Doña Rosa

Werkstatt Doña Rosa

Werkstatt Doña Rosa

 

 Kurzporträt von CONTIGOs Partner Doña Rosa 

 

 Produkte 

Re3-Recyclingprodukte aus LKW-Schläuchen, Lederprodukte

Bogotá nach Göttingen (Quelle: Google Earth)

Bogotá nach Göttingen (Quelle: Google Earth)

 Standort 

Stadtviertel Ciudad Bolivar in Bogotá, Kolumbien – Entfernung von Europa: 8.400km

 

 

 

 Gründungsjahr 2002 

 Geschichte 

  • 2001: Gründung einer Lederwerkstatt unter der Leitung von Doña Rosa
  • 3 Angestellte kommen aus insolventen Lederwerkstätten der Nachbarschaft
  • 2008: Vergrößerung der Werkstatt
  • 2010: Neueinführung der Produktlinie Re3 Recycling
  • 2012: Arbeit an 12 Maschinen, Zusammenarbeit mit Heimarbeiterinnen (Satellites)
  • 2012/2013: Vergrößerung der Werkstatt, von 2 Etagen auf 3 Etagen aufgestockt
  • Vergrößerung des Gebäudes, eine Etage kommt dazu, dadurch neue Aufteilung der Werkstatt
  • 2014: Erwerb eines Dienstfahrzeugs (Minivan)
  • 2015: Beginn der Lederverarbeitung ohne Chrom
  • 2015: Erweiterung des Sortiments um vegane Linien (Linie aus den Materialien der Autoindustrie und Kunstleder, sowie mit Kork und Kunstleder)
  • 2015: Teilnahme am “Social Security System” (mit Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeiträgen)

Zusammenarbeit mit CONTIGO seit 2012

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 Unternehmensstruktur 

Anzahl der Mitarbeiter:

  • 16 ständige Mitarbeiter (10 Frauen und 6 Männer)
  • 13 saisonale Mitarbeiter (in Abhängigkeit von der Auftragslage, arbeiten von zu Hause aus)
  • Partnerschaften mit drei Werkstätten (“satellites”, arbeiten wie saisonale Mitarbeiter von zu Hause oder der eigenen Werkstatt aus, fertigen die Produkte jedoch komplett)

Arbeitsorganisation:

  • 3 Arbeitsplätze bilden immer ein Team. Sie kontrollieren sich wechselseitig und wechseln sich in den verschiedenen Produktionsschritten ab. Doña Rosa möchte, dass ein Arbeiter mehrere Produktionsschritte kann und nicht nur immer dasselbe macht.
  • Erdgeschoss: Anlieferung der Materialien, Säuberung und Sortierung, Lager
    2013 Dona Rosa3
  • 1. Etage: Zuschnitt des Leders und der Schläuche
  • Im hinteren Teil der 1. Etage: kleines Lager für Zusatzmaterialien wie Cana Flecha, Garne und Gurte
  • 2. Etage: hier finden die wichtigsten Produktionsschritte statt, zunächst werden die zugeschnittenen Teile von der Etage darunter zusammengenäht, dann gefalzt und wieder zu den Nähern gegeben
  • Insgesamt gibt es 17 Arbeitsplätze, wovon 7 Plätze mit Nähmaschinen ausgestattet sind. Sie bilden 3 Reihen, von Rechts nach links: Falzen, Nähen und Endfertigung
  • 3. und 4. Etage (2011 Dachterrasse, wo die Schläuche gereinigt und getrocknet werden), zudem Wohnräume von Doña Rosa

 

 Vertrieb 

  • 100% Export (Deutschland, Italien, Frankreich, Canada, Niederlande, U.S.A., Schweiz, Australien, Spanien, Puerto Rico)

 Ziele 

  • Mehr Arbeitsplätze und Einkommen schaffen, besonders für Menschen aus der Nachbarschaft (Stadtviertel Ciudad Bolivar: Brennpunktviertel, hohe Kriminalität)
  • Unterstützung von älteren Mitarbeitern. Aktuell beschäftigt Doña Rosa 9 Mitarbeiter über 50 Jahre. In dieser Altersgruppe gibt es in Kolumbien kaum Chancen auf Festeinstellung.

 Besonderheiten 

Darum arbeitet CONTIGO mit Doña Rosa: Faszination von der Recyclingidee, alte defekte LKW-Schläuche in wunderschöne und ausgefallene Taschen zu verwandeln. Doña Rosa ist das Vorbild für viele Frauen in ihrem Viertel.

 

 Einstufung des Fairtrade Handelspartners 

FTA  = Fairtrade Approved (Anerkannter Fairtrade Handelspartner)

 

 Fairtrade Aspekte 

Doña Rosa verpflichtet sich, folgende Fairtrade Richtlinien einzuhalten:

 Ausschluss von Kinderarbeit 

  • Keine Mitarbeiter unter 18 JahrenDona Rosa7

 Ausschluss von Diskriminierung 

Keine Diskriminierung gegenüber Frauen, Menschen mit Behinderungen, Religionszugehörigkeiten, ethnischen Minderheiten, bestimmten sexuellen Orientierungen, politischen Zugehörigkeiten, HIV-Erkrankten

 Angemessene Bezahlung 

  • Durchschnittsgehalt der Region: COP 700.000/Monat (COP= Kolumbianischer Peso)
  • Gehalt bei Doña Rosa: überdurchschnittlich
  • Der Mindestlohn  wird auch bei schlechter Auftragslage garantiert.
  • Die durchschnittliche Entlohnung beträgt COP 1.000.000 bei einer 40 Std.-Woche. Bei guter Auftragslage kann ein Mitarbeiter bis zu COP 3.000.000 verdienen
  • Lt. Gesetz kann dazu die Wochenarbeitszeit auf 48 Stunden angehoben werden. Jede Stunde über 48 Stunden gilt als Überstunde und wird mit Zuschlägen vergütet
  • Der Stücklohn für saisonale Mitarbeiter liegt bei COP 600 bei Kleinprodukten und COP 14.000 für große Taschen
  • Monatliche Barzahlung
  • Bonuszahlungen (Urlaubsbonus)
  • Bezahlung der Transportkosten

 Menschenwürdige Arbeitsbedingungen 

Arbeitszeit: 

  • 8 Stunden/Tag
  • Geregelte Pausen
  • 5,5 Tage/Woche

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Soziale Leistungen:

  • Krankenversicherung bei Festangestellten wird in Bogotá Zone 1 und Zone 2 vom Staat übernommen, wenn nur der Mindestlohn gezahlt wird.
  • Krankenversicherung bei Stückzahlung zahlt der Arbeitgeber (Verhältnis: 8% Arbeitgeber + 4% Arbeitnehmer)
  • Rentenversicherung Pensionsfonds für alle Mitarbeiter
  • Lohnfortzahlung während des Urlaubs
  • Arbeits- und Schutzkleidung werden gestellt


Bildungsangebote:

  • Einarbeitungstraining für alle neuen Angestellten in alle Arbeitsschritte, um vielseitig zu bleiben
  • Spezialisierung einzelner Mitarbeiter

 Transparenz 

  • Arbeitsverträge sind vorhanden
  • Ordnungsgemäße Lohnbuchhaltung ist vorhanden
  • SAR liegt vor

 

 Monitoring 

  • Persönliche Besuche in Bogotá (2011, 2013, 2015)

 

 Reiseberichte 

Besuch 2013 – Zitate aus Reiseblog

Heute fahren wir in den Süden von Bogotá in das Viertel „Ciudad Bolivar“ zu Doña Rosa.Es ist erstaunlich, um wie viel das Viertel gewachsen ist und das auch stetig weiter tut. Mittlerweile ist die ganze Bergkette bedeckt von Häusern aller Bauarten. Wir freuen uns Doña Rosa wiederzusehen. Sie ist nicht nur zu uns, sondern auch zu ihren Artisanos wie eine Mama, sie hilft jedem, der in Notfällen Unterstützung braucht und pflegt eine enge Beziehung zu ihren Angestellten. Das ist auch wichtig, denn es ist schwierig einen Ersatz für gute Kunsthandwerker zu finden.
Umso mehr freuen wir uns, dass fast alle Gesichter, die wir 2011 hier gesehen haben, auch heute mit vollem Elan wieder dabei sind. Durch den Erfolg ihrer Produkte, vor allem mit dem Export, war es Doña Rosa möglich, ihre Werkstatt zu vergrößern. Es entstand eine zusätzliche Etage, hell, mit viel Licht und Platz. Dona Rosa erzählt, dass sie nun viel organisierter arbeiten können, alle Teams und ihre Produktionsschritte sind jetzt viel effizienter. Seit 2012 beziehen wir die trendigen Recyclingtaschen und Accessoires aus LKW-Schläuchen. Heute nutzen wir den Besuch für Produktentwicklung. Wir besprechen die ersten Muster, besprechen Veränderungen und bestaunen die ersten Resultate. Das wird gut.

Bereits vor 2 Tagen trafen wir Doña Rosa. Zusammen mit ihr arbeiten wir an einem neuen Taschensortiment, dass recycelte LKW-Schläuche mit buntem Leder kombiniert. Heute besuchen wir die Gerberei, in der das Leder entsteht. Am Fuße von Ciudad Bolivar liegt das Gerberviertel von Bogotá. Wie auch in Indien liegt die Verarbeitung von Leder fast ausnahmslos in Männerhand. Ganz im Gegensatz dazu arbeitet Doña Rosa mit der Gerberei von Claudia zusammen. Claudia übernahm das Unternehmen von ihrem Vater und führt es nun erfolgreich zusammen mit ihrem Sohn weiter.In ihrer Gerberei verarbeitet Claudia sowohl mineralisches- als auch vegetabil gegerbtes Leder. Neun Leute sind bei ihr in Vollzeit beschäftigt, davon drei Frauen, die für die „sensiblen“ Arbeitschritte, wie das Färben verantwortlich sind. Die Arbeits- und Sicherheitsbedingungen sind hervorragend, unter anderem gibt es eine Filteranlage für die Luft, Feuerlöscher auf allen Ebenen sowie Schutzmasken und Ohrschützer für die Mitarbeiter.

Besuch 2011 – Zitate aus Reiseblog

Heute fahren wir in den Süden von Bogotá in das Viertel „Ciudad Bolivar“, das zu den Estratos 1 zählt. Hier regieren die Banden. Die Kriminalität ist so hoch, dass selbst die Taxis sich weigern hier hin zu fahren. Wir besuchen Doña Rosa, deren Werkstatt sich dicht an den Berghang des Viertels quetscht. Doña Rosa hat sich hier eine Existenz mit einer Nähwerkstatt aufgebaut. Sie verarbeitet LKW-Schläuche zu modischen Taschen und bietet einen Arbeitsplatz für ca. 10 Näherinnen und 10 Schneider. Es ist eine tolle Atmosphäre, in der Mittagspause lernen wir alle Mitarbeiter kennen, es wird viel gefragt und viel gelacht. Anschließend bestaunen wir das Geschick der HandwerkerInnen und besprechen mögliche Produkte für CONTIGO.

 

 Informationen/Texte 

Presseartikel: Dona Rosa_Zeitungsartikel (Neues Deutschland)

Ursprungswissen Doña Rosa (Stand 12/2015)

 

 Länderinformation 

Informationen über Kolumbien

 

 Fotos 

Besuch bei  Doña Rosa

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Videos

 

Author: Janina Lange on 6. Februar 2017
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