. Viele ältere Menschen sind Analphabeten und hätten in anderen Unternehmen keine Chance.

Darum arbeitet CONTIGO mit K.I.L.U.S. : Vorbildliche Verbindung von Umweltengagement und Einkommensschaffung. Besondere Förderung der Menschen im Team, großes Engagement über die eigene Organisation hinaus für das ganze Stadtviertel Ugong.

 

 Einstufung des Fairtrade Handelspartners 

FTA = Fairtrade Approved (Anerkannter Fairtrade Handelspartner)

 

 Fairtrade Aspekte 

K.I.L.U.S. verpflichtet sich, folgende Fairtrade Richtlinien einzuhalten:

 Ausschluss von Kinderarbeit 

 Ausschluss von Diskriminierung 

Keine Diskriminierung gegenüber Frauen, Menschen mit Behinderungen, Religionszugehörigkeiten, ethnischen Minderheiten, bestimmten sexuellen Orientierungen, politischen Zugehörigkeiten, HIV-Erkrankten

 Angemessene Bezahlung 

  • Mindestlohn in der Region: PHP 481/Tag (PHP=Philippinischer Peso)
  • Gehalt bei K.I.L.U.S.: PHP 400-500/Tag für eine/n Näher/in (*)
  • Heimarbeiterinnen erhalten Stücklohnzahlung
  • Wöchentliche Barzahlung an jedem Freitag für die abgelieferte Ware

(*) Hinweis:
Bei K.I.L.U.S. werden keine Löhne oder Gehälter im eigentlichen Sinne gezahlt, sondern der Verdienst besteht aus den Gewinnanteilen. Diese können je nach Geschäftsverlauf schwanken. Deshalb ist der oben genannte Wert als Richtwert zu sehen.

 Menschenwürdige Arbeitsbedingungen 

Arbeitszeit:

  • 8 Stunden/Tag
  • 1,5 Stunden Pausen für Snacks und Mittagessen
  • 5 Tage/Woche

Soziale Leistungen:

  • Einzahlung in die Krankenversicherung (Philhealth)
  • Vergabe von niedrig verzinsten Darlehen, z.B. für Ausbildung, Hausrenovierung
  • Lebensmittelzuschüsse (verbilligter Reiseinkauf im Werkstattladen)
  • Bereitstellung der Arbeitskleidung
  • Regelmäßige, kostenlose Gesundheitschecks
  • Stipendien für Kinder der Mitglieder

Da K.I.L.U.S. eine Kooperative ist, in der alle Beschäftigte Miteigentümer sind, gibt es kein typisches Arbeitgeber – Arbeitnehmerverhältnis. Als Kooperative fallen keine Beiträge zu den Sozialversicherungen (SSS) und zum nationalen Bausparprogramm (pag-IBIG) an. K.I.L.U.S. ermutigt jedoch alle Mitglieder, sich freiwillig zu versichern und bietet dabei Hilfe an.

Bildungsangebote:

  • Bildungsprogramme zu Umwelt und Gesellschaft
  • Designtraining für Nachwuchskräfte
  • Persönlichkeitsbildung durch Übernahme von mehr Verantwortung im Team und bei Veranstaltungen außer Haus
  • Gesundheitskurse für Frauen (Verhütung, Schwangerschaft) in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Gemeindebüro
  • Eigener Chor, gemeinsame Gottesdienste

Arbeitssicherheit:

  • Alle Sicherheitsstandards werden erfüllt

 Transparenz 

  • Ordnungsgemäße Lohnbuchhaltung ist vorhanden
  • SAR liegt vor

 

 Monitoring 

  • Durch persönliche Besuche in Pasig (2010, 2016)

 

 Informationen/Texte

Ursprungswissen K.I.L.U.S. (Stand 05/2019)

 

 Länderinformation 

Informationen über die Philippinen

Fotos

2018: Wiederaufbau & neues Lieferauto

 

Januar 2017: Großbrand bei K.I.L.U.S. – komplette Zerstörung der Produktionsstätte:

KILUS_Brand_4 KILUS_Brand_3 KILUS_Brand_2 KILUS_Brand_1

Produktionsstätte vor dem Brand / Besuch Oktober 2016:

Kilus_Quality-Control Kilus_Produktion1 Kilus_Produktion Kilus_Heimarbeiterin

 

Video

By Janina Lange on 20. Mai 2019 |