Kapula

Kapula-Team

 

Kurzporträt von CONTIGOs Partner Kapula

Produkte

Bredasdorp nach Göttingen (Quelle: Google Earth)

Kerzen und Keramik

BAVU Windlichtgläser aus recycelten Flaschen

Standort

Bredasdorp, Provinz Westkap, Südafrika – Entfernung von Europa: 9.600km

Gründungsjahr 1994

Geschichte

Zusammenarbeit mit CONTIGO seit 2000

  • Ilse Appelgryn verliert in der Zeit der Apartheid ihre Arbeit als Lehrerin und greift die Familientradition des Kerzenhandwerks auf
  • 1996: Einstellung von sechs Mitarbeiterinnen
  • 1998: Erste Kerzenlieferung nach Berlin
  • 1999: Eröffnung der Kapula-Gallery in Bredasdorp
  • 2000: Anzahl der Mitarbeiter/innen wächst auf 40
  • 2000: Messe-Teilnahme auf Expo 2000 in Hannover
  • 2000: Preisverleihung an Ilse Appelgryn (KAP Industrie- und Handelskammer Kapstadt)
  • 2000: CONTIGO lernt Kapula über eine deutsche Kirchengemeinde kennen
  • 2003: Einstieg in das Handbemalen von Keramikprodukten
  • 2006: Anstieg der Mitarbeiterzahl auf 250
  • 2008: Erfolgreichstes Jahr durch etliche Großkunden, u.a. Unicef
  • 2009: Weltwirtschaftskrise, Verlust vieler Großkunden
  • 2010: Jahr großer Veränderungen; Probleme und unlösbare Konflikte mit einem deutschen Minderheitsgesellschafter
    • Februar: Schließung von Kapula
    • April: Neustrukturierung mit Hilfe von CONTIGO, sowie deutscher und österreichischer Weltläden: Neustart mit Großauftrag von CONTIGO und Woolworth Südafrika
    • Dezember: Erste Bonuszahlung an die Mitarbeiter nach dem Neustart
  • Februar 2011: Erstes Geschäftsjahr nach Neustart schließt mit positivem Ergebnis ab
  • Seit Januar 2012: Errichtung eigener Formenwerkstatt für Keramik mit modernem Tunnel-Brennofen
  • Renovierung aller sanitären Anlagen
  • 2015: erfolgreiche Zertifizierung auf Grundlage der BEE-Kriterien (siehe unten)
  • 2015: Kapula wird Vollmitglied der WFTO (= World Fair Trade Organisation, guaranteed member)
  • Februar 2016: Übernahme der Keramikwerkstatt Intshiba, ebenfalls Bredasdorp, Übernahme aller 17 Töpferinnen und Malerinnen, Ausstattung mit ordentlichen Arbeitsverträgen, sozialen Leistungen, regelmäßigen und pünktlichen Zahltagen und allen anderen Angeboten der Kapula-Kultur
  • Mai 2017: Übernahme einer weiteren, ebenfalls in Bredasdorp angesiedelten, Keramikmanufaktur, die von der Schließung bedroht ist, mit 16 Mitarbeitern und Ausstattung

Kapula ist der bedeutendste Produzent für handgearbeitete Tischkeramik in Südafrika!

Unternehmensstruktur

Anzahl der Mitarbeiter:

153 Mitarbeiter (128 Frauen, 25 Männer), aufgeteilt in: 111 Coloured, 35 Xhosa, 7 Weiße

  • 13 Mitarbeiter arbeiten im mittleren Management, davon 12 Frauen
  • 43 Mitarbeiter sind seit über 10 Jahren bei Kapula
  • 19 Mitarbeiter sind neu dazugekommen (2017)
  • 64 Frauen sind alleinerziehende Mütter
  • 52 Frauen verdienen das Haupteinkommen in ihren Familien
  • 64 Mitarbeiter besitzen Wohneigentum (wovon 51 Mitarbeiter weniger als ZAR 4.000 pro Monat verdienen).
    • Hintergrundinformation: Arbeitnehmer mit einem monatlichen Einkommen von ZAR 3.500 können sich um kostenloses Wohneigentum vom Staat (ca. 40qm mit zwei Schlafzimmern, Küche, Bad) bewerben. Die Wartelisten sind entsprechend lang

Arbeitsstätten:

7 Abteilungen:

  • Handcraft (Kerzenherstellung, Guss der Rohformen) – 18 Mitarbeiter
  • Handpainting (Kerzenbemalung) – 13 Mitarbeiter
  • Bisque Factory an zwei Standorten (Herstellung von Rohformen für Keramik) – 33 Mitarbeiter
  • Ceramics Design an zwei Standorten (Bemalen und Glasieren) – 61 Mitarbeiter
  • Packhouse (Verpackung, Versand) – 9 Mitarbeiter
  • Gallery (Ausstellungsraum und Direktverkauf) – 2 Mitarbeiter
  • Marketing, Verwaltung und Buchhaltung – 17 Mitarbeiter


Ausstattung und Arbeitsorganisation:

  • In beiden Bisque Factories sind 23 Brennöfen aktiv, drei weitere können noch in Betrieb genommen werden (dies ist aber abhängig von der Stromversorgung)
  • Arbeitsaufteilung pro Abteilung:
    • Supervisor(in) organisiert die Arbeitsschritte in der Abteilung und an den einzelnen Tischen, dies ist abhängig von den individuellen Fertigkeiten. Dabei gilt, dass erfahrene Mitarbeiter neue unterstützen
    • Supervisor(in) führt Buch über die Anwesenheit der Beschäftigten und die täglich geleistete Arbeit
  • Regelmäßige Treffen sowie Absprachen mit Supervisore und Verantwortlichen der Abteilungen
    • Jeden Montag: Produktionsbesprechung
    • Jeden Dienstag: Besprechung des mittleren Managements und der Abteilungsleiter
  • Fachübergreifende Fortbildungen und Trainings: erfahrene Mitarbeiter lernen Neulinge an und schulen andere Mitarbeiter um (z.B. von Kerzenbemalung auf Keramikbemalung)

Vertrieb

  • 45% Export nach Deutschland, Österreich, Großbritannien, Dänemark, Italien, USA, Australien und Schweden
  • 55% Inland
  • 25% des Umsatzes werden durch Einkäufe von CONTIGO erwirtschaftet

Ziele

  • Aufbau einer betrieblichen Rentenversicherung
  • Aufbau des Webmarketings
  • Vorzeitige Rückzahlung der Darlehen (von CONTIGO) für den Neustart

Besonderheiten

Management mit BEE Zertifikat

  • Recycling:
    • Wachsreste werden wiederverwendet:
      • Weiterverkauf an einen Hersteller von Wachsmalstiften
      • Herstellung von Grillanzündern
      • Weiterverkauf an Imker
    • Überreste der Keramik-Produktion und Bruchabfälle werden granuliert und der Keramikgußmasse beigemischt
  • Auszeichnungen:
    • 2000: Ilse Appelgryn erhält Auszeichnung als “The Black Management Forum’s Western Cape Entrepreneur of the year”
    • 2015: Kapula wurde nach dem BEE-Programm auditiert und mit Erfolg zertifiziert. BEE (= Black Economic Empowerment) geht auf ein Gesetz aus dem Jahr 2003 zurück, das die Rassenintegration aller Bevölkerungsgruppen sicher stellen soll.  Das große Wohlstandsgefälle zwischen den weißen Südafrikanern einerseits und Schwarzen, Coloured und Indern andererseits soll durch BEE abgebaut werden. Kapula erfüllt die vorgeschriebenen Kriterien zu 100% und wurde mit einem staatlichen Zertifikat ausgezeichnet.

 

Darum arbeitet CONTIGO mit Kapula: Langjährige, sehr enge Beziehung. Attraktive Sortimente, ständige Innovation von Design und Auswahl. Kontinuierliche Qualitätsverbesserungen. Hohes soziales Engagement für die Mitarbeiter und wichtiger Arbeitgeber in der Region.

 

 

Einstufung des Fairtrade Handelspartners

FTA PLUS = Fairtrade Approved PLUS (Anerkannter Fairtrade Handelspartner)

 

 Fairtrade Aspekte 

Kapula verpflichtet sich, folgende Fairtrade Richtlinien einzuhalten:

 Ausschluss von Kinderarbeit 

 Ausschluss von Diskriminierung 

Keine Diskriminierung gegenüber Frauen, Menschen mit Behinderungen, Religionszugehörigkeiten, ethnischen Minderheiten, bestimmten sexuellen Orientierungen, politischen Zugehörigkeiten, HIV-Erkrankten

Bei Kapula arbeiten Angehörige unterschiedlicher Volksgruppen (Coloureds und Xhosa) seit vielen Jahren zusammen.

 Angemessene Bezahlung 

  • Mindestlohn in der Provinz Westkap für die Branche: keine Angabe für 2017 vorhanden
  • Einkommen bei Kapula:
    • Für Mitarbeiter in der Anlernphase: ZAR 2.707,25 / Monat
    • Später sukzessive Erhöhungen je nach Fertigkeit und Erfahrung
    • Für Mitarbeiter in der Produktion: ZAR 3.500 – 3.800 / Monat
  • Alle Mitarbeiter erhalten ein monatliches Festgehalt
  • Am letzten Freitag des Monats: Überweisung auf eigene Bankkonten der Mitarbeiter
  • Im Falle von Überstunden: Erfüllung der gesetzlich vorgeschriebenen Sondervergütungen (1,5-facher Lohn an Werktagen, doppelter Lohn an Samstagen)
  • Bonuszahlung am Ende des Jahres (ZAR 500-800 / Mitarbeiter )
  • Im Juli jeden Jahres finden Lohnverhandlungen statt: die Löhne sollen mindestens die offizielle Inflationsrate ausgleichen
    • 2017: durchschnittliche Inflationsrate in Südafrika: 5,43%, Lohnerhöhungen bei Kapula um 8%
    • 2016: Inflationsrate in Südafrika beträgt 6,48%, Lohnerhöhungen bei Kapula: Abteilungsleitern: 5,0%, bei unteren Lohngruppen: 15,3%. Gemittelte Erhöhung: 8,9%

 Menschenwürdige Arbeitsbedingungen 

Arbeitszeit:

  • 8,5 Stunden/Tag
  • Arbeitszeiten von 8.00 Uhr bis 17.30 Uhr (montags – donnerstags, freitags von 8.00 Uhr bis 15.30 Uhr)
  • Zwei Pausen (10.00 Uhr bis 10.15 Uhr und 13.00 Uhr – 13.45 Uhr)
  • 5 Tage/Woche

Soziale Leistungen:

Alle Mitarbeiter erhalten folgende Leistungen:

 

  • Beiträge zur gesetzlichen Arbeitslosenversicherung UIF (= Unemployment Insurance Fund): Arbeitgeber und Arbeitnehmer zahlen jeweils 1% vom Bruttomonatslohn ein
  • Alle Mitarbeiter sind unfallversichert
  • Bezahlter Urlaub:
    • Jahresurlaub: 15 Arbeitstage plus gesetzliche Feiertage (Betriebsferien: 15.12. – 11.01.)
    • Mitarbeiter, die länger als 7 Jahre dabei sind, erhalten 2 Tage Urlaub pro Jahr extra
    • Sonderurlaub bei Trauerfällen: 3 Tage pro Jahr
  • Lohnfortzahlung:
    • Im Krankheitsfall: 30 Tage in einem 3-Jahres-Turnus (danach zahlt der UIF weiter Krankengeld, ca. 75% des Gehalts)
    • Mutterschaftsurlaub (einen Monat vor dem errechneten Geburtstermin, 3 Monate nach der Geburt): eine Woche Lohnfortzahlung übernimmt Kapula, der Rest wird vom UIF bezahlt (zwischen 38% – 60% vom durchschnittlichen Einkommen der letzten sechs Monate, abhängig von der Einkommenshöhe)
  • Gesundheitsfürsorge:
    • Betriebliche Vereinbarung mit örtlichen Arztpraxen für medizinische Versorgung der Mitarbeiter (und ihrer Familien): private Behandlungskosten (ca. ZAR 300-400/Besuch incl. Medikamente) übernimmt zunächst Kapula und rechnet sie in kleinen Raten gegen das Monatseinkommen auf
    • Die Versorgung in öffentlichen Kliniken ist für die Bevölkerung kostenlos
  • Gemeinsame Feste und Aktivitäten zur Stärkung des guten Betriebsklimas

 

Bildungsangebote:

  • Regelmäßige Aus- und Fortbildungen in den Bereichen „Arbeitssicherheit“, „Feuerschutz“ und „Erste Hilfe“
  • Bezahlte Teilnahme an Fortbildungskursen
  • Werkstattübergreifende In-House Trainings zur Weiterbildung für Mitarbeiter

 

Arbeitssicherheit:

  • Arbeitsbekleidung, sowie Schutzkleidung wird bereitgestellt
  • Vorgeschriebenes Sicherheitskomitee vorhanden
  • Regelmäßige Sicherheits- und Feuerschutzübungen
  • Jede Werkstatt hat einen ausgebildeten Erste-Hilfe-Verantwortlichen und einen Sicherheitsbeauftragten

 

 Transparenz 

  • Arbeitsverträge sind vorhanden
  • Ordnungsgemäße Lohnbuchhaltung ist vorhanden
  • SAR liegt vor
  • Jahresbilanzen liegen vor

 Monitoring 

  • Durch persönliche Besuche in Bredasdorp (2007, 2010, 2011, 2012, 2017)
  • Überprüfungsgespräche während mehrerer Besuche in Deutschland
  • Mitglied von World Fair Trade Organisation WFTO (Guaranteed Member) seit 2015
  • Regelmäßige Sozial- und Sicherheitsaudits des südafrikanischen Großkunden Woolworth

 

 Reiseberichte 

Besuch 2012: Reisebericht Kapula 2012

Besuch 2007: Reisebericht Kapula 2007

 

 Informationen/Texte 

Ursprungswissen Kapula (Stand 12/2017)

 

 Länderinformation 

Informationen über Südafrika

 

 Fotos 

Besuch bei Kapula – Februar / März 2012

Der neue Brennofen ist da – Januar 2012

Besuch Februar 2011

Bonuszahlung 2010

Besuch August 2010

Besuch Februar 2010

Besuch 2007

Author: Janina Lange on 8. Dezember 2017
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